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Symbolkategorie Gebäude

10.02.1959

Haus

Das Haus, in das ich einziehen soll, ist an Stricken aufgehängt und von aussen schaukelbar, 24

10.02.1959

Haus

Ein «von aussen schaukelbares Haus» bedeutet auf der Subjektebene, dass die Träumerin das Gefühl hat, sie werde in eine Situation hinein gebracht, in der sie Gefahr läuft, total manipuliert und vereinnahmt zu werden. Sie begibt sich nicht freiwillig ins «schaukelbare Haus», vielmehr wird sie dazu genötigt (sie «soll» zügeln). - Die Sequenz macht die Träumerin auf diesen Sachverhalt aufmerksam, damit sie sich dagegen vorsehen und wappnen kann.

27.04.1959

Haus

In einem weit abgelegenen Haus werde ich gefangen gehalten. Draussen ist es windig, der Erdboden ist teils schlammig, teils vereist. An eine Flucht mit meinem 2-jährigen Kind ist nicht zu denken, 25

27.04.1959

Haus

Ein weit abgelegenes Haus bedeutet, dass der Kontakt zur Aussenwelt erschwert bis abgeschnitten ist. Der Eindruck von Abgeschnittensein verstärkt sich durchs Gefangensein im Haus und es wird zudem verstärkt durch die Beschreibung der Beschaffenheit des «Draussen», der Umwelt, der Umgebung, die eine unfreundliche bis lebensfeindliche Aussenwelt ist. - Die Sequenz redet von einer schwierigen bis fast aussichtslosen Situation, in der die Träumerin sich zu befinden scheint. Hoffnungsvoll ist dagegen, dass sie an «Flucht» denkt, dass sie willens ist und sich fähig fühlt, sich aktiv um eine Veränderung zu bemühen. Auch «Draussen» kann sich etwas ändern, wenn der Sommer einkehrt, die Erde trocken wird und Wege allenfalls sichtbar werden.

02.06.1959

Haus

In dem Haus, in dem jedes Kind über ein anderes Übel klagt, vermute ich Krankheitskeime. Ich schlage meiner Freundin vor, es auszulüften und zu entkeimen und erst dann einzuziehen, 31

02.06.1959

Haus

Das krankmachende Haus könnte auf eine Situation hinweisen, die krankmachend und behindernd auf die «Kinder» wirkt. Die Kinder ihrerseits stehen für das kreative und eigenständige «Schaffen und Werken» der Frauen sowie der Träumerin.

21.08.1959

Haus

Das Haus von reichen Verwandten steht an einer abgründigen Schlucht. Der Salon ist in den Felsen hinein gehauen, 75

21.08.1959

Haus

Dieses Haus verweist auf ein solid gebautes Haus, denn die Leute sind reich und der Salon ist in den Felsen hinein gehauen. Unheimlich mutet an, dass das Haus über einer «abgründigen Schlucht» gebaut ist, und somit wie ohne eine Verbindung der «oberen» mit den «unteren Bereichen» zu sein scheint. Auf der Subjektebene wäre zu fragen, ob eine Spaltung von «oberen und unteren Bereichen», von Kopf und Bauch, bei der Träumerin selber vorliege. Auf der Objektebene wäre zu fragen, für wen oder was diese «reichen» und auch «abgründigen Verwandten» stehen könnten. - Die Sequenz fordert die Träumerin auf, sich der Frage des Verhältnisses zwischen Geist und Trieb zu stellen.

10.10.1959

Haus

Der Gedanke, Mutters Haus verwaist vorzufinden, löst Tränen in mir aus, 88

10.10.1959

Haus

Das Haus der Mutter symbolisiert Geborgenheit und Wärme. Dieses Haus verwaist vorzufinden, verweist auf der Subjektebene auf den Verlust von geistig seelischen Inhalten, auf die bisher zurückgegriffen werden konnte, auch wenn sie nur partiell brauchbar sein mochten. - Barbara Walker weist auf den Zusammenhang von Haus und Mutter hin: Das babylonische Ideogramm für «Mutter» war mit «Haus» und «Gottheit» kombiniert. Die Glaubensvorstellungen alter Zeiten brachten die Mutterschaft mit überlegener Geisteskraft in Zusammenhang. Dies im Unterschied zur Tiefenpsychologie, die eine Verbindung zur Mutter und ihrem «Haus» ziemlich negativ beurteilt und daher das Verlassen dieses «Hauses» fordert. - Die Sequenz macht die Träumerin darauf aufmerksam, wie hilflos sie diesem Sachverhalt gegenüber ist, sie kann nur traurig sein und weinen.

20.10.1959

Haus

Im Einfamilienhaus von Bekannten finden Gottesdienste und Konzerte statt, 92

20.10.1959

Haus

Das Einfamilienhaus, verstanden als Symbol des «Selbst», des Subjekts, des Individualität, erfährt in dieser Sequenz durch die Integration von spirituellen und künstlerischen Aspekten eine erhebliche Erweiterung (Gottesdienst, Konzerte).

04.11.1959

Haus

An einem abgebrannten Haus steht ein Baugerüst. Auf diesem vollführt die Besitzerin aus Verzweiflung eigenartige und gefährliche Sprünge, 98

04.11.1959

Haus

Das abgebrannte Haus steht auf der Subjektebene für den totalen Verlust von geistig seelischen Kräften, die Behausung und Heimat bedeutet haben. Die Verzweiflung der «Hausbesitzerin» ist verständlich. Die Träumerin wird darauf aufmerksam gemacht, dass diese Verzweiflung gefährliche Formen annehmen könnte und dass sie Hilfe benötigt.

29.11.1959

Haus

Im oberen Stockwerk eines Einfamilienhauses befindet sich ein Flüchtlingslager. Ich selber befinde mich ebenfalls dort, 111

29.11.1959

Haus

Das Flüchtlingslager im Einfamilienhaus steht, wie schon die Sequenz 98 zuvor, für den Verlust von Heimat. Auf der Subjektebene betrifft die Heimatlosigkeit, da sich das Flüchtlingslager im «oberen Stockwerk» befindet, den geistig seelischen Bereich. Die Heimatlosigkeit könnte den Verlust eines Weltbildes bezeichnen, in dem die Träumerin beheimatet war. Das Wagnis der Heimatlosigkeit scheint für sie die einzige Möglichkeit zu sein, dass ihre eigenständige Eigenwelt überleben kann.

12.01.1960

Haus

Ein 12-stöckiges Wohnhaus fällt zusammen. Männer hatten es in den Sand am Meer gebaut. Es muss aus demselben Material wieder aufgebaut werden, weil kein anderes vorhanden ist, 116

12.01.1960

Haus

Das Wohnhaus, das von Männern «in den Sand gebaut» wurde, steht zweifellos für ein grosses männliches Gedankengebäude. Auf unstabilen Grundlagen gebaut, muss es unweigerlich zusammenbrechen. Die vielen Stockwerke (12) stehen vermutlich für die vielen, ebenfalls von Männern erstellten, Theoriegebäude und Weltbilder, sei dies in Religion, Philosophie, Psychologie oder Psychotherapie, samt den Theorien über das Verhältnis der Geschlechter, mit denen eine Frau, wenn sie Psychologie studiert, in Berührung kommt. - Die Sequenz verweist auf ein bestimmtes männliches Gedankengebäude, das vermutlich auch in der Träumerin zusammenbricht. Das Haus aus demselben Material wieder aufbauen zu müssen, weil kein anderes vorhanden sei, bedeutet auf der Subjektebene, dass wir Menschen ein tragendes Weltbild nur auf dem Fundament von eigenem «Material», eigener Erfahrung, eigenem Denken und Fühlen aufbauen können. - Der Zusammenbruch eines, von Männern geschaffenen Weltbildes, das bisher als «Wohnhaus» diente, hat zu einer Krise geführt. Anderseits wird der Weg frei gemacht für das eigene Sehen, Wahrnehmen, Erspüren und Beurteilen.

12.10.1960

Haus

Ich werde in ein abseits stehendes Haus gebracht, nachdem ich von zwei Männern gefangen worden war, 142

12.10.1960

Haus

Das abseits stehende Haus in Zusammenhang mit Gefangenschaft könnte auf der Objektebene für die Nötigung zur Übernahme von männlichen Theorien bestehen, die allesamt auf der patriarchalen Weltsicht aufgebaut sind. Auf der Subjektebene würde die Akzeptanz dieser Theorien bei der Träumerin zu einer Selbstentfremdung führen. - Die Träumerin wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich (als Gefangene) entscheiden muss.

26.04.1961

Haus

In einem Heustadel verborgen soll ein unehelich geborenes Mädchen aufwachsen. Seine Mutter ist Psychologin am IAP, 149

26.04.1961

Haus

Der «Heustadel» ist kein Haus im eigentlichen Sinn. In einem Heustadel aufzuwachsen bedeutet, nahe bei den Tieren aufzuwachsen, das heisst, nahe am körperlich Lebendigen sowie in Einfachheit und Anspruchslosigkeit. Im Stall findet «der natürliche Mensch» seine Entsprechung. Es scheint, dass die Entwicklung eines spirituellen Seins, das lebendig kreatürliche Sein in einfacher Umgebung begünstigt oder sogar voraussetzt. - Der einfache Stall steht in Gegensatz zum reich ausgestatteten Schloss, das zum gesellschaftlichen «Oben» gehört. Der Stall dagegen steht für das gesellschaftliche «Unten» und Verachtete, auf der anderen Seite auch für das innere, introversive Leben, das Leben des Geistes, des Subjekts, im Unterschied zum Leben in der äusseren extravertierten Welt (der biblische Jesus ist in einem Stall geboren!). - Die vorliegende Sequenz ist wie eine Weiterführung von 142. Die Träumerin wird darauf aufmerksam gemacht, was sie zu erwarten hat, wenn sie sich zugunsten ihres «Eigenen» und ihres eigenständigen Denkens entscheidet: Sie wird ihr «Kind», ihre eigene «Sache» verbergen und unter schwierigen Umständen betreuen müssen.

30.01.1966

Haus

Auf der Suche nach einem Haus sagt mein 9-jähriger Sohn, er wolle endlich irgendwo daheim sein, 387

30.01.1966

Haus

Die «Suche nach einem Haus» und der Hintergrund dieser Suche wird hier deutlich ausgedrückt: Es ist die Sehnsucht nach Heimat und Kontinuität. Diese Sehnsucht ist innerhalb der Abfolge (Sukzession) der Sequenzen zur Symbolgruppe: Haus, die immer vehementer auf den Verlust von Heimat hinweisen, bis hin zum Flüchtlingsstatus der Träumerin, durchaus folgerichtig. Die aktive Suche nach einem eigenen Haus, auf der Subjektebene, verstanden als Suche nach dem «Eigenen» und Wesentlichen für das eigene Leben, bezeichnet und erfordert einen wichtigen aktiven Schritt.

18.10.1967

Haus

Mein gepflegtes luxuriöses Haus samt Garten habe ich verkauft. Ich sage, es habe zu viel Arbeit erfordert, 492

18.10.1967

Haus

Ein «luxuriöses Haus» könnte auf hohe materielle und ästhetische Ansprüche hinweisen. Ein solches «Haus» zu verlassen, bedeutet, sich auf einen bescheideneren Lebensstil einzulassen, was wünschbar und im übertragenen Sinn dem geistig seelischen Leben förderlicher wäre. Der Verkauf des Gartens dagegen löst Unbehagen aus, weil sich im Garten das Erdhafte befindet, die Pflege von Pflanzen - vielleicht auch von Blumen - stattfinden kann. Aber manchmal sind die Verhältnisse nicht so, dass wir unseren seelischen Bedürfnissen genügend Raum geben können. Die Möglichkeit, wieder zu einem Garten zu kommen, ist ja nicht auszuschliessen.

09.12.1967

Haus

Für die Erstellung eines Wohnhauses besteht bereits eine grosser Baustelle. Mein Bruder K. ist Bauherr. Auch ich habe mit dem Bau zu tun, 509

09.12.1967

Haus

Das «luxuriöse Haus» von 492 scheint durch ein neu zu erstellendes «Wohnhaus» ersetzt zu werden, also durch ein selbst geplantes «Haus». Ein Haus selber zu planen bedeutet, das «Eigene», die eigenen Interessen und Wünsche einbringen zu können. Eine, unter Umständen erhebliche Einschränkung könnte sich für die Träumerin daraus ergeben, dass nicht sie selber Bauherrin ist, sondern ihr Bruder, denn sie hat lediglich mit dessen Hausbau «zu tun». Diese Redewendung ist aus meiner heutigen feministisch reflektierten Sicht verräterisch, weil die Sache darauf hinaus zu laufen scheint, dass der Träumerin auf der Objektebene die Rolle der unterstützenden Helferin und «Gehilfin» für die Sache eines nahe stehenden Mannes zufallen könnte (Bruder). - Auf der Subjektebene stellt sich die Frage, ob die Träumerin ihr eigenes «Gespür», ihre eigene Perspektive und Sichtweise bezüglich des Aufbaus und der Reflexion von neuen Erfahrungen und Inhalten (Baustelle) ungenügend zur Darstellung bringt. Ob sie sich also zu sehr auf das alte Rollenverhalten beschränkt oder beschränken lässt.

06.08.1968

Haus

Das efeubewachsene Haus, bei dem ich fliegend lande, kenne ich von früher. Das Haus ist zirka 100 Jahre alt, aber ich war schon lange nicht mehr dort, 529

06.08.1968

Haus

Altes efeubewachsenes Haus: Das Alte ist hier währschaft, lebendig (efeubewachsen), es lohnt sich, das Haus zu besuchen. Nicht alles was alt ist, ist auch schlecht oder unbrauchbar. Für die Gestaltung des neuen Hauses (Traum 529) dürfte es sehr wertvoll sein, sich an alte Bauweisen zu erinnern, die manche Häuser so attraktiv und widerstandsfähig gemacht haben. - Auf die Subjektebene bezogen scheint es hier um ein Abwägen zwischen herkömmlichen und gegenwärtigen Qualitätsmerkmalen zu gehen. Zu einem solchen Abwägen scheint der Besuch des alten «Hauses» aufzufordern.

17.12.1970

Haus

Ich wohne in einem gediegenen Haus und bin die Hausherrin. Es sind viele Besucher da, 582

17.12.1970

Haus

Der «Besitz eines Hauses» bedeutet, eine sich selbst bewusste und eigenständige Person geworden zu sein. Es sind nicht mehr andere Menschen, die über die Person verfügen, sondern sie ist selber fähig geworden, ihr «Eigenes», ihre eigenen Interessen und Sachen zu vertreten. Das «Haus», das die Träumerin nunmehr besitzt, wird weder als besonders exklusiv noch als besonders einfach beschrieben. Es ist vielmehr «gediegen», es ist ansprechend, aber unauffällig und vermutlich auf Qualität bedacht. Auf der Subjektebene könnte dieses Haus für eine Lebenswelt und ein Weltbild stehen, das auf der «Echtheit der Gefühle» beruht.

02.06.1976

Haus

Meine Luzerner Freundin oder meine Schwester M. hat ein Bauernhaus in Waldnähe gekauft. Auch ich soll dort einziehen, aber ich kann mich nicht entschliessen, 688

02.06.1976

Haus

«Bauernhäuser in Waldnähe» stehen für die Vorstellung vieler Frauen, in solchen Häusern sei es möglich, ein authentisches Leben in Naturnähe zu führen. Manche Frauen glauben zu wissen, was eine «richtige» weibliche Lebensgestaltung bedeuten würde: In einem Bauernhaus «natürlich» und einfach zu leben, um dem Patriarchat zu entgehen. Mit solchen Fragen scheint sich die Träumerin zur Zeit herumzuschlagen. Dass sie zögert, ins Haus einer anderen Frau einzuziehen, könnte bedeuten, dass sie sich nicht in eine für sie unpassende Lebensform drängen lassen möchte oder drängen lassen sollte, auch nicht von ihresgleichen.

22.03.1978

Haus

Ich stehe vor einem sehr hohen Gebäude. Das Hochhaus ist Gerichtsgebäude, Museum und Wohnhaus zugleich. Es sind viele unterschiedlich ausgestattete Wohnungen und Stilrichtungen vorhanden, 716

22.03.1978

Haus

Dieses Hochhaus ist sowohl Wohnhaus als auch öffentliches Gebäude, denn es umfasst auch Gerichtsräume und ein Museum. Auf der Subjektebene weist die Vielgestaltigkeit dieses Hauses auf eine vielgestaltige Weltsicht hin. Das Gericht steht für das Interesse an einer differenzierten Urteilsfähigkeit, das Museum für das Interesse an einer historischen Sichtweise.

30.08.1978

Haus

In einem Dorf wird ein Zelt aufgestellt, das teils gehäkelt, teils gestrickt ist. Es ist für eine Hochzeit gedacht, weil keine Kirche vorhanden ist, 1045

30.08.1978

Haus

Das «Zelt» ist kein «Haus» im eigentlichen Sinn, aber es dient als ein provisorisches «Dach über dem Kopf». Es steht für etwas Provisorisches. Das teils gehäkelte, teils gestrickte Zelt steht für Formen der «Handarbeit», die in der Regel von Frauen ausgeübt werden. Im übertragenen Sinn geht es hier um Formen «handgestrickter», individueller weiblicher Denkarbeit. Eine solche wird möglich, wenn Denkvorschriften von Kirchen und anderen Ideologien in den Hintergrund treten oder wegfallen (Dorf ohne Kirche). - Das Aufstellen eines handgearbeiteten «Zeltes» könnte auf eine konstruktive und geglückte Zusammenarbeit der Träumerin mit anderen Frauen hindeuten. Mit eigenen, frauenspezifischen Fähigkeiten und Mitteln wurde eine «Behausung» geschaffen, wenn auch erst eine vorläufige, im Sinne eines Weltbildes, in dem sich Frauen beheimatet fühlen könnten. Das Zelt als Behausung und Heimat ist allerdings auf die Länge nicht sehr tauglich: Es ist auf «schönes Wetter», also noch allzu sehr auf wohlwollende äussere Umstände angewiesen.

15.01.1979

Haus

Ich bin zur Einweihung eines renovierten alten Hauses eingeladen. Der Festredner spricht von einer besonders gelungenen Renovation, 735

15.01.1979

Haus

Ein renoviertes altes Haus weist darauf hin, dass Erhaltenswertes und Wertvolles wahrgenommen und Erneuerung für erstrebenswert befunden wurde. Das renovierte Haus könnte eine der Zeit angepasste Erneuerung einer bisherigen Weltsicht bezeichnen.

03.03.1980

Haus

Ich wohne in einem Hochhaus mit einer Gruppe anderer Leute. Die Gruppe diskutiert über ihren Wunsch nach Selbstverwaltung, 767

03.03.1980

Haus

Hochhaus in Verbindung mit einer Gruppe anderer Menschen und Selbstverwaltung verweist auf ein Selbstverständnis, das sowohl das Individuelle als auch das Leben in Gemeinschaft umfasst und möglich macht.

16.07.1984

Haus

Ein Hochhaus, das am Hügel gegenüber steht, beginnt samt Hügel abzurutschen. Das Haus wird unter einer Erdmasse begraben und mit einer Blache zugedeckt wie eine Leiche, 841

16.07.1984

Haus

Das rutschende Hochhaus, verstanden als Weltsicht und Lebensauffassungen eines menschlichen «Gegenübers», die sich zuvor als «hohe» darstellten, haben anderen und sogar gegenteiligen Ansichten Platz gemacht. Das Zudecken des Hochhauses könnte besagen, dass sowohl eine in die Niederungen «abgerutschte» Weltsicht abgelehnt wird wie auch die Person, die diese Weltsicht vertritt und alles ad acta gelegt wird (Leiche). - Auf der Subjektebene könnte die Sequenz die Träumerin auf allzu hohe und daher unhaltbare Vorstellungen und Ideale hinweisen, zum Beispiel bezüglich einer Beziehung.

19.12.1985

Haus

In einem Haus, das alt und doch neuartig erscheint, verbringe ich ein Wochenende mit einer Gruppe junger Leute. Hier kommt es zu tiefgreifenden Erlebnissen, 862

19.12.1985

Haus

Ein altes und gleichzeitig neuartiges «Haus» verweist in sehr schöner Weise auf die Relativität des Alters. Der Hinweis auf ein Zusammensein mit jungen Leuten deutet auf neue Möglichkeiten des Alterns. Der Träumerin wird vor Augen geführt, sie brauche keine Angst zu haben vor dem Altwerden (sie ist 54-jährig) und ferner, es sei nicht nötig, das Alter und das Altern zu verleugnen (alt und doch neuartig).

20.11.1986

Haus

Ein Haus erscheint von unten kaum 3-stöckig. Von oben gesehen erweist es sich jedoch als eine historische grosse Burg. Und gleichzeitig ist es ein Hochhaus aus unserer Zeit, 881

20.11.1986

Haus

Das mehrstöckige Haus und die historische Burg bilden hier eine Einheit von Nebeneinander und Gleichzeitigkeit von Jetzt-Zeit und historischer Zeit. Je nach Perspektive (von unten oder oben) wird das Haus als ein modernes Hochhaus oder eine alte Burg wahrgenommen. Es geht also um die Relativität von Sichtweisen sowie um ein Sowohl-als-auch bezüglich Auffassungen, Ansichten oder Weltentwürfen.

27.09.1987

Haus

Ich besuche das Ritterhaus und stelle fest, dass nun grosse ausgebaute Wohnungen darin sind und die Zimmer grösser als früher, 907

27.09.1987

Haus

Auch im «Ritterhaus» geht es um eine Gleichzeitigkeit von alt und neu. Der Einbau von grossen Wohnungen mit grossen Zimmern weist auf eine Differenzierung und Individualisierung der Psyche hin.

31.12.1987

Haus

Ich halte mich ferienhalber auf einem Herrschaftssitz mit Nebengebäude und grossem Gutshof auf, zu dem eine Baumschule und ein Weinberg gehört. Der Gutshof gehört einem alterslosen Onkel oder dem Familienclan, 914

31.12.1987

Haus

Ein «herrschaftliches Haus» mit Gutshof, Baumschule und Weinberg beinhaltet Selbstversorgung, Kultur (Baumschule) und Lebensfreude (Wein). Die Sequenz könnte auf der Subjektebene als Ausdruck einer individuierten, kultivierten und lebenszugewandten Persönlichkeit gedeutet werden. Auf der Objektebene könnte der Landsitz als Ausdruck einer optimalen Beheimatung gedeutet werden, da sie auf dem Zusammenspiel von Erdverbundenheit, anstrengender Arbeit und kultiviertem Leben beruht. Diese Interpretation ist allerdings fraglich, sind doch weder die Besitzverhältnisse dieses «herrschaftlichen Hauses» klar, noch wird deutlich, was das Wort «herrschaftlich» eigentlich besagen will. - Die Sequenz ruft nebst Hoffnung erweckenden Mitteilungen auch zu mancherlei Fragen auf.

08.01.1989

Haus

Die Besitzerin eines Hauses mit Garten schlägt verzweifelt um sich, weil eine Enteignung vor sich geht. Ich denke, ich hätte ihr vielleicht helfen sollen, Haus und Erbe zu verteidigen, 927

08.01.1989

Haus

Die Enteignung des Hauses mit Garten ist ein trauriges und erschreckendes Bild, wobei die Sequenz nicht den geringsten Hinweis gibt, wer diese Enteignung veranlasst hat oder vornimmt. Das Bild der Enteignung löst auf der Objektebene Assoziationen von Gewalt und Unwiderruflichkeit aus. Die Frage, warum sich die Hausbesitzerin, anstatt sich der Enteignung durch geeignete Strategien zu widersetzen, mit hilflosen Mitteln reagiert (sie schlägt wild um sich), bleibt offen. Die Träumerin macht sich Gedanken oder gar Vorwürfe, sie hätte der Hausbesitzerin helfen sollen - und zwar viel früher. Das «Erbe», das hätte verteidigt werden müssen, könnte die «Erbschaft» aus matrizentrierter Zeit bedeuten, das die Träumerin vielleicht vertiefter hätte wahrnehmen und bearbeiten müssen.

21.08.1992

Haus

Das Haus mit Garten, das meiner Familie gehört, ist schön. Es ist geräumig, die Mutter ist wieder da und stärker bei sich selber als früher. Ich freue mich, 939

21.08.1992

Haus

Das «schöne geräumige Haus» mit Familiengarten ist auf der Subjektebene ein weiteres Bild für eine gelungene Synthese. Während das «Haus» für Schutz vor Kälte und Unwetter und Sturm steht, weist der schöne Garten auf einen guten Zugang zum Erdhaften und auf einen pfleglichen Umgang mit der menschlichen «Natur» und seiner Verletzlichkeit hin.

27.11.1994

Haus

Vor unserem Haus hat sich ein Krater aufgetan, der fast senkrecht abfällt. Es heisst, das Haus sei nur darum nicht in den Krater abgerutscht, weil man für den Bau viele Tonnen Material verwendet habe. Nur Mutters Häuschen steht schief, 953

27.11.1994

Haus

Dem eigenen Haus wird eine solide Bauart bescheinigt. Die vielen Tonnen Material, die verwendet wurden, um dem Abrutschen vorzubeugen, können auf der Subjektebene die vielen Erfahrungen bezeichnen sowie das viele theoretische «Material», das im Laufe eines Individuationsprozesses und im Verlauf eines Lebens wahrzunehmen und zu verarbeiten ist.

13.01.1997

Haus

An ein Mehrfamilienhaus ist ein kleines Häuschen mit Holzverschalung angebaut. Das Häuschen gehört meinem Bruder G., 978

13.01.1997

Haus

Ein «kleines Häuschen» symbolisiert den einfachen Lebensstil sowie das Bei-sich-sein, während das Mehrfamilienhaus für eine grössere Gemeinschaft steht. Auf der Subjektebene könnte die bauliche Verbindung von «Häuschen und Mehrfamilienhaus» auf eine geglückte Gleichzeitigkeit eines individuellen Lebens mit einem gemeinschaftlichen Dasein mit anderen Menschen hindeuten.

22.06.1959

KircheKapelle

In der schönen Klosterkirche steht das Hauptportal offen. Ich gehe hinaus. Ich war ins Kloster eingesperrt gewesen, 35

22.06.1959

KircheKapelle

Die Klosterkirche in Verbindung mit dem offenen Hauptportal steht für jene lebensoffenen und freiheitlichen Aspekte der christlichen Lehre, die in der Idee der «Freiheit der Christenmenschen» enthalten sind (Glaubensfreiheit). Im Gegensatz dazu bedeutet «ins Kloster eingesperrt sein» die «andere Seite» der kirchlichen oder ähnlichen Institutionen. In der katholischen Kirche ist das Selberdenken tabu. In der traditionellen Tiefenpsychologie wird der Frau die Fähigkeit zum eigenen und selbständigen Denken abgesprochen. - Die Sequenz besagt, die Träumerin halte sich an die freiheitlichen Aspekte von Christentum und Tiefenpsychologie, sie nehme Glaubensfreiheit und die Fähigkeit zum eigenen Denken für sich in Anspruch. Die «Bestimmungen», die sie einzuschränken versuchten, lasse sie hinter sich (sie verlässt das Kloster durch die Kirchenpforte).

01.08.1959

KircheKapelle

Ich putze in der Kirche mit Wasser und Besen und auch den Platz vor der Kirche, 66

01.08.1959

KircheKapelle

Die Worte «Putzen und Reinigen» in Zusammenhang mit der Kirche könnten kritische Gedanken über kirchliche Lehren, Gepflogenheiten und Hierarchie zum Ausdruck bringen. Sie könnten besagen, dass die kirchlichen Lehren «gereinigt» werden müssten, zum Beispiel von ihren frauenfeindlichen Inhalten. Anderseits könnten die Worte darauf hinweisen, dass Frauen nicht mehr die «Putzfrauen» der Kirche sein wollen, denn katholische Theologinnen verlangten zu Recht, als vollwertige christliche Partnerinnen zum Priesteramt zugelassen zu werden.

06.02.1960

KircheKapelle

Ich lasse mich zum tiefer gelegenen Teil einer Kirche hinab gleiten, an einem mit Sicherheitsnadeln zusammengehaltenen Seil. Auch mein Bruder A. tut dies, 125

06.02.1960

KircheKapelle

Der tiefer gelegene Teil einer Kirche dürfte hier für die seelischen Tiefenschichten stehen, zu denen die Träumerin einen Zugang sucht. Und zwar zu jenen Tiefenschichten, die in den Bereich jenes Religiösen und Spirituellen hinabreichen, die uns mit dem grossen Lebensgrund des Kosmischen und Metaphysischen verbinden. Die Sequenz weist allerdings darauf hin, dass dieser Versuch nicht ganz ungefährlich ist, denn allzu leicht könnte das «Seil» seinen Dienst versagen, was bedeuten würde, dass der Träumerin der Weg nach «Oben» ins Bewusstsein und in den Alltag abgeschnitten wäre. Die Sequenz enthält eine Warnung, die sich auch auf eine allzu starke Beschäftigung mit den Tiefenschichten bzw. der Tiefenpsychologie beziehen könnte.

07.09.1962

KircheKapelle

Aus der Hauskapelle höre ich ein Sturmbrausen und eine gewaltige, hässliche weibliche Stimme. Die Stimme gebietet über Eintritt und Nichteintritt in die Kapelle, 206

07.09.1962

KircheKapelle

Die «Hauskapelle» steht ebenso wie der «Hausaltar» für die religiösen Aspekte des seelischen Innenraums und letztlich für eine weibliche Identität. In dieser Hauskapelle findet ein «Sturmbrausen» bzw. eine die ganze Person ergreifende Erschütterung statt. Auffallend ist, dass dieses Sturmbrausen in Zusammenhang mit einer «gewaltigen weiblichen Stimme» auftritt, was ich als Ausdruck jener Tiefenschicht deute, die in der Symbolik als «Grosse Mutter» erscheint. - Das heisst, dass die Sequenz von einer Situation redet, in der es um tiefgreifende Fragen von weiblicher Identität geht, und dass diesen Fragen eine derart existenzielle Dringlichkeit zukommt, dass die Psyche in ihrem Innersten aufgewühlt ist. - Aber, weshalb tönt diese weibliche Stimme so «hässlich»? Vielleicht, weil es sich aus patriarchaler Sicht für eine Frau nicht schickt, Grenzen zu setzen und Definitionsmacht auszuüben. Denn das ist es, was die Stimme in der vorliegenden Sequenz tut: Sie sagt, wem oder was sie Eintritt gewähren will in ihren Geist- und Seelen-Bereich (Kapelle).

15.12.1962

KircheKapelle

Ich bin Inhaberin eines grossen Hauses. Das Haus verwandelt sich in eine Kirche. Eine Seitentüre führt zu einer Küche, 229

15.12.1962

KircheKapelle

Die Verwandlung eines Wohnhauses in eine Kirche steht für eine Veränderung der Sichtweise. Sei es, dass die Träumerin den Anspruch auf Heimatfindung im zwischenmenschlichen Bereich aufgegeben hat zugunsten einer religiösen Auffassung des Lebens, oder dass es ihr nun möglich wird, die beiden Aspekte zu vereinigen. Es könnte sein, dass sie nun sowohl den religiösen als auch den zwischenmenschlichen Bereich als Möglichkeiten von Heilwerden und Heimatfindung verstehen kann. Das Nebeneinander von Kirche und Küche, die sich beide im Besitz der Träumerin befinden, könnte Ausdruck einer solchen glücklichen Verbindung darstellen.

10.07.1966

KircheKapelle

Ich schmücke einen Altar, der ausserhalb der Kirche steht, mit Blumen, 416

10.07.1966

KircheKapelle

Einen Altar ausserhalb der Kirche zu schmücken, verstehe ich als Ausdruck der Erkenntnis, dass das «Heilige» und Religiöse grösser und umfassender ist als die traditionelle Institution «Kirche» vorgibt (so schliesst die Kirche z.B. aus, was mit dem vermeintlich bösen oder chaotischen «Heidnischen» und «Weiblichen» zu tun hat). Diese Sequenz könnte der Träumerin eine Möglichkeit aufzeigen, dem verketzerten «Heidnischen» und «Weiblichen» einen ehrenvollen Platz einzuräumen - ausserhalb der offiziellen Lehrmeinungen (Kirche). Sie soll das Schöne (Blumen), das bislang einer männlichen Institution (Kirche) oder einem Mann zugute kam, dem zu Unrecht an den Rand Gedrängten und Verachteten schenken. - Die «Blumen» schmücken nun nicht mehr einen «Altar» des «Herrn», sondern vermutlich einen Frauenaltar.

23.01.1973

KircheKapelle

Männer sagen, sie wollten die Kathedrale anzünden, weil ich ihnen die gestohlenen Schlüssel abgenommen habe, 625

23.01.1973

KircheKapelle

Die Kathedrale symbolisiert Formen der Identität und von Idealen im religiösen und metaphysischen Bereich. Eine «Kathedrale» anzuzünden bedeutet, an den zentralen Werten einer Person anzusetzen, um sie zu vernichten. - Ein Warntraum! Die Träumerin soll besser auf ihre Gefühle und Gefühlswerte achten, denn sonst kommen sie ihr abhanden. Aber es ist auch ein tröstlicher Traum: Die Träumerin war fähig, sich das Abhandengekommene wieder anzueignen.

12.06.1977

KircheKapelle

Von weitem kann ich die Kapelle des Bergdorfes erkennen, von dem ich gekommen bin. Aber ich kenne den offiziellen Rückweg nicht, 701

12.06.1977

KircheKapelle

Die «Kapelle» steht hier als Erkennungszeichen für einen Ort, von dem die Träumerin ausgegangen ist und dem zugleich ihre erneute Suche gilt. Diesem Sachverhalt entnehme ich, dass es um Fragen der Identität geht. Die Kapelle steht hier für eine «Identität» in Zusammenhang mit dem Religiösen, die eine tiefere Schicht der Heimatsuche und Verankerung betrifft, als die durch das «Dorf» symbolisierte. - Aber es scheint keinen bekannten oder anerkannten Rückweg zu geben. Die Träumerin hat sich die Verbindung zu ihren Wurzeln und Ursprüngen vielleicht zu einfach vorgestellt. Auf dem «Berg» wird sie auch nicht verbleiben können. Sie wird sich auf eine längere Wegreise gefasst machen müssen, die zudem einen «Abstieg» beinhaltet.

22.02.1997

KircheKapelle

Von aussen war die Kirche unsichtbar, in die ich geraten bin. Sie gehört zu einem ausgestorbenen mittelalterlichen Städtchen, 982

22.02.1997

KircheKapelle

Die «unsichtbare Kirche» symbolisiert den seelischen Innenraum. Was in der Psyche geschieht, ist ebenso unsichtbar wie die «Kirche» in dieser Sequenz, die für einen religiösen Inhalt steht. Das Symbol steht auch für eine tiefer gegründete Identität.

03.04.2003

KircheKapelle

Ich gehe in eine Kirche, wie um in den hinteren Reihen einen Platz für einen Anlass zu besetzen, 1006

03.04.2003

KircheKapelle

Fast scheint es so, als habe sich die Träumerin mit dem inferioren Status der Frauen, der ihnen auch innerhalb der Kirche zugewiesen wird, abgefunden. Angesichts des heutigen Alters (71) ist jedoch zu fragen, ob hier dem Symbol «hintere Reihen» auch noch eine andere Bedeutung zukommen könnte.

26.11.1958

KlosterKlausur

Ich habe das Gefühl, in eine dubiose Sekte geraten zu sein. Mit einem ziemlich hohen Lösegeld kann ich mich freikaufen, 8

26.11.1958

KlosterKlausur

Der Begriff «Sekte» könnte sich hier auf quasi-religiöse Gruppen beziehen und deren Neigung zur geistig/seelischen Indoktrination und Nötigung. Auch psychologische Institutionen verhalten sich ähnlich, wenn sie verlangen, dass ihre «Lehren» widerspruchslos geglaubt, akzeptiert und in die eigene Psyche integriert werden. Die despektierliche Bezeichnung «Sekte» steht in dieser Sequenz vermutlich für jene Teile der Jungschen Schule, die von der Träumerin nicht «gläubig» aufgenommen werden. Die Ablehnung von sektiererischen Aspekten ist so gross, dass die Träumerin bereit ist, einen ziemlich hohen Preis zu bezahlen, um sich von Indoktrination und Vereinnahmung durch eine inakzeptable «Lehre» zu befreien (sich freikaufen).

22.06.1959

KlosterKlausur

Eine religiöse Bruderschaft hat mich in ein Kloster eingesperrt, 35

22.06.1959

KlosterKlausur

Das Kloster, verstanden als das Religiöse, wird hier als eine Form der Einsperrung dargestellt, die von Männern ausgeht (Bruderschaft). Die Sequenz stellt auf der Objektebene eine äussere Realität dar, indem Kirchenmänner die christliche Religion tatsächlich dazu missbrauchen, Frauen als zweitrangige und untergeordnete Menschen zu behandeln, selbst wenn sie das Gegenteil behaupten. Kirchenmänner machten Frauen glauben, die katholische Kirche habe «die Würde der Frauen» wieder hergestellt. Zu dieser Zeit (1959) durften Frauen dies noch nicht so offen sagen, obgleich diese und andere Traumsequenzen deutlich auf diesen Sachverhalt hinweisen. - Ein Synonym für Kloster ist die Einsiedelei (Eremitage, Klause, Zelle, Zimmer). Zu Kloster assoziiere ich den Wunsch, Grund und Boden unter die Füsse zu bekommen, Kontinuität im Wechsel der Zeit zu erreichen (Dauer ist Aufstieg). Kloster bedeutet Bezugnahme zum Ursprung, Bedürfnis nach einer eigenen Identität, einem eigenen Platz in der Welt und im Universum. Es geht ums Denken über Werden und Vergehen sowie um Verbundenheit mit einem grösseren Urgrund oder Allgrund des Seins, mit dem Göttlichen (Gott oder Göttin verstanden als ein Umfassendes).

06.10.1959

KlosterKlausur

Eine Klosterfrau droht mir mit Sanktionen, wenn ich nicht mitsinge, 86

06.10.1959

KlosterKlausur

Die Klosterfrau stellt zu dieser Zeit (1959) nicht ganz dasselbe dar wie später (2003), denn das Bild der Klosterfrau hat sich auf der Objektebene stark verändert. Im Jahre 1959 ist die Klosterfrau noch ein Symbol für ein geistig eingeengtes Leben in einem schwarzen Ordenskleid mit gestärkter Haube und rigider Sexualfeindlichkeit. Das tiefere religiöse Anliegen geriet in den Hintergrund. Die Verweigerung von «Mitsingen» mit einem derartig eingeengten religiösen und sexualfeindlichen Leben interpretiere ich daher als Ausdruck eines gesunden Widerstandes der zu dieser Zeit erst 26-jährigen Träumerin.

15.12.1962

KlosterKlausur

Zwei Klosterfrauen sind für einen Besuch angemeldet. Ich überlege, wie ich für sie Kaffee kochen könnte, denn mein Haus ist eine Kirche und es fehlt eine Küche, 229

15.12.1962

KlosterKlausur

Den Besuch von «Klosterfrauen» verstehe ich als Ausdruck einer nunmehr positiven Beziehung zu diesem Berufsstand sowie zu eigenen «klösterlichen», meditativen und spirituellen Bedürfnissen. Diese Interpretation wird durch den Wunsch der Träumerin, die Klosterfrauen mit Kaffee zu bewirten, gestützt.

29.07.1974

KlosterKlausur

Eine Klosterfrau klagt mich an: Gebäude seien am Verfallen, Früchte nicht geerntet, Vorräte vergessen worden, 663

29.07.1974

KlosterKlausur

Die Anklage dieser «Klosterfrau» verstehe ich als eine Kritik aus den «klösterlich» religiösen Tiefenschichten oder der religiös verstandenen «Grossen Mutter» an der Träumerin. Der Vorwurf könnte beinhalten, sie vernachlässige die Pflege des Erbes und der Gaben der «Grossen Mutter». Der Vorwurf enthält auch eine Aufforderung an die nunmehr 42-jährige Träumerin: Die «Gebäude» (Mehrzahl), die vorhandenen Denkgebäude bedürften einer Renovation, die Erfahrungen des Lebens (Früchte) seien in eine Form zu bringen, damit sie «haltbar» werden, die Kräfte (Vorräte) seien wirksamer einzusetzen. Die Träumerin wird also von der «Klosterfrau» in der Traumsequenz in Pflicht genommen.

18.10.1978

KlosterKlausur

Im offenen Anhänger eines Bahnwagens stehe ich am hintersten und gefährlichsten Platz mit älteren Klosterfrauen. Wenn diese sich an mich festklammern, würde die Sache noch gefährlicher für mich, 728

18.10.1978

KlosterKlausur

Klosterfrauen stehen hier für eine Form von Bescheidenheit und Bedürfnislosigkeit, die sie in der «Welt» unsichtbar und hilflos machen. Auf der Subjektebene interpretiert, steht die Abwehr von «klösterlich» bescheidenen Aspekten für einen gesunden Selbstschutz. Auf der Objektebene könnte die Sequenz auf den Skandal hinweisen, dass Frauen bezüglich öffentlicher Dienstleistungen derart schlecht behandelt werden, dass sie existenziell gefährdet sind. - Die Sequenz weist zudem auf einen Loyalitätskonflikt hin: Soll die Träumerin für sich einen besseren Platz erkämpfen und die «älteren Klosterfrauen» hinter sich lassen, oder soll sie sich mit den Hilflosen solidarisieren und möglicherweise selber in deren Hilflosigkeit verfallen und dadurch die eigene Existenz gefährden?

26.12.1980

KlosterKlausur

Weil Klosterfrauen aus einem Haus geschaut haben und die Türe gerade offen steht, rette ich mich in deren Haus. In unterirdischen Stollen war ich von grölenden Männern als eine leichte Beute betrachtet worden, 792

26.12.1980

KlosterKlausur

Hier treten «Kloster» und «Klosterfrauen» in einer Schutzfunktion auf. Kloster und Klosterfrauen werden hier von der Träumerin als ein Ort wahrgenommen, der Eigenraum und Schutz vor männlichen Anpöbelungen und sexuellen Ansprüchen verspricht. Die Sequenz könnte auch auf ein neues Verständnis für die Vorteile von Frauengemeinschaften und Frauensolidarität hinweisen.

12.01.1986

KlosterKlausur

Unter den Klosterfrauen fällt mir eine Schwester namens «Klarissa» auf. Auch ihre jugendliche Frische und intensive Präsenz fallen mir auf, 868

12.01.1986

KlosterKlausur

Bei dieser «Klosterfrau» fällt der Name «Klarissa» auf, der auf einen «klaren Geist» hinweisen könnte. Diese Auffassung wird verstärkt durch den Zusatz «jugendliche Frische». Diese Beschreibung entspricht nicht dem üblichen langweiligen Bild einer Klosterfrau, und es stellt sich unwillkürlich die Frage, wie sich eine solche Klosterfrau habe entwickeln können. Die Sequenz gibt darüber leider keine Auskunft. Trotzdem ist die Botschaft eine überaus tröstliche: Selbst in einer vermeintlich aussichtslosen Situation oder innerhalb hinterwäldlerischen Institution sei es möglich, eine günstige Entwicklung durchzumachen. Dies soll sich die Träumerin hinter die Ohren schreiben und entsprechend handeln.

06.03.1995

KlosterKlausur

Ich habe mich im Stockwerk geirrt und werde in ein unteres Stockwerk geführt. Dort werde ich von einer Klosterfrau empfangen, 960

06.03.1995

KlosterKlausur

Die «Klosterfrau» symbolisiert hier eine Lebensauffassung, die sich unterscheidet vom Karriere- und Aufstiegsdenken. Die Sequenz scheint der Träumerin mitzuteilen, dass auch sie ihren «Ort» noch zu weit «oben» sucht, und dass sie in Wirklichkeit zu den «Klosterfrauen» gehört, also zu einem meditativen und reflektierenden Arbeits- und Lebensstil. Dazu könnte auch ein Leben in anspruchslosen Verhältnissen gehören (unteres Stockwerk).

04.04.2001

KlosterKlausur

Die zwei Klosterfrauen, denen ich begegne, scheinen zu ihrem Pflanzgarten oder zu einem Bauplatz einer kirchlichen Institution unterwegs zu sein, 991

04.04.2001

KlosterKlausur

Diese «Klosterfrauen» befassen sich explizit mit kirchlicher Erneuerung (Bauplatz einer kirchlichen Organisation). Ferner mit einer Erneuerung im geistigen und spirituellen Bereich (Pflanzgarten). Als wäre es die Folge der Sequenz 868 und jene mit der Nonne «Klarissa», die auf neuartige Einsichten bezüglich des geistig religiösen Lebens schliessen liess, redet die vorliegende Sequenz von einem tatkräftigen Handeln.

19.10.2002

KlosterKlausur

Die Leiterin einer Institution für jugendliche Mädchen scheint Klosterfrau zu sein sowie Ausländerin. Die Frau will mir ihren Namen nicht sagen, 999

19.10.2002

KlosterKlausur

Eine Klosterfrau, die ihren Namen nicht sagen will, könnte auf der Subjektebene als Ausdruck von besonders tief verborgenen Seelenschichten und Inhalten verstanden werden, für die die Träumerin noch keine «Namen», keine Begrifflichkeit oder Erklärung gefunden hat.

26.11.1958

WeitereGebäude

Mein Bruder N. soll ins Gefängnis eingesperrt werden. Die Gründe sind nicht klar. Daher verhelfe ich ihm zur Flucht, 9

26.11.1958

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Weltweit gesehen ist das Gefängnis ein Ort von Enge und Einschränkungen. Ins Gefängnis können allerdings nicht nur Kriminelle geraten, sondern auch Menschen, die sich politisch renitent oder engagiert verhalten. Eine Form von «Gefängnis» sind «Glaubensvorschriften» und «Lehren» aller Art, wie Religionen, Weltwirtschaftslehren, Philosophie, Psychologie, da deren Lehrgebäude eine glaubende Gefolgschaft verlangt und Nichtglaubende bestraft. - Die Sequenz gibt keine Auskunft, in welche Art von Gefängnis der «Bruder» der Träumerin eingesperrt werden soll. Aber das Gespür der Träumerin sagt, es handle sich um eine willkürliche Aktion aufgrund von undurchsichtigen Vorschriften. - Der «Bruder» liesse sich auf der Subjektebene als ein zur Träumerin gehörendes eigenständiges «Männliches» verstehen, dem sie ihren Schutz angedeihen lässt (sie hilft ihm zur Flucht), obgleich ihr dies aus traditioneller tiefenpsychologischer Sicht nicht zusteht.

19.06.1959

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Auf dem See steht eine Art Hütte, die mehr Schutz gegen ein Unwetter anzubieten scheint als unsere Zelte. Aber die Hütte stellt sich als ein Floss mit leeren Kisten als Boden heraus, die unverbunden nebeneinander stehen, 34

19.06.1959

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Es gibt verschiedene Arten von «Hütte». In einer einfachen Holzhütte kann man sich durchaus beheimatet und vor Unwetter und Sturm geschützt fühlen, nicht aber in einer Hütte, die sich schliesslich als ein schlecht zusammengefügtes Floss auf einem See erweist. Auf der Objektebene verstanden, könnte die Floss-Hütte eine Institution oder Person darstellen, die von weitem als ein schützender Ort (vor geistig/seelischen Stürmen) erscheint, sich aber von der Nähe besehen als das Gegenteil entpuppt.

19.07.1959

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Das kleine Kraftwerk am Fluss weist eine gefährliche Stelle auf. Eine Frau hilft mir, die Schäden notdürftig zu beheben, 56

19.07.1959

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Die Bedeutung des «Wasserkraftwerks» besteht in der Herstellung von Energie aus fliessendem Wasser, wobei «Wasser» in der Symbolik für das «Lebenswasser» steht, aus dem alles Leben kommt. Nun stellt die Sequenz eine «gefährliche Stelle» bei diesem Kraftwerk fest, was heisst, dass der Energiezufluss, die Lebensfreude oder Lebenskraft gefährdet ist. Gefährlich wird ein solcher Zustand aber erst, wenn sich die Frau auf ein solches «Kraftwerk» als ihre einzige Energiequelle stützt. Diese Gefahr besteht besonders bei Frauen, die ihr Leben und Energiesystem auf die Beziehung zu einem Mann abstützen, anstatt primär ihre eigenen Quellen und Fähigkeiten wahrzunehmen und zu pflegen. - Die Träumerin scheint sich dieser Gefahr bewusst zu sein, indem sie erstens bemüht ist, die «gefährliche Stelle» zu beheben, obgleich vorerst nur «notdürftig», und indem sie dies, zweitens, mit einer anderen Frau zusammen tut, sich also auf eine Zusammenarbeit mit Ihresgleichen einlässt. - Zu dieser Zeit (Juli 1959) war die Träumerin dabei, ein kleines Kinderheim einzurichten, um es mit einer Freundin zusammen zu führen.

14.11.1959

WeitereGebäude

In der «Psychiatrie», in der ich mich zwei bis drei Jahre aufgehalten zu haben scheine, entdecke ich eine Türe und gehe nach draussen, 102

14.11.1959

WeitereGebäude

Die «Psychiatrie» bezeichnet ein öffentliches Gebäude, das einerseits für die Behandlung und Heilung von psychisch erkrankten Menschen zuständig ist, anderseits den Ort, an dem Frauen zu dieser Zeit (1959) in ihre weibliche Rolle zurück gedrängt wurden. - Die vorliegende Sequenz beinhaltet die erfreuliche Botschaft, die Träumerin habe sich von einengenden psychiatrischen Vorschriften und Meinungen frei machen können. Sie habe im Theoriegefüge (Psychiatrie-Gebäude) einen Passus entdeckt, der ihr das Verlassen dessen Vorschriften ermöglicht. Das bedeutet, die Träumerin habe an Autonomie gewonnen und einen grossen Schritt in die Selbständigkeit getan.

29.02.1960

WeitereGebäude

An den Wolkenkratzer, in dem meine Mutter wohnt, ist ein Holzschuppen mit Schlupfloch angebaut. Ich bin ein zirka 7-jähriges Mädchen und gelange durchs Schlupfloch ins Haus der Mutter, 129

29.02.1960

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Wolkenkratzer und Holzschuppen: Der Gegensatz dieser zwei Gebäude könnte nicht grösser sein. Das eine ist ein gigantisch hohes und anonymes Wohnhaus, das andere winzig und nicht fürs Wohnen eingerichtet. Auf der anderen Seite scheinen sie sich zu ergänzen, indem das kleine Mädchen einen angepassten Zugang in ein Gebäude bekommt, das ihm ansonsten unheimlich vorkommen müsste. Dem Wolkenkratzer, der auf den ersten Blick als gigantisch und anonym erscheint, wird in unerwarteter Weise unterstellt, darin seien «mütterliche» Qualitäten zu finden, was auf der Objektebene auf eine gesellschaftlich verstandene «Mutter» hinweisen könnte, speziell für weibliche «Kinder». Als eine solche gesellschaftliche Mutter könnte bspw. Iris von Roten angesehen werden, die zu dieser Zeit als eine Schweizerische Simon de Beauvoir die unerfreuliche gesellschaftliche Situation der Frauen anprangerte und auch Anregungen zu deren Überwindung gab. Dies tat sie übrigens auf «hohem Niveau» (Frauen im Laufgitter, BN 2). Der Holzschuppen dagegen, der wie der Stall zum Bereich der «Tiere» gehört, dürfte auf der Subjektebene den zu dieser Zeit gefühlsmässigen Zustand der Träumerin darstellen, wobei das «Schlupfloch» besagt, dass es ihr trotzdem möglich sei, einen Zugang zur feministischen Sichtweise zu finden.

10.08.1960

WeitereGebäude

Im öffentlichen Frauenabort stehen gegen zwanzig WC-Schüsseln nebeneinander. Dies stört mich. Der Abort ist auch eine Art Treibhaus, 1016.

10.08.1960

WeitereGebäude

Der Abort ist der Ort, wo der menschliche «Output», die Entleerung, stattfindet. Für C.G.Jung ist der Lokus ein schöpferischer Ort, denn er stellt den schöpferischen «Ausdruck» dar, den Jung im analen «Machen» sieht. So verstanden, stellt der öffentliche Abort ein Ort für die Produktion männlicher Geistestätigkeit dar. Analog könnte ein «Frauenabort» besagen, dass den Frauen nun ebenfalls ein öffentlicher Ort für ihre Geistestätigkeit zur Verfügung stehe, oder dass mindestens der Wunsch nach einem solchen Ort vorhanden sei. Allerdings käme zu diesen positiven Deutungen aufgrund der Anzahl WC-Schüsseln eine andere hinzu. Denn der Hinweis auf eine quantitative Schaffenskraft scheint die Tendenz zu kritisieren, weibliche Produktion über einen Leisten zu schlagen, sie nicht als individuelle Schöpfung anzuerkennen, sondern als diffuse «weibliche Kreativität» zu verallgemeinern und somit letztlich auch zu vermindern (Frauen seien «von Natur aus» kreativ). Jedenfalls fühlt die Träumerin bereits im Traum ein Unbehagen über die quantitative Anordnung des weiblichen «Ausdrucks». - Ein solcher oder ähnlicher Sachverhalt könnte der Träumerin vor Augen geführt werden.

02.08.1961

WeitereGebäude

Vor einer Irrenanstalt werde ich von sechs Männern in einen Kampf verwickelt. Fünf Männer lassen von mir ab, als ich sage, ich hätte für zehn Kinder meines Kinderheims zu sorgen, 157

02.08.1961

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Die «Irrenanstalt» ist eine nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für eine psychiatrische Klinik. Dem Wortsinn nach dürfte die Bezeichnung «Irrenanstalt» für «irregeleitete» Ideen oder Denkgebäude stehen, die von Männern stammen. Zur Irrenanstalt gehören nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern die psychologischen Theorien zu Gesundheit und Krankheit von Frauen und Männern. - Vermutlich fühlt sich die Träumerin durch deren «irregeleiteten» Ideen handgreiflich bedroht und angegriffen, wobei die Zahl Sechs die Stärke dieser Angriffe bezeichnen. Interessant ist, dass alle Männer bis auf einen einzigen von den Angriffen ablassen - als Folge der Mitteilung, dass die Frau sich der Versorgung von «Kindern» widmet und zwar Kindern von anderen Personen. - Auf der Objektebene verstanden könnte dieser Sachverhalt bedeuten, dass die Frau für diese Männer (oder für einen einzelnen Mann) nunmehr geeignet scheint, die Anima-Rolle zu übernehmen, wobei der weiter kämpfende Mann ein Ausdruck von Zweifeln an dieser Hoffnung darstellen könnte. Wichtig scheint mir, dass sich die Träumerin dem Kampf dieser Männer stellt und nicht ausweicht.

12.09.1973

WeitereGebäude

Ich befinde mich in einem Raum mit vielen Büchern. Es ist vermutlich eine Bibliothek, 643

12.09.1973

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Die Bibliothek ist ein Raum mit sehr vielen Büchern. Bücher symbolisieren nach Barbara Walker intellektuelle Freiheit (ID-Buch 801, 175). Die Bibliothek, die vielen Bücher, stellen ein gesammeltes und vielgestaltiges Wissen von anderen Menschen dar. - Derlei vielgestaltiges Wissen scheint für die Träumerin faszinierend und wichtig zu sein und die Bücherei ein wesentlicher Ort für die Entwicklung einer geistig/seelischen Freiheit.

26.06.1978

WeitereGebäude

Der Leiter des Pastoralsoziologischen Instituts verweist auf treffende und verständliche Formulierungen in einer neuen Bibel. Er verweist zudem auf eine Lücke in der Übersetzung, 723

26.06.1978

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Das Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen befasst sich mit neuen Formen der Vermittlung der Bibel, aber auch mit Interpretationen der Bibel, die dem heutigen theologischen Wissen sowie den Erfahrungen der «Gläubigen» entsprechen. Was die «Lücke» in der Bibelübersetzung bedeuten könnte, darüber schweigt sich die Sequenz leider aus. Mit Sicherheit kann jedoch gesagt werden, dass die Sequenz eine Kritik an der Bibel bzw. an Interpretation enthält, die zum Beispiel wesentliche Auslassungen aufweisen bezüglich der Überlieferung über die Stellung der Frau im Alten Israel: Zum Beispiel die Gnosis und die gleichberechtigte Stellung der Frau in deren Praxis (Anne Jensen: Gottes selbstbewusste Töchter, BN 757, sowie Gerda Weiler: Das Matriarchat im Alten Israel, BN 78).

19.12.1985

WeitereGebäude

Ich suche eine Gebärklinik für eine schwangere Frau. Aber plötzlich ist unklar, ob eine Frau oder ein Tier schwanger ist, 865

19.12.1985

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Die «Gebärklinik» ist ein Ort, in der Frauen ihre Kinder gebären oder «auf die Welt bringen» können. Im Unterschied dazu gebären, bzw. «werfen» Tiere ihre Jungen im Stall oder wo sie sich auch gerade aufhalten. Es ist nicht gleichgültig, ob es sich in dieser Sequenz um ein menschliches oder tierisches weibliches Wesen handelt, dem eine Geburt bevorsteht. Die Sequenz redet lediglich von der Gemeinsamkeit jener Wesen, die schwanger werden und gebären können, führt aber nicht aus, was dies bezüglich ihrer Behandlung bedeuten würde. Trotzdem: Die Träumerin könnte aufhören, nach einer Klinik Ausschau zu halten. Ein Tierwesen würde ziemlich sicher ohne Komplikationen gebären und das von ihr Geborene abnabeln können. Vielleicht ist es genau dies, was die Sequenz der Träumerin mitteilen will. Auf der Subjektebene verstanden, steht die «Geburt», die Sichtbarwerdung eines lange vorbereiteten geistigen Inhaltes bevor. Und als Ausdruck ihrer «Tierseele» alias der seelischen Tiefenschichten, könne diese ohne besondere Vorkehrungen erwartet werden.

25.04.1997

WeitereGebäude

Im Museum befindet sich eine weibliche Mumie. Bei näherem Hinsehen entpuppt sie sich als eine blühende junge Frau. Der Wärter sagt, ich solle ihr ein normales Leben ermöglichen, 987

25.04.1997

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Das Museum ist ein Ort, in dem Kunstwerke und andere für Wert befundene Gegenstände aufbewahrt werden. Dies gilt grundsätzlich auch für die weibliche Mumie. Aber was ist mit ihr passiert? Der Arzt Paracelsus meinte: «Das Leben, wahrlich, ist nichts anderes als eine Art einbalsamierter Mumie, welche den sterblichen Körper vor den sterblichen Würmern bewahrt» (ID-Buch 1202, 309). Im Sinne von Paracelsus würde die Mumifizierung der jungen Frau (die sich als eine lebendige und sogar «blühende» Frau erweist, sobald man sich mit ihr näher einlässt) besagen, dass dies vielleicht ihre einzige Möglichkeit war, sich vor den «Würmern» in den frauenfeindlichen Theorien und Strukturen zu schützen. Das «normale Leben», das die Träumerin dieser Frau ermöglichen soll, könnte darin bestehen, ein gesellschaftliches Umfeld mithelfend zu gestalten, in dem auch sensible und verletzliche oder verletzte Frauen «normal» leben können. Und das heisst, auch Strukturen mitzugestalten, in denen Frauen ihre geistigen Bedürfnisse befriedigen können, wie dies in dem in «Mythologie» erwähnten grossen Musentempel in Alexandrien der Fall war, der eine Kunstschule und zugleich eine Universität war.