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Symbolkategorie HandelnVerhalten

29.10.1958

Bewegung

Im Restaurant gibt es Musik. Eine Frau fordert mich zum Tanzen auf, ich lehne ab. Ein Mann geht auf die Aufforderung ein und ich ärgere mich, 4

29.10.1958

Bewegung

Der Tanz ist Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude, dennoch muss die Ablehnung des «Tanzens» nicht grundsätzlich Ablehnung bedeuten. Möglicherweise ist der Zeitpunkt für das Tanzen verfehlt. Alles hat seine Zeit: Tanzen, Arbeiten, Trauern hat seine Zeit. Dass Frauen miteinander «tanzen» könnten, also Lebensfreude miteinander teilen, zusammenleben oder sich gar lieben könnten, war zu dieser Zeit ganz undenkbar. - Aus heutiger Sicht könnte die Sequenz darstellen, dass die Träumerin nicht wagte, sich mit einer Frau zu verbinden und Lebensfreude mit ihr zu teilen.

07.02.1959

Bewegung

Ich tanze ekstatisch, nachdem ich einige Beeren lange gekaut habe und mich dadurch erfrischt fühle, 21

07.02.1959

Bewegung

In psychologischer Sprache stellt der ekstatische Tanz das vitale Erleben wie auch das sexuelle Erleben dar, sowie das Erleben von Ganzheit, Beisichsein und Allverbundenheit, das damit einhergehen kann.

02.06.1959

Bewegung

Beim Schwimmen rette ich mich durch den Sprung auf ein Eisengerüst vor einem gefährlichen Wasserfall, 30

02.06.1959

Bewegung

Der «Sprung» aufs Eisengerüst steht für ein aktives Verhalten verbunden mit äusserster Konzentration, Energie und Präzision, um sich aus einer gefährlichen Lage zu befreien, sei diese auf der Subjektebene oder Objektebene.

23.06.1959

Bewegung

Ich springe von Baumstamm zu Baumstamm, die im See liegen, wie ich es schon in der Kindheit tat, 38

23.06.1959

Bewegung

Das spielerische Springen «wie ein Kind» erinnert ans biblische Wort: «Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich eingehen.» Das Springen steht hier für eine freudvolle Aktivität, die spontan aus Körper und Seele erfolgt ohne Zweck, ausser vielleicht sich an der eigenen Geschicklichkeit zu freuen, denn das Springen über die im Wasser liegenden Baumstämme birgt ein gewisses Risiko in sich. Das Holz gerät beim Springen in Bewegung, die Sprünge müssen sehr rasch erfolgen, wenn man nicht ins Wasser fallen oder zwischen oder unter die Baumstämme geraten will. Das Gelingen der Sprünge weist auf der Subjektebene auf instinktsichere Aspekte hin. Psychoanalytisch symbolisieren Baumstämme das männliche Sexualorgan, womit das Springen von einem zum Anderen leicht den Verdacht von Vielmännerei erwecken könnte. Bei dieser Deutung ist zu beachten, dass die negative Beurteilung durch die Psa. von patriarchalen Vorstellungen ausgeht.

15.07.1959

Bewegung

Ich renne zusammen mit anderen Leuten hinter dem Tram her, weil es an der Station vorbeigefahren ist. Ich hätte mich nicht so beeilen müssen, da es nicht an den Ort fährt, den ich erreichen will. Ein junger Mann meint, dass ich noch besser laufe als er, obgleich er ein guter Läufer sei, 49

15.07.1959

Bewegung

Der schnelle Lauf ist hier eine zielgerichtete Bewegung, aber sie führt letztlich doch nicht zum Ziel. Das schnelle Laufen an sich stärkt die Kondition, und so schadet es nicht, gelegentlich Umwege in Kauf zu nehmen. Der Läuferin bringt der schnelle Lauf zudem ein unerwartetes Lob ein. Gelegentliche Umwege können sinnvoll sein, weil wir auf solchen Wegen Erfahrungen machen, die das zielgerichtete Gehen und Handeln nicht mit sich bringen. Ein zielgerichtetes Handeln führt auch nicht immer zum gewünschten Resultat. Ein totaler Einsatz aller Kräfte beim «Gehen», so meine Erfahrung, kann sich in beiden Fällen in einem tieferen Sinn lohnen.

30.07.1959

Bewegung

Ich klettere auf alten Tannen und Föhren herum, springe von Baum zu Baum und von Ast zu Ast und erreiche sie manchmal nur knapp, 63

30.07.1959

Bewegung

Das Klettern und Springen von Baum zu Baum ist eine unkonventionelle und zugleich gefährliche Bewegung der Vitalität. Gefährlich sind die Bewegungen, weil die Äste oft nur knapp erreicht werden, und die Bäume, auf denen geklettert wird, «alt» sind und die Äste brechen könnten. Die Sequenz könnte die Warnung beinhalten, die Risikobereitschaft der Träumerin bezüglich vitaler Bedürfnisse könnte zu weit gehen.

10.08.1959

Bewegung

Ich hüpfe und springe in übermütiger Stimmung im Wald. Dabei fällt mir der Geldbeutel aus der Hand, 69

10.08.1959

Bewegung

Das Hüpfen und Springen in übermütiger Stimmung drückt spontane und urtümliche Lebensfreude aus. Allerdings könnte der «Übermut» auf die Gefahr hinweisen, dass eine Übersteigerung dieser Freude zum Verlust eines anderen wichtigen Lebensbereiches führen könnte: Der Träumerin fällt der Geldbeutel aus der Hand, der ein Garant für die materielle Lebenssicherheit darstellt. - Die Traumsequenz enthält eine Warnung: Die Bewegungsfreude, der Anspruch auf Vitalität darf nicht dazu führen, den Gelderwerb in den Hintergrund zu schieben oder gar zu vernachlässigen.

19.11.1959

Bewegung

Ich tanze im Jung-Institut wie in Trance nach einem Wiener Walzer. Danach bekomme ich eine Liebeserklärung , 104

19.11.1959

Bewegung

Die Metapher «Tanzen» könnte hier als Einverständnis mit den angebotenen Inhalten des Jung-Instituts verstanden werden. Das Vorhandensein von «Tanzmusik» könnte besagen, die Träumerin habe das Gefühl, die Hoffnung oder die Gewissheit, an diesem Ausbildungs-Ort werde das vitale Erleben nicht ausgeklammert, sondern akzeptiert und ermöglicht.

04.01.1960

Bewegung

Durch das Schwimmen im Dorfbach wird schlammiges trübes Wasser nach oben gespült, 113

04.01.1960

Bewegung

Das Schwimmen stellt eine vitale, freudvolle und gesunde Bewegung dar. Die Sequenz weist jedoch darauf hin, dass diese Bewegung unerwartete Folgen haben kann. Vordergründig scheint alles klar und harmlos (Dorfbach, klares Wasser), hintergründig ist nichts klar (trübes Wasser), die Dinge können nicht mehr klar gesehen und auseinander gehalten werden. Altes, Trübes kommt nach.

06.01.1960

Bewegung

Weil ich vortanzen soll, zittere ich vor Wut. Später fühle ich mich in der Wut wie geborgen und beginne wild zu tanzen, 114

06.01.1960

Bewegung

Der «wilde Tanz» entspringt hier einem Wutgefühl. In dieser Sequenz wird das Wutgefühl sozusagen in eine anerkannte Form gebracht (ekstatisch tanzen) und nicht «abgelenkt». Erika Wisselinck schreibt in ihrem Buch «Anna im goldenen Tor» über das Wutgefühl folgendes: «Ein heisser Schwall unkontrollierbarer Wut schoss in Anna hoch. In dieser Wut fühlte sie sich wieder wie als junge Frau: stark und kämpferisch» (ID-Buch 1265, 128). - Diese Erfahrungen mit dem Wutgefühl sind bemerkenswert und sehr schön, und später wird die Psychotherapeutin Roswitha Burgard ihr Buch «Mut zur Wut» schreiben (ID-Buch 42). - Die Sequenz redet von der Erfahrung, dass in der Wut eine grosse Kraft verborgen liegt, die als Kraft im Körper gefühlt wird sowie in Mut und vitale Handlungen umgesetzt werden kann. Zudem wird die Träumerin orientiert, dass sie im Wutgefühl eine spezielle Art von «Geborgenheit» erfahren könne.

22.10.1965

Bewegung

Ein Mann kriecht auf der Strasse auf allen Vieren und ist dankbar, dass er nach einem Unfall wenigstens noch kriechen kann, 359

22.10.1965

Bewegung

In der Gruppe «Bewegung» ist das «Kriechen» kaum mehr als eine richtige Bewegung erkennbar. Aber nach einem schweren «Unfall», der vielleicht tödlich hätte verlaufen können, wird das Kriechen als eine hoch schätzenswerte Bewegung erkennbar. Das Gefühl der Dankbarkeit des Verunfallten entspringt offensichtlich einer tiefgreifenden Lebenserfahrung, die sein Lebensgefühl grundlegend verändert hat. - Die Sequenz vermittelt auf der Subjektebene, die Träumerin habe eine schwerwiegende Erfahrung gemacht, die sie in eine schwere Depression gebracht habe. Das «Kriechen» bedeutet, dass sie emotional zwar noch «am Boden» ist, dass aber die Lebensgeister wieder erwachen, wenn auch nur langsam und mühsam.

13.12.1965

Bewegung

Mit einem Sprung rette ich mich aus einem reissenden Bach, 372

13.12.1965

Bewegung

Der Sprung ist hier Ausdruck von Kraft. Es handelt sich zudem um einen geglückten Rettungssprung, denn ein reissender Fluss steht für eine lebensgefährliche Situation.

10.09.1967

Bewegung

Bei einer jüngeren Frau fallen mir deren rhythmisch schönen Bewegungen auf. Sie kommt von der Feldarbeit und wirkt auch lebensstark, 480

10.09.1967

Bewegung

Die «rhythmisch schönen Bewegungen» der Frau werden mit dem Hinweis verbunden, sie komme von der «Feldarbeit», wie wenn diese Arbeit die Ursache für die rhythmischen Bewegungen und Lebensstärke bilden würde. Meine Erfahrung ist, dass Feldarbeit tatsächlich die Eigenschaft haben kann, Körper und Seele zu bewegen und lebendig zu machen. Dies aber nur, wenn die Arbeit mit den seelischen Dimensionen in Berührung gebracht werden kann. - Die Sequenz möchte der Träumerin vielleicht mitteilen, dass auch anstrengende Arbeit uns lebendig zu machen und in Übereinstimmung mit unserem Inneren und «Eigenen» zu bringen vermag.

07.11.1967

Bewegung

Ich bin in Wettkämpfe zwischen Frauen geraten und gewinne mehrmals, obgleich die Frauen ziemlich grösser und kräftiger sind. Ich denke, dies sei wegen flinken Bewegungen und Reaktionen von meiner Seite möglich geworden, 497

07.11.1967

Bewegung

Körperliche Kampfbewegungen waren zu dieser Zeit für Frauen undenkbar und noch undenkbarer waren Wettkämpfe zwischen Frauen. Als Metapher könnten diese Kämpfe unterschiedliche Vorstellungen über das Frausein und Frauenrollen beinhalten. Der Hinweis auf die Beschaffenheit der Frauen (die eine beweglich und rasch, die anderen viel grösser und kräftig), besagt, dass auch Frauen sich ganz erheblich voneinander unterscheiden und dass wir uns hüten sollten, alle in den selben «Topf» zu werfen.

27.05.1968

Bewegung

Beim Schwimmen nehme ich helfend ein Kind an die Hand. Es hatte zu schwimmen versucht und war am Untergehen, 525

27.05.1968

Bewegung

Ein schwimmendes Kind an die Hand zu nehmen, steht für ein rettende Handreichung in einer Situation von Orientierungslosigkeit. Auf der Subjektebene symbolisiert ein Kind Gedanken, Gefühle und Tätigkeiten im Stadium einer sensiblen und schwierigen Entwicklungsphase. - Die Sequenz teilt mit, dass sich die Träumerin in einer Situation befindet, in der sie «schwimmt» und unterzugehen droht, dass aber Kräfte vorhanden sind, um diese Gefahr abzuwenden.

06.08.1968

Bewegung

Mit einer Art Schwimmbewegungen fliege ich zu einem efeubewachsenen zirka 100 Jahre alten Haus, 529

06.08.1968

Bewegung

Das Fliegen ist hier eine körperliche Tätigkeit analog der Bewegungen beim Schwimmen. Bezüglich des Fliegens kennen wir die «Höhenflüge» im Sinne von «Geistesflügen», während das «Schwimmen» in dieser Sequenz sehr stark mit Anstrengung und Zielgerichtetheit verbunden zu sein scheint.

19.07.1975

Bewegung

Ein grösseres Mädchen zeigt mir den Stand ihres Kunstturnens. Einige Figuren zeigen eine für ihr Alter hohe Stufe des Könnens, 679

19.07.1975

Bewegung

Das Kunstturnen entspringt einerseits einer spontanen vitalen Lust nach Bewegung, anderseits dem Bestreben, sich in Geschicklichkeit zu üben und weiter zu entwickeln, im Sinne von Freude an einer Erweiterung von Lebensmöglichkeiten. Die Metapher könnte auch als Ausdruck einer freudvollen und zunehmenden Geschicklichkeit in der «Seelenkunst» der Psychotherapie verstanden werden (die Träumerin ist seit mehreren Jahren im Bereich Psychotherapie tätig).

01.11.1977

Bewegung

Im Spiegel nehme ich kunstvolle Bewegungen und Figuren wahr und merke, dass sie durch die Bewegung meiner Hände entstehen, 708

01.11.1977

Bewegung

Die «Bewegung der Hände» weist auf eine spezielle Form des Handelns hin, im Unterschied zu Bewegungen, die mit dem ganzen Körper ausgeführt werden (tanzen, schwimmen, springen, tauchen). Speziell ist zudem, dass die Bewegungen nur im «Spiegel» gesehen werden. Aus psychologischer Sicht hat die «Spiegelung» mit Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung zu tun. Aus der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung resultiert einerseits die Entdeckung von unbekannten Seelenteilen in uns, anderseits das Begreifen und Verstehen anderer Menschen und der Welt überhaupt. Die Selbstwahrnehmung führt zu einer «Bewegtheit» der Seele, die Carola Meier-Seethaler als die Fähigkeit zur «Allverbundenheit» bezeichnet bzw. zur Verbundenheit mit der «Weltseele».

12.12.1985

Bewegung

Mutters Psyche ist in Bewegung. Sie spaziert durch die Jahre, vom Altsein zu Jungsein und umgekehrt. Dies spiegelt sich jeweils in Körper und Mimik 860

12.12.1985

Bewegung

Diese «Bewegung» geht von der Psyche aus, die als ein Spaziergang durch die Psyche und als ein «Gang durch die Jahre» bezeichnet wird. Die Bewegung von «alt zu jung» und umgekehrt bezeichnet ein vitales Geschehen, das über das hinaus geht, was wir in der Regel unter einem «Blick zurück» verstehen. In dieser Sequenz ist der ganze Körper ins Geschehen einbezogen, der «Gang durch die Jahre» drückt sich als eine belebende Bewegung in Körper und Mimik aus. Die Sequenz weist auf die Erfahrung hin, dass Alter nicht nur eine Frage der Lebensjahre, sondern eine Frage des Umgangs mit diesen Jahren ist. Sie redet ferner von einer Möglichkeit, unsere Körper und Seelen lebendig zu erhalten.

07.05.1987

Bewegung

Ich lasse einen Teil von mir mit einem Erdrutsch mitgehen, weil ich gern wüsste, was unten vor sich geht, 889

07.05.1987

Bewegung

Auch das «Rutschen» ist eine Bewegung, die in dieser Sequenz teils aktiv teils passiv vor sich geht (mitrutschen). Die Sequenz sagt, die Träumerin überlasse sich einem Erdrutsch, weil sie wissen möchte, was «unten» vor sich geht. Das Wort «Erdrutsch» weist auf eine gewaltige, nach unten drängende Bewegung in die Tiefenschicht der Psyche hin. Das aktive Verhalten innerhalb dieser Bewegung weist jedoch darauf hin, dass die Träumerin sich dieser Bewegung nicht mit Haut und Haaren ausliefern möchte, sondern nur gerade so weit, als sie sicher sein kann, den Bezug zum «Oben» des Bewusstsein zu behalten. 889

23.08.1987

Bewegung

Meine verstorbene Tante O. steigt an Fensterbalkonen auf und ab. Meine Mutter lobt die Geschicklichkeit ihrer Schwester, was mich überrascht, 897

23.08.1987

Bewegung

Das «Aufsteigen und Absteigen» an Fensterbalkonen ist eine ziemlich unübliche Art der Bewegung. Immerhin erweist sich diese Bewegung als ein Grund für Anerkennung und sogar Lob von unerwarteter Seite, von einer ihrer «Schwestern». - Auf der Objektebene könnte diese Schwester für eine «Schwester» auf gesellschaftlicher Ebene stehen und auf die Notwendigkeit hinweisen, dass Frauen einander Bestätigung und Lob geben könnten und sollten, insbesondere auch für spezielle Leistungen.

21.12.1958

DienenDienst

Eine junge Frau muss mit dem Dienstpersonal ihrer Familie essen, nachdem sie einer anderen Frau geholfen hat. Ich tröste sie. Ich selber gehöre halb zur Familie, halb zum Dienstpersonal, 12

21.12.1958

DienenDienst

Das Wort «Dienstpersonal» steht hier für Degradierung und Sanktionierung. Es wäre der Frage nachzugehen, für wen oder was die «Familie» steht, die sich anmasst, die Träumerin zu degradieren und zu sanktionieren.

03.06.1959

DienenDienst

Meine Arbeit im Landdienst wird geschätzt, aber schlecht entlohnt. Ich sage den Leuten, ich wolle die Stelle nicht mehr antreten, 32

03.06.1959

DienenDienst

Der Dienst auf dem Land oder für das «Land» steht für eine gesellschaftlich notwendige Arbeit, die aber, ebenso wie Hausarbeit zuunterst in der Hierarchie angesiedelt ist. Die Träumerin ist sich ihres Wertes bewusst und nicht mehr gewillt, sich in die unterste Ecke abschieben zu lassen.

13.12.1963

DienenDienst

Ich betreue eine Schar Kinder. Daher gelte ich bei der Kriegsmacht als nützlich. Andere Frauen bekommen die Todesspritze, 262

13.12.1963

DienenDienst

Die Sequenz redet von der Betreuung von «Kindern», die nicht die eigenen Kinder sind. Nur dank dieser Arbeit an «fremden Kindern» wird die Frau als gesellschaftlich «nützlich» und somit als «lebensberechtigt» betrachtet. Die «fremden Kinder» stehen vermutlich für männliche «Produkte» und Produktionen, denen die Frau in unserer patriarchalen Gesellschaft dienstbar zu sein hat. Die Sequenz redet von einer «Kriegsmacht», die sich mitten in unserer Gesellschaft etabliert habe und den Frauen sage, was sie zu tun habe, wenn sie ein Lebensrecht haben wolle. - Auf die Objektebene bezogen, vermitteln die Tiefenschichten der Träumerin ein krasses und bedrückendes Bild der gesellschaftlichen Situation und ihrer Position innerhalb dieser Gesellschaft. Auf der anderen Seite vermittelt die Sequenz, dass sie dank ihrer Arbeit mit Kindern vor Repressalien geschützt ist, wenigstens im Moment.

10.03.1964

DienenDienst

Angrenzer meines neuen Landstücks reden von gegenseitiger Hilfe. Es kommt mir aber vor, man erwarte Hilfe vor allem von meiner Seite, 272

10.03.1964

DienenDienst

Die Gegenseitigkeit der Dienstleistungen würde die Hierarchisierung des Dienens aufheben. Die Träumerin misstraut jedoch den Aussagen der «Angrenzer» und Zweifel daran, dass die Sache so gemeint ist. Sie täte gut daran, ihr Gefühl des Misstrauens, ihr «Gespür», ernst zu nehmen.

26.09.1964

DienenDienst

Ein Mann drückt mir ein Gesangsbuch in die Hand. Ich soll bestimmte Worte nach einer bestimmten Melodie mit ihm zusammen singen oder eine Melodie, die mit der seinen harmoniert, 289

26.09.1964

DienenDienst

Hier kommt eine spezielle Art von «Dienst» ins Blickfeld, nämlich der «Anima-Dienst», der von der Träumerin gefordert wird. Jung sieht das «Weibliche» als «Dienstmagd» am Männlichen. Auch diese Sequenz enthält eine Warnung an die Träumerin bezüglich der Beschaffenheit einer heterosexuellen Beziehung.

14.02.1966

DienenDienst

Eine Stimme sagt lobend, ich hätte während sieben Jahren einem künftigen Priester gedient, 393

14.02.1966

DienenDienst

Der Dienst an einem «künftigen Priester» kann zweierlei bedeuten. Subjektstufig könnte der Dienst an den priesterlichen Aspekten der eigenen Seele gemeint sein. Auf der anderen Seite könnte die Sequenz kritisieren, die Träumerin erbringe, anstatt der eigenen «Sache» zu dienen, Dienstleitungen an der Sache eines Mannes.

05.12.1966

DienenDienst

Meine Mutter ist jetzt eine Frau meines Alters mit zwei Kindern und ich bin ihr Dienstmädchen, 435

05.12.1966

DienenDienst

Auch hier ist die Rede von einer Hierarchie, nun aber zwischen Frauen. Subjektstufig könnte es hier um eine Hierarchie von spezieller Art gehen, zum Beispiel gegenüber der «Grossen Mutter» und ihren «Kindern», also um einen religiösen Dienst im Sinne der menschlichen Frühzeit.

03.07.1968

DienenDienst

Meine Hebamme droht mit Aufkündigung ihrer Dienste, weil ich mich aufs «eigene Gefühl» verlassen will. Ich sage ihr, ich käme auch allein zurecht, 527

03.07.1968

DienenDienst

Das Wort «Hebamme» bezeichnet einen geburtshelferischen Dienst, der hier aber als eine Position der Macht missbraucht wird. Anstatt die Gebärende in ihrer Eigenaktivität beim Geburtsprozess zu unterstützen, versteift sich die Hebamme darauf, ihre eigenen Vorstellungen oder vorherrschenden Lehren, wie geistig/seelische «Geburt» vor sich zu gehen habe, durchzusetzen. Auch die Psychotherapie versteht sich als ein geburtshelferische «Hebamme», denn sie soll zur «Geburt» der Selbstwerdung verhelfen. Aber auch viele Psychotherapeutinnen werden durch die vorherrschenden «Lehren», wie eine Selbstwerdung vor sich zu gehen habe, veranlasst, diese Lehren durchzusetzen, anstatt ihre Arbeit als geburtshelferischer «Dienst» am «Selberdenken» und Selberfühlen der Hilfesuchenden zu verstehen. - Die Sequenz scheint die Träumerin aufzufordern, stärker auf ihre eigenen Spürnisse zu hören und vermehrt auf ihre eigenen Fähigkeiten zu bauen.

05.09.1968

DienenDienst

Ich arbeite zum Teil als Bauernmagd, zum anderen Teil als Psychologin, 533

05.09.1968

DienenDienst

Die «Bauernmagd» gehört wie das Dienstmädchen zu den untersten weiblichen Dienstleistungsgruppen. Auf der anderen Seite beinhalten die Worte «Bauer» und «Bauernmagd», die mit «Mutter Erde» und dem Schaffen mit dieser Erde zu tun haben, auch etwas «Heiliges» und «Heilendes». So verstanden könnte die Arbeit als Bauernmagd die Arbeit als Psychologin ergänzen, im Sinne eines Gleichgewichtes von Körperarbeit und Geistesarbeit, die beide mit dem «Heilen» zu tun haben.

09.01.1972

DienenDienst

Einer heimatlosen Familie gegenüber habe ich mich zu Grosszügigkeit verpflichtet, aber sie nützt es aus, 613

09.01.1972

DienenDienst

Hier wird der «Dienst», der gewissermassen als religiöser Dienst am Eigentlichen und Wesentlichen des Lebens angeboten wird, als ein Dienstbotendienst interpretiert und in Anspruch genommen. Die Sequenz enthält den Rat an die Träumerin, sich besser abzugrenzen.

12.09.1984

DienenDienst

Ich suche «mein Zimmer», das früher ein Dienstmädchenzimmer war. Ich will nun Brauchbares mitnehmen, darunter ein Tagebuch, 842

12.09.1984

DienenDienst

Das Dienstmädchenzimmer symbolisiert einen der untersten Plätze der Hierarchie weiblicher Dienste. Dabei fällt auf, dass dieser Dienst in den Augen der Träumerin nicht nur negative Aspekte enthält, sondern auch «Brauchbares», das in einen anderen Arbeitsbereich «mitzunehmen» sich lohnt. Speziell erwähnt wird ein Tagebuch, also die Aufzeichnungen aus der Dienstmädchenzeit, die «Geschichte» und Reflexionen dieser Geschichte. - Genau genommen könnte der Wert eines zeitweiligen Daseins als Dienstmädchen im Einblick in andere Familien mit ihren anders gearteten Weltsichten, Lebens- und Verhaltensweisen und Gewohnheiten bestehen, so zum Beispiel der unterschiedliche tägliche Umgang miteinander, die Essgewohnheiten, die Bekleidung, das Freizeitverhalten, die Art der Einrichtung und Möblierung des Hauses oder der Wohnung, die Art der vorhandenen Bücher, die Maximen für die Kindererziehung etc. Dies gilt allerdings nur, wenn diese Umstände in ihren Unterschieden wahrgenommen und in der Erinnerung irgendwie festgehalten werden. Das Tagebuch könnte als ein Symbol für derlei Erinnerungen stehen, wobei die Träumerin dazu aufgefordert wird, deren Wert zu erkennen, nämlich die Erweiterung an Menschenkenntnis und Welterfassung aus allernächster und ungeschönter Perspektive.

30.06.1996

DienenDienst

Eine befreundete Psychotherapeutin sagt, ihre Tochter wolle nun Diplomatin werden, 973

30.06.1996

DienenDienst

Der Begriff «Diplomatin» kann sowohl die Absicht ausdrücken, sich in «diplomatischem» Verhalten zu üben, angepasster oder «schlau und gewandt» vorzugehen, oder aber in die Sphäre der «höheren Dienste» eintreten zu wollen.

05.09.1958

EssenTrinken

Ein ausgehungerter junger Mann verspeist in einem Restaurant unglaublich grosse Mengen, 2

05.09.1958

EssenTrinken

Aus Jungscher Sicht stellt der junge Mann auf der Subjektebene den «Animus» der Frau dar, verstanden als deren «geistige Aspekte», die hier als «ausgehungert» bezeichnet werden. Der Hunger und der grosse Essensbedarf der Frau betrifft also «geistige» Nahrung (Wissen, Information, Bildung). Die Frage, warum eine Frau geistig derart ausgehungert sein kann, ist aus der Zeit zu verstehen (1958), in der Frauen in extremer Weise auf «weibliche Werte» verwiesen wurden mit dem Hinweis, diese Werte würden verloren gehen, wenn Frauen studieren und berufstätig sein wollten. - Die Sequenz scheint die Träumerin auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen. In der Jungsche Psychotherapie vermisst sie Sättigung.

07.02.1959

EssenTrinken

Es ist Hungersnot. Ich entdecke einen Beerenstrauch und esse einige Beeren. Nachdem ich die Beeren lange gekaut habe, fühle ich mich erstaunlich satt, 21

07.02.1959

EssenTrinken

Das Wort «Hungersnot» steht für eine Situation des Mangels im geistig/seelischen Raum und bezeichnet ein gesellschaftliches Problem. Im Unterschied dazu stellt das Auffinden von «Beeren» ein individuelles Engagement in der Suche nach «Nahrung» dar. Die Nahrungsquelle, von der diese Sequenz spricht, ist zwar sehr knapp bemessen, könnte aber unter Umständen den Hunger trotzdem stillen. Zudem wird gesagt, wie dies möglich wäre: Die Nahrung (Beeren) müsste lange «gekaut» werden. Die knapp bemessene geistig/seelische «Nahrung» müsse also lange bedacht werden (kauen). Eine lange Beschäftigung mit nährenden Inhalten lasse mit der Zeit deren tieferen Gehalt erspüren und gebe so die Möglichkeit sich diese in persönlicher Weise anzueignen. Ein solches Vorgehen vermöge den Geist und die Seele ungeahnt zu erfrischen und zu sättigen. - Auffallend ist die Art der Nahrung, sie stammt nicht aus menschlicher Küche, sondern von «Mutter Natur», die eine ganz direkte und unmittelbare Quelle des Wissens und der Erkenntnis darstellt. Dies gilt sowohl für die äussere als auch für die innere «Natur» (Psyche) der Menschen, also für das eigene Denken und Fühlen, das selbstbestimmte Erfahrungen möglich macht. - Die Sequenz stellt einerseits den Hunger der Träumerin nach geistig/seelischer Nahrung und einen Mangel an solcher Nahrung fest, anderseits erhält sie von ihren Tiefenschichten einen realistischen Rat, was sie dagegen tun kann.

31.05.1959

EssenTrinken

Ich bekomme schlecht schmeckende Speisen zu essen, 29

31.05.1959

EssenTrinken

Einige Monate zuvor war von Nahrungsmangel (Hungersnot) die Rede (21), hier wird von «schlechten» Speisen berichtet, die beide den geistig seelischen Bereich betreffen. Gemeint sind zum Beispiel minderwertige und frauenschädigende Theorien, die serviert werden, um Frauen von ihrem Hunger nach wirklich nährendem Wissen und echter Erkenntnis abzuhalten. - Die Tiefenschichten bringen also das Thema geistige «Nahrung» erneut auf, die sowohl bezüglich der Quantität als auch der Qualität unbefriedigend sei.

04.03.1960

EssenTrinken

Zwei Flaschen Wein stehen geöffnet auf dem Tisch. Ich schenke mir ein halbes Glas Wein ein, 131

04.03.1960

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Sich selber Wein einzuschenken verstehe ich als Ausdruck einer aktiven Haltung im Hinblick auf Lebensfreude und Erotik. Die zwei geöffneten Weinflaschen verweisen auf eine Situation, in der es der Träumerin möglich erscheint, sich ein Stück vom «Kuchen» des Lebens abzuschneiden, der sich möglicherweise als ein erotisches Verhältnis darstellen könnte.

02.08.1960

EssenTrinken

Ein Kätzchen schreit vor Hunger, während Milch und Rahm in kleinen Krügen auf den Tischen stehen, die für die Kaffee trinkenden Damen bestimmt sind. Ich ärgere mich über das Kätzchen, weil es sich nicht selber bedient, 134

02.08.1960

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Zu hungern, obwohl Nahrung im Überfluss vorhanden wäre - auch wenn sie anderen gehört - steht entweder für ein Überich, das sich nicht zugesteht, ungefragt an fremdem Überfluss teilzuhaben, oder für rigide äussere Vorschriften, die ein solches Vorgehen gänzlich unmöglich machen.

15.12.1961

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Von einem Wagen mit auffallend schönen Äpfeln und Gemüsen bekomme ich einen Apfel geschenkt. Einen zweiten Apfel nehme ich mir selber, 162

15.12.1961

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Die Sequenz könnte sich auf zwei Formen der erotischen Beziehung beziehen: Die eine Form könnte als eine «geschenkte» empfunden, die andere als eine Form der aktiven Aneignung verstanden werden, wobei die Frage ausgeblendet bleibt, ob die widerrechtliche Aneignung eines «Apfel des Lebens», der auf eine unverbriefte Beziehung hinweisen könnte, moralisch bedenklich sein könnte.

10.02.1964

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Mutter hat viele Tage lang weder gegessen noch getrunken. Sie war vermeintlich tot gewesen, erwacht nun aber aus einer Ohnmacht, 269

10.02.1964

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In der Sukzession ist die Frau, die viele Tage nichts gegessen und getrunken hat, folgerichtig gestorben. Dann erweist sich aber, dass sie ein Leben ohne «Nahrung» über einen Zeitraum überlebt hat, der in der Regel zum Tode führt. Die Symbolik weist auf eine Situation hin, die es nötig machte, über eine längere Zeit hinweg ohne geistig/seelische Nahrungszufuhr zu leben und übermittelt die tröstliche Botschaft, dass eine solche Situation nicht immer zu einem definitiven Untergang führen müsse.

10.03.1965

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Weil es in meiner Speisekammer genug Esswaren hat, lade ich unbesorgt alle anwesenden Kinder ein, 343

10.03.1965

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In der vorliegenden «Speisekammer» gibt es genug zu essen. Dabei fällt auf, dass sich diese Nahrung in der «Speisekammer» der Träumerin befindet und zwar in einer so grossen Menge, dass sie auch noch eine Schar Kinder davon ernähren kann. Die Speisekammer stellt hier geistig/seelische Nahrung dar, die einer Fülle der seelischen Tiefenschichten entstammen. Eine solche Fülle kann grundsätzlich in allen Menschen vorhanden sein, allerdings ist der Zugang zu dieser Fülle nicht selbstverständlich. - Die Sequenz könnte besagen, dass die Träumerin zu dieser Zeit zur seelischen Fülle einen Zugang besitzt, der zweifellos mit eigener Anstrengung zu tun hat, was aber keineswegs bedeutet, dass dieser Zugang nun immer gewährleistet sei.

22.10.1965

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Etwas Hartes ist in den trockenen Brei hinein gekocht, den ein behinderter Mann essen soll. Er soll sogar möglichst viel von dem sehr trockenen Brei essen, 359

22.10.1965

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Zu «Brei» assoziiere ich jenen Brei, der für kleine Kinder oder kranke Personen bestimmt ist. Das «Harte» im Brei symbolisiert etwas «Unverdauliches», und das Hineinkochen von Unverdaulichem widerspricht eigentlich dem Sinn von Krankenkost. - Auf der Subjektebene scheint die Sequenz mitzuteilen, dass der Träumerin zugemutet wird, eine Sache oder eine Situation zu akzeptieren, die eigentlich inakzeptabel oder unverdaulich ist, obgleich sich diese als etwas gesundheitlich besonders Wohltuendes darstellt. - Die Sequenz fordert die Träumerin auf, ein scheinbar harmloses Angebot oder eine bestehende Beziehung genauer unter die Lupe nehmen.

01.01.1966

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Mit anderen Leuten habe ich auf einem Berg Brote oder Grütze gebacken, 377

01.01.1966

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Das Backen von Broten und Grütze könnte hier bedeuten, dass Frauen jene vollwertige «Nahrung» selber herzustellen vermögen und auch herstellen müssen, die sie zum Leben benötigen. Eine solche vollwertige Nahrung könnte für jenes Brot stehen, das in der biblischen Rede als das «Brot des Lebens» bezeichnet wird.

12.05.1967

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Von oben kann ich sehr viele Früchte sehen, obgleich meine Mutter meinte, dieses Jahr gebe es wenig Obst, 463

12.05.1967

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«Von oben» die Früchte zu sehen, symbolisiert einen übergeordneten Standpunkt, dem zufolge die realen Verhältnisse überhaupt wahrgenommen werden können. Beispielsweise werden die geistigen Früchte und Erzeugnisse von Müttern - wer damit auch immer gemeint sein mag - nicht wahrgenommen, obwohl sie vorhanden sind.

21.08.1992

EssenTrinken

Aus dem Familiengarten trage ich einige Sachen ins Haus, unter anderem eine halbvolle Weinflasche, 939

21.08.1992

EssenTrinken

Hier wurde offensichtlich eine Mahlzeit von der gehobenen Art abgehalten, und auch der «Wein» fehlte nicht. Die Hungerzeiten sind vorbei, die Träumerin ist gesättigt, die geistig/seelischen Bedürfnisse nach Wissen und Erkenntnis scheinen gestillt, und auch die Lebensfreude (Wein) kommt nicht zu kurz.

05.09.1958

GeheimVerbergen

Ein junger Mann wirft mir vor, ihn oder sein Geheimnis verraten zu haben, 2

05.09.1958

GeheimVerbergen

Was könnte das «Geheimnis» eines durchschnittlichen jungen Mannes in der Mitte des 20. Jahrhunderts beinhalten, das er durch eine Frau verraten fühlt? Die Vermutung liegt nahe, dass seine Sensibilität und Verletzlichkeit sichtbar gemacht wurde, denn das war es, was junge Männer in dem damals extrem patriarchalen Umfeld nach dem zweiten Weltkrieg nicht haben und nicht zeigen durften. Sensibilität galt als eine Art Krankheit, die man bekämpfen musste. - So verstanden würde der Vorwurf auf der Subjektebene der Träumerin gelten. Sie selber sei dabei, ihre Sensibilität und Verletzlichkeit zu verbergen und schliesslich zu glauben, sie stellten eine Art Krankheit dar, die man bekämpfen müsse, wenn sie im Berufsleben bestehen wolle.

15.01.1959

GeheimVerbergen

Vermummte Männer klemmen Leute ein, als ob es zufällig wäre. Sie verstehen sich als Geheimpolizei, 15

15.01.1959

GeheimVerbergen

Dem Kontext ist zu entnehmen, dass die Träumerin einige Tage später notiert, sie habe sich zufolge inakzeptabler Deutungen ihres Therapeuten ins Tagebuch zurückgezogen. Dies vermutlich im deutlichen Gespür, dass sie gegen diese Deutung, die durch die Jungsche Theorie abgesichert und zugleich in ihrer Absicht verschleiert wurde, nicht aufkommen könnte (Chronik 11).

13.07.1959

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Ein Bauer zeigt mir seinen neuen Traktor mit versenkbarem Führersitz. Er will mir damit imponieren,46

13.07.1959

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Beim Vorzeigen des neuen Traktors, der über einen versenkbaren Führersitz verfügt, der mit Stolz vorgeführt wird, könnte es darum gehen, dass ein Mann (Bauer) gegenüber der Träumerin einen Führungsanspruch hat, diesen Anspruch jedoch nicht wahrhaben oder verbergen will.

01.08.1959

GeheimVerbergen

Ein junger Mann vermutet den Schlüssel zu einem Geheimnis bei mir. Aber ich werfe den alten Schlüssel fort, und er geht ihn suchen, 64

01.08.1959

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Die Suche nach dem «Schlüssel» zu einem weiblichen Geheimnis, könnte hier Ausdruck eines unangebrachten männlichen Neugierverhaltens sein.

21.10.1959

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Mit anderen Frauen zusammen soll ich im Film über Christenverfolgung mitwirken. Ich habe das Gefühl, dass die Frauen unter Vorgabe eines Filmwerks real gequält würden und möchte weglaufen, 93

21.10.1959

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Diese Sequenz weist auf das Problem von ideeller Vorgabe und anders gearteter Realität hin. Das Drehbuch gibt vor, es gehe um die Darstellung eines religiös verstandenen und gestalteten Lebens und Erleidens im Sinne der Hingabe an eine «Passion», während die Realität den Verdacht auf andere und verborgene Gründe aufkommen lässt. Eine «Passion» kann eine mit «Leidenschaft» verbundene Sache bezeichnen oder aber eine leidenschaftlich intensive erotische Beziehung, die mit «Leiden» verbunden sein könnte. Auffallend ist, dass die befürchteten heimlichen «Quälereien» Frauen betreffen. - So oder so scheint die Sequenz eine Warnung an die Träumerin zu enthalten. Sie soll ihrem «Gefühl», ihrem Gespür (oder den Spürnissen, wie Annegret Stopczyk sagt) stärkere Beachtung schenken. Sie soll genau hinsehen, welche Rolle und welche Leiden ihr bei dieser Passion zugedacht sind. Das Wort «Verfolgung» kann auf der Objektebene ein Bedrängtwerden durch eine Meinung oder Überzeugung bedeuten oder auf eine noch stärker bedrängende Indoktrination hinweisen.

26.04.1961

GeheimVerbergen

Das uneheliche Mädchen der leitenden Psychologin am IAP (Frau Schnewlin) soll verborgen in einem Heustadel aufwachsen, weil deren Vater das Kind nicht anerkenne, 149

26.04.1961

GeheimVerbergen

Die uneheliche Tochter der Psychologin steht für das eigenständige Denken, Fühlen und Erkennen, das verborgen werden muss, weil eine solche Eigenständigkeit von männlicher Seite nicht geduldet oder anerkannt wird. - Die Träumerin scheint erfahren zu haben, dass sie ihre geistigen Interessen (Psychologie) vor einem ihr nahe stehenden Mann verbergen muss, damit sie ungestört leben und wachsen können.

26.01.1962

GeheimVerbergen

Ein geisterhaftes Männchen hat eine Art geheime Kräfte. Es versperrt Strassen und kontrolliert Autos, 170

26.01.1962

GeheimVerbergen

Die «verborgene» Kraft ist hier negativ besetzt, sie ist einsperrend und kleinkariert. Die Kontrollfunktion des Protagonisten ist anmassend. Auf der Objektebene symbolisiert das «geisterhafte Männchen» jene Anmassung des Patriarchats, das Denken als eine Sache der Männer und des männlichen «Geistes» zu vereinnahmen. Diese Sicht wurde auch innerhalb der Jungschen Psychotherapie vertreten.

02.11.1962

GeheimVerbergen

Um vor der Familie zu verbergen, dass ich schwanger bin, trage ich eine weite Schürze, 218

02.11.1962

GeheimVerbergen

Bei der Schwangerschaft, die verborgen werden muss, geht es vermutlich erneut um das Verbergenmüssen der weiblichen Denkkraft, die wieder im «Wachsen» ist, wie in 149.

03.11.1962

GeheimVerbergen

Ein Fabrikbesitzer versucht heimlich, seine Tochter zur Mitarbeit in seinem Geschäft zu beeinflussen. Aber sie weint, weil sie einen Beruf lernen wollte, 221

03.11.1962

GeheimVerbergen

Dass die heimliche Beeinflussung der Frau von einem Mann ausgeht, ist nicht zufällig. Immerhin wagt der Mann nicht mehr so offen zu verlangen, die «Tochter» oder eine andere Frau habe ihre Arbeitskraft in den Dienst seiner Sache und seiner männlichen Produktion zu stellen (Fabrik).

29.08.1963

GeheimVerbergen

Eine 91-jährige Frau wirft mir vor, ich hätte ihr Geheimnis verraten. Ich hatte ihre Suizidabsicht durchschaut und verhindert, 237

29.08.1963

GeheimVerbergen

Es ist schwierig, das «Geheimnis» einer 91-jährigen Frau zu entziffern. In Zusammenhang mit dem Kontext wäre an «alte» Positionen bezüglich der Theorien über die Geschlechter und ihr Verhältnis zueinander zu denken. Auf der Subjektebene könnte die Sequenz auf depressive Gefühle hinweisen, die bis zur Suizidabsicht reichen.

03.12.1967

GeheimVerbergen

Ein Klient von mir wird von Erinnerungen an Krieg und Kriegserlebnisse überfallen. Er scheint diese bisher verheimlicht und verdrängt zu haben. Ich weiss, dass er sich eine neue Identität zugelegt hat, 504

03.12.1967

GeheimVerbergen

Etwas zu verheimlichen oder zu verdrängen ist nicht ganz dasselbe: Die Verdrängung geht tiefer. Nach meiner Erfahrung muss die Psychotherapie den Frauen und Männern zugestehen, unerträgliche Erlebnisse aus der Erinnerung zu verdrängen, so dass diese Menschen überhaupt existieren können. Es braucht Zeit, bis grosse Erschütterungen wirklich wahrgenommen und ertragen werden können. In einer Psychotherapie in traumatische «Geheimnisse» eindringen zu wollen, kann eine tiefe Depression auslösen oder sogar zu einer gänzlichen Lebensunfähigkeit führen.

03.03.1980

GeheimVerbergen

Ich verberge mein Tagebuch unter Zeitungen, weil Spione ins Haus gekommen sind, 769

03.03.1980

GeheimVerbergen

Das Verbergen des Tagebuches steht für das Bedürfnis, den eigenen Tiefenschichten, den widersprüchlichen Gefühlen und dem eigenen «Schaffen» den Schutzraum zu geben, der nötig ist, um das eigene Denken und Fühlen zunächst ohne Selbstzensur wahrzunehmen und zu beschreiben, es in aller Offenheit wachsen zu lassen und es zu entwickeln.

20.10.1959

GottesDienst

Im Obergeschoss eines Einfamilienhauses finden Gottesdienste und Konzerte statt, 92

20.10.1959

GottesDienst

Dieser «Gottesdienst» findet in einem ganz anderen Rahmen statt als der spätere von Sequenz 217, nämlich im «Obergeschoss» eines «Einfamilienhauses» , das ein Symbol für das Selbst, für das Subjekt darstellt. Im selben Raum finden auch «Konzerte» statt, die für das Schöne und Musische stehen.

26.10.1962

GottesDienst

Ich nehme an einem Gottesdienst teil, aber die Predigt geht nicht in meine Ohren ein, 217

26.10.1962

GottesDienst

Der vermeintliche «Gottesdienst» wird hier zu einem Dienst an einem Männergott, wenn er von der «Predigt» eines patriarchalen Mannes begleitet wird. Objektstufig redet diese Sequenz von einer weiblichen Strategie, sich einer solchen Predigt zu entziehen: Sie lässt die Predigt nicht in ihre Ohren ein. Diese Strategie kann unbewusst stattfinden, es handelt sich um einen wirksamen Selbstschutz, der zu empfehlen ist.

23.02.1964

GottesDienst

Während eines Gottesdienstes werde ich von einem Priester in die hinteren Reihen verwiesen, 270

23.02.1964

GottesDienst

Frauen werden in der «Kirche», im religiösen Bereich, in die «hinteren» Reihen verwiesen, das heisst in den untergeordneten Rang. Die Rangordnung wird hier, auf der Objektebene verstanden, von einem Mann hergestellt. - Die Träumerin nimmt diesen Sachverhalt wahr.

29.10.1958

HeiratHochzeit

Ich habe Lust auf Beischlaf. Aber der junge Mann reagiert nicht, 4

29.10.1958

HeiratHochzeit

Dass eine Frau ihre Lust auf Beischlaf so direkt spürt und sich sogar einzugestehen wagt, ist zu dieser Zeit (1958) irritierend. Nur schon die Vermutung, ein solcher Wunsch und «der erste Schritt» könnte von der Frau ausgehen, ist nach Ansicht der Tiefenpsychologie unerhört.

29.07.1960

HeiratHochzeit

Ein junges Mädchen sagt zu ihren Eltern und zum älteren Verehrer, sie wolle ihn nicht heiraten. Nun fürchtet sie seine Rache, 132

29.07.1960

HeiratHochzeit

Eine Heirat abzulehnen, heisst nicht unbedingt, die Sexualität an sich abzulehnen. - Die vorliegende Sequenz bringt die gesellschaftliche Meinung zur Sprache, der Anspruch älterer Männer auf sehr junge Frauen sei berechtigt und natürlich. Dies könnte der Grund sein, warum die junge Frau befürchtet, die Ablehnung des Heiratsantrages könnte zu Racheimpulsen beim Abgelehnten führen. - Die Sequenz redet von einem nichtkonformem Denken und Verhalten einer jungen weiblichen Person, und dass sie darum fürchtet, ausgegrenzt zu werden. - Die Ablehnung scheint mir Ausdruck einer selbstbestimmten Weiblichkeit der Frau zu sein, die aber möglicherweise mit unangenehmen Konsequenzen zu rechnen habe. - Die Träumerin soll sich fragen, ob sie bereit und fähig sei, derlei Konsequenzen auf sich zu nehmen und insbesondere, für wen oder was die älteren Menschen (Eltern und Verehrer) stehen.

26.01.1961

HeiratHochzeit

Man will mich mit einem Mann verheiraten, der allen Leuten, die ihm im Spital begegnen, in den Bauch boxt, 145

26.01.1961

HeiratHochzeit

Dass es sich ein Mann ausgerechnet in einem Spital leisten kann, den Leuten in den Bauch zu boxen und zu verletzen, weist erstens auf den öffentlichen Raum des Geschehens hin, zweitens, dass dieses «Spital» den Auftrag des Heilens nicht erfüllt, drittens, dass die Aggression geduldet wird, weil sie von einem Mann ausgeht, der vermutlich das Sagen hat oder Definitionsmacht in dieser Institution ausübt. - Das Symbol des Spitals, verstanden als eine Ausbildungsstätte für Heilberufe und ausgestattet mit männlicher Definitionsmacht, könnte der Träumerin mitteilen, dass sie keine andere Wahl, als in den sauren Apfel zu beissen, wenn sie die Berechtigung zu einem Heilberuf erlangen will. Die Rede von der «Heirat» beinhaltet, dass die Studierenden auch die groben und verletzenden Theorien gewisser männlicher Theoretiker internalisieren (heiraten) müssen.

15.05.1963

HeiratHochzeit

Ein 12-14-jähriges Mädchen soll heiraten. Sie will aber nicht, sie möchte noch ausgehen und tanzen, 235

15.05.1963

HeiratHochzeit

In dieser Sequenz erfolgt erneut eine klare Absage ans Heiraten, wie in Nr. 132. Die Absage geht von einem «Mädchen» aus, das eigentlich noch ein Kind ist (sie ist 12- bis 14-jährig), sodass die Erwartung, dass sie heiraten soll, obszön wirkt. Dass das Mädchen so klar weiss und sagt, warum sie (noch) nicht heiraten will, ist erfrischend und weist auf eine intakte Gefühlswelt und Vitalität hin.

09.10.1963

HeiratHochzeit

Das Hochzeitsritual in der Kirche wird von einem Priester ohne Andacht ausgeführt. Ich kämpfe mit ihm, 246

09.10.1963

HeiratHochzeit

Nach viermaliger Ablehnung einer Heirat ist hier von Hochzeit die Rede bzw. von einem kirchlichen Hochzeitsritual, dass in seiner Ausführung nicht den Erwartungen entspricht. Ort (Kirche) und Person der Handlung (Priester) weisen auf den öffentlichen Raum bzw. auf die Objektebene hin. Die Sequenz beharrt auf «Andacht» bzw. auf intensive seelische Präsenz und Aufmerksamkeit für das Geschehen, das in der menschlichen Frühzeit ein sakrales und ekstatisches Geschehen war (Tempelschlaf, Heilige Hochzeit). - Die vorliegende Sequenz zeigt eine Frau, die sich auflehnt gegen patriarchale Ehevorstellungen, wobei der Rat der Tiefenschichten lautet, sie solle zugunsten einer Änderung der patriarchalen Ehevorgaben kämpfen.

03.01.1966

HeiratHochzeit

Eine junge Frau soll in Weiss heiraten. Sie erscheint jedoch in altmodischen, abgetragenen Kleidern, 379

03.01.1966

HeiratHochzeit

Die Heirat in Weiss symbolisiert die Idee und Forderung, dass die Frau beim Eintritt in die Ehe ein unbeschriebenes «weisses Blatt» sei, das vom Ehemann beschrieben werden könne. Das heisst, sie solle sich vom Manne modellieren lassen. Eine Kollegin erzählte, ihre Mutter habe sogar ihre Handschrift ändern müssen, um von ihrem Mann (einem Basler Professor) akzeptiert und «geliebt» zu werden. - Auf der Subjektebene gesehen, weigert sich die «Braut», sich solchen Forderungen zu unterziehen. Sie tut das Gegenteil, was man(n) von ihr erwartet, um der Selbstentfremdung zu entgehen, die sie andernfalls unweigerlich treffen müsste. - Die Träumerin scheint sich in einer Situation oder einer Beziehung zu befinden, in der sie von Selbstverlust bedroht ist, diesen aber mit einem unüblichen Mittel erfolgreich abzuwenden versteht.

28.12.1966

HeiratHochzeit

Ein Mann sucht einen Platz für unser Hochzeitsbett neben halbtoten und toten Männern, die auf Holzgestellen liegen, 447

28.12.1966

HeiratHochzeit

Das Hochzeitsbett neben halbtoten Männern könnte auf eine ganz und gar unerfreuliche Situation für die Frau in einer eheähnlichen Verbindung oder Beziehung hinweisen.

22.08.1967

HeiratHochzeit

Die Hochzeit mit meinem Bruder B. steht bevor. Ich sage, er sei nicht der richtige Mann, 475

22.08.1967

HeiratHochzeit

Hier vermag sich die Träumerin deutlich abzugrenzen gegen eine Verbindung, die ihr nicht zusagt.

16.01.1971

HeiratHochzeit

Ich habe das Gefühl, mit einer Frau zusammen gewesen zu sein, auch sexuell. Dies habe nichts Anstössiges gehabt, 591

16.01.1971

HeiratHochzeit

Die Sequenz redet von Sexualität zwischen zwei Frauen. Sie tut dies aber sehr vorsichtig, erstens in Vergangenheitsform und spricht zweitens lediglich vom «Gefühl», es könnte ein sexuelles Zusammensein stattgefunden haben. Die Sequenz könnte als diesbezügliche Wünsche der Träumerin verstanden werden, die weder gedacht noch verwirklicht werden durften. Dass eine Frau das Zusammensein mit einer anderen Frau wünschen könnte, war zu dieser Zeit (1971) ganz undenkbar. Erst im Jahre 1993 konnte Barbara Gissrau ihr Buch «Die Sehnsucht der Frau nach der Frau» schreiben, in dem sie über «das Lesbische in der weiblichen Psyche» nachdachte. - Die Sequenz könnte auch den Wunsch nach geistig/seelischem Nahesein und gedanklichem Austausch mit einer Frau ausdrücken, die auch lustvolle Formen haben könnte. Die Träumerin könnte erfahren haben, dass Beziehungen zwischen Frauen keineswegs so unergiebig und uninteressant sind, wie uns beigebracht wurde und dass sie auch keineswegs die Beziehung zu Männern verhindern müssten. Frauenbeziehungen unterscheiden sich zu Heterobeziehungen darin, dass sie ausserhalb der Geschlechterhierarchie stattfinden und somit das Autonomiebedürfnis der Frau respektieren. - Die Sequenz könnte auch einen diesbezüglichen Wunsch ausdrücken.

14.11.1971

HeiratHochzeit

Nach der Heirat mit meinem Bruder K. sage ich, wir seien ein seltsam gegensätzliches Paar, 608.

14.11.1971

HeiratHochzeit

Diese Sequenz redet einerseits von einer Verbindung (Heirat) und gleichzeitig von einer Abgrenzung, indem die Sequenz feststellt, die Beteiligten seien in ihrer Art «seltsam gegensätzlich». - Auf der Subjektebene deutet diese «Heirat» auf eine zustandegekommene oder sogar geglückte Koexistenz zwischen gegensätzlichen Aspekten der Träumerin, seien dies Gefühle, Interessen oder Tätigkeiten, während es auf der Objektebene auch um ein Beziehungsverhältnis gehen könnte, das weniger der Vorstellung von «Einheit» folgt, sondern eher der Devise von «leben und leben lassen» entspricht.

23.03.1972

HeiratHochzeit

Ich bin seit kurzem verheiratet und kann die Badewanne nicht benützen, weil sie voll schmutziger Wäsche ist, 619

23.03.1972

HeiratHochzeit

Der Hinweis, die Träumerin sei seit kurzem verheiratet, scheint erklären zu wollen, warum die Badewanne voll mit schmutziger Wäsche ist und sie nicht baden kann. Die schmutzige Wäsche steht für jene Probleme, die sich in der Symbol-Figur «HeiratHochzeit» bis hierher dargestellt haben und nach Wahrnehmung und Reflexion verlangen. - Die Sequenz führt der Träumerin die typische Konstellation einer patriarchalen «Ehe» vor Augen, und scheint zudem zu sagen, dass sie sich selber in einer solchen Situation befinde (obgleich sie real nicht verheiratet ist), diesen Sachverhalt solle sie wahrnehmen, reflektieren und allenfalls ändern.

10.04.1973

HeiratHochzeit

Ein Mann, den ich nur schattenhaft wahrnehmen kann, richtet Papiere für unsere Hochzeit. Ich gerate in Panik, 633

10.04.1973

HeiratHochzeit

Das Symbol «Heirat» verbunden mit der Bezeichnung «schattenhaft wahrnehmbarer Mann» weist auf eine nicht fassbare Beziehung hin. - Die Sequenz behauptet, die Träumerin befinde sich in einer asymmetrischen Beziehung, wobei die «Panik», die den tiefsten Tiefenschichten entstammen dürfte, die Träumerin aufrütteln und ihr zeigen soll, dass für sie eine solche asymmetrische Beziehungsform ganz ausgeschlossen sei.

26.10.1973

HeiratHochzeit

Ich soll meinen Bruder K. heiraten. Der Vertrag könne nicht rückgängig gemacht werden, 651

26.10.1973

HeiratHochzeit

Zwangsheirat mit einem «Bruder» könnte auf eine unerfreuliche reale Beziehung mit einem Mann hinweisen, den die Träumerin eher als einen ungeliebten «Bruder» denn als einen erwünschten Liebhaber wahrnimmt.

26.03.1977

HeiratHochzeit

Ein Diplomat will mich heiraten. Ich will aber nicht, weil ich mich gegen meinen Sohn entscheiden müsste, 693

26.03.1977

HeiratHochzeit

Eine «Heirat», die von der Frau verlangt, sich gegen einen «Sohn» zu entscheiden, bedeutet, ihre eigene Identität aufzugeben, auf ihr eigenes Denken und Fühlen zu verzichten, mit dem Selbst- und Persönlichkeitsverlust einverstanden zu sein. - Die Träumerin befindet sich in einer Situation, die zu Entscheidungen bezüglich ihrer höchsten Werte auffordert. Sie wird orientiert, sie sei von Selbstentfremdung oder gar Spaltung bedroht, wenn sie sich zugunsten eines Mannes gegen ihre Werte entscheide. Der Hinweis, der Mann sei «Diplomat», könnte bedeuten, er gehe in seinem Vorgehen oder in seinen Argumenten geschickt vor, um die Träumerin zur Übernahme seiner Vorstellungen von Heirat und Ehe zu bewegen.

30.10.1977

HeiratHochzeit

Ich habe meinen Bruder E. heiraten müssen und weine deswegen, 704

30.10.1977

HeiratHochzeit

Im «Weinen» drückt sich eine emotionale Hilflosigkeit bezüglich der unfreiwilligen Verbindung aus, aber ebenso eine vehemente Ablehnung dieser Verbindung.

25.06.2002

HeiratHochzeit

Ich weiss, dass ich mit einer Frau verheiratet bin und dass sie oder wir zusammen vier Kinder haben, 997

25.06.2002

HeiratHochzeit

Die «Heirat» mit einer Frau steht für eine nahe Verbindung mit einer Person gleichen Geschlechts. Indem die Heirat als eine Funktion gedacht wird, «eine Beziehung und die daraus hervorgehenden Kinder zu legitimieren» (Brockhaus 2004), könnte diese Sequenz nebst der Bedeutung der «Fruchtbarkeit» zwischen Frauen auf die Notwendigkeit hinweisen, diese Inhalte (Kinder) zu legitimieren, das heisst gesellschaftsfähig zu machen, bzw. auf Anerkennung zu pochen.

11.06.1962

LachenWeinen

Mein Bruder A. ist in den Bach gefallen. Er lacht nur und schwimmt weiter, bis er die Kälte nicht mehr aushält, 193

11.06.1962

LachenWeinen

Das «Lachen» über eine Situation, die man eigentlich sofort verlassen müsste (ins kalte Wasser fallen), könnte auf ein überkompensierendes Verhalten hinweisen, als eine Art «Trotz» gegenüber dem Schicksal und zugleich als eine Form von Training, um sich gegen weitere Missgeschicke zu wappnen.

13.07.1983

LachenWeinen

Ich befürchte in fassungsloses Weinen auszubrechen, weil die Klavierspielerin (Pianistin), die ich liebe, wegzügelt. So verzichte ich auf einen Abschiedsbesuch, 829

13.07.1983

LachenWeinen

Die Befürchtung, fassungslos zu weinen, deutet auf einen Zustand von Frustration und/oder einer Gefühlsstauung, dem unbedingt Beachtung geschenkt werden muss, weil Frustrationen und die gestauten Gefühle sonst an einem ungeeigneten Ort auszubrechen drohen.

25.12.1994

LachenWeinen

Frauen lachen vor dem Abort, in dem ich mich aufhalte. Sie können hinein sehen, da das Klosett erhöht steht, 955

25.12.1994

LachenWeinen

Lachende Frauen sind wie Musik, sofern sie nicht aus Schadenfreude lachen. Hier lachen sie, weil sie unmittelbar einen Blick ins Menschlichste vom Menschlichen werfen können: das Sitzen auf dem Abort. Auf der anderen Seite symbolisiert der Abort bzw. stehen die Exkremente als anale Produkte nach tiefenpsychologischer Auffassung für die geistige Produktion. Das Lachen der Frauen könnte die Befürchtung darstellen, dass ein bestimmtes geistiges «Produkt» abgewertet werden könnte.

19.06.1959

RasereiSturm

Beim Zelten wird es windig. Es scheint, dass Regen, Unwetter und Sturm aufkommen, 34

19.06.1959

RasereiSturm

Unwetter und Sturm stehen für einen emotionalen Aufruhr und für seelische Erschütterung. Die Träumerin scheint einen solchen Aufruhr zu befürchten und ist schlecht gewappnet.

30.10.1963

RasereiSturm

Auf einer Rutschbahn gelange ich in rasender Fahrt zum anderen Ufer, 250

30.10.1963

RasereiSturm

Die «rasende» Fahrt steht für äussere und innere Veränderungen, die in einem unheimlichen Tempo vor sich gehen und höchste Aufmerksamkeit erfordern, damit das seelische Gleichgewicht aufrecht erhalten oder wieder hergestellt werden kann.

19.08.1967

RasereiSturm

Draussen tobt ein Unwetter. Ich gehe trotzdem hinaus und suche dann Schutz in einem Holzschopf, 474

19.08.1967

RasereiSturm

Ein «Unwetter» bezeichnet eine Situation, in der es in einer Weise stürmt, blitzt und donnert, die es uns geraten sein lässt, zu warten, bis es vorbei ist. In dieser Sequenz geht die Träumerin trotzdem hinaus, vielleicht in der Meinung, das Leben verlange, dass man sich ihm aussetzt, um sich gegen Unbill abzuhärten und zugleich lebendig zu bleiben. Aber sie scheint einsehen zu müssen, dass ein «Unwetter» derart «wild» und heftig toben kann, dass sie unterwegs «Schutz» suchen muss. - Der Hinweis auf ein «Unwetter», verstanden als ein extrem stürmischer und emotional bedrohlicher Vorgang in einer Beziehung, könnte bedeuten, dass die Träumerin vor dieser Verbindung gewarnt wird. Ein emotionales Unwetter kann uns aus dem Gleichgewicht und aus der Bahn werfen.

31.12.1969

RasereiSturm

Während eines orkanartigen Sturms biegen sich im Miethaus, in dem ich wohne, die Wände derart beängstigend, dass ich fürchte, das Haus werde bersten, 1101

31.12.1969

RasereiSturm

Ein orkanartiger Sturm symbolisiert einen äusserst bedrängten, bedrängenden und auch gefährlichen emotionalen Zustand. Das Bild wird verstärkt durch den Hinweis, dass das Haus zu bersten droht. Das heisst, dass die Gefühlslage in einem derart desolaten Zustand ist, dass er zu kippen droht.

08.01.1989

RasereiSturm

Eine Frau schlägt wie in Raserei um sich, während die Enteignung ihres schönen Hauses samt Garten stattfindet. Sie wird von Ärzten in Tücher gewickelt, um sie vor Selbstverletzung zu schützen, 927

08.01.1989

RasereiSturm

Diese «Raserei» ist als ein Ausdruck höchster Verzweiflung zu verstehen. Das «schöne Haus mit Garten», verstanden als Symbol für das Eigene der Frau, das sie durch Enteignung verlieren soll, zeigt, dass es in dieser Sequenz um Sein oder Nichtsein ihrer geistig/seelischen Existenz geht. So gesehen ist der «Schutz», der ihr von ärztlicher Seite geboten oder vielmehr aufgezwungen wird, eine naive bis zynische Handlung. In «Tücher» gewickelt zu werden, stellt eine neue, noch schlimmere Unterdrückung weiblicher Selbstbestimmung dar (Arme und Füsse eingewickelt ).

30.05.1959

WaschenWäsche

Mein 17-jähriger Bruder G. soll auf dem Schulweg verschwunden sein. Mutter meint, ich solle auch noch in der schmutzigen Wäsche nach ihm suchen, 28

30.05.1959

WaschenWäsche

Die «schmutzige Wäsche» innerhalb einer Familie könnte die nicht beachteten, nicht verarbeiteten oder die verachteten Dinge darstellen. Die Idee, dass der «Schmutz» mit dem 17-jährigen «Schüler» zu tun haben könnte, lässt aufhorchen. Es könnte sein, dass dem «Schüler» die Rolle des «Sündenbocks» zukommt, weil er Interesse an öffentlich vermitteltem Wissen bekundet, anstatt den familiären Vorgaben zu folgen (er hat den «Schulweg» eingeschlagen).

05.09.1964

WaschenWäsche

Mutter übergibt mir ihre Wäsche zum Waschen. Ihr grosser Waschkessel habe nicht funktioniert, 281

05.09.1964

WaschenWäsche

Mutters grosser Waschkessel symbolisiert öffentlich vermittelte Lehren und Maximen, die sie via Religionsunterricht und weiblicher Sozialisation übernommen hat. Mit Maximen meine ich u.a. die Auffassungen über gut/böse, richtig/falsch, normal/abnormal , weiblich/männlich etc. Da nun diese Wertkategorien nicht mehr funktionieren, soll die Träumerin Mutters «Wäsche» mittels neuer Kategorien wieder gebrauchbar und tragbar machen. Das Symbolobjekt «Wäsche» steht hier in nahem Zusammenhang mit dem Symbol «Kleider», das für Identität steht.

03.01.1967

WaschenWäsche

Weil überall schmutzige Wäsche von anderen Leuten herumliegt, ärgere ich mich. Ich habe das Gefühl, ich müsse fast alle Arbeit allein machen, 449

03.01.1967

WaschenWäsche

Das Herumliegenlassen schmutziger Wäsche stellt vermutlich jenes unreflektiert selbstbezogene Verhalten dar, das Agnes Heller als partikulares Verhalten bezeichnet. Die Aussage, die Träumerin habe das Gefühl, sie müsse fast alle Arbeit allein machen, besagt, von ihr werde das Saubermachen und die Instandstellung dieser «Wäsche» erwartet. Dass sie sich nur «ärgert» anstatt etwas gegen diese Situation zu tun, zeigt ein Unvermögen, sich gegen derlei Zumutungen abzugrenzen. - Das Bild fordert die Träumerin auf, diesen Sachverhalt wahrzunehmen und Massnahmen zu ergreifen, anstatt sich nur zu «ärgern».

31.12.1987

WaschenWäsche

Ein Mann sagt, das Hemd meines 9-jährigen Sohnes rieche so gut, ich erkläre, es sei von Hand gewaschen, 914

31.12.1987

WaschenWäsche

Die Aussage, etwas sei «von Hand gewaschen» bedeutet einen individuellen Umgang mit Inhalten des sogenannten «Schattens», während das Waschen in einer «Maschine» jenen therapeutischen Umgang darstellt, der mittels etablierten Theorien und mittels vorgefertigten Deutungen alle Menschen über einen Leisten schlägt. Das «von Hand waschen» bezeichnet eigentlich das, was die feministische Psychotherapeutin Sabine Scheffler meint, wenn sie sagt, die Klientin sei Expertin bezüglich ihrer eigenen Wünsche, die Therapeutin hingegen Expertin bezüglich Vorschlägen, die von der Klientin «angenommen werden können aber nicht angenommen werden müssen». Das heisst, die Klientin soll nicht mit vorgefassten Deutungen und Meinungen zugedeckt und übergangen werden, sondern sie sei diejenige, die bestimmt, was für ihr Leben von Bedeutung ist.

01.11.1988

WaschenWäsche

In der Grossküche, in der eine Freundin am Waschen ist, kann ich meine eigene Wäsche mitwaschen, 922

01.11.1988

WaschenWäsche

Das Mitwaschen der eigenen Wäsche in einer «Grossküche» könnte bedeuten, dass das «Waschen», das Reflektieren und die Reflexion nicht mehr nur als eine private Tätigkeit verstanden und ausgeübt wird, sondern in Anwendung von neuen Denkweisen, die zu dieser Zeit (1988) aufgekommen waren (das Private sei politisch). - Mit diesen neuen Kategorien wurde es auch für die Träumerin möglich, das «Eigene» als einen Teil des öffentlichen Diskurses zu verstehen und einzubringen.

10.02.1959

Zügeln

Ich muss umziehen, weil das Wohnhaus abgebrochen werden soll, 24

10.02.1959

Zügeln

Hier wird nicht freiwillig «gezügelt», wobei die Erklärung, das bisherige «Wohnhaus» werde abgebrochen, einige Fragen aufwirft: Verlangt die vor wenigen Monaten begonnene Psychotherapie den Totalverzicht auf alle bisherige Beheimatung auf der Grundlage der bisherigen Identität? Verlangt sie die Übernahme des Menschenbildes und der Weltsicht der gewählten Psychotherapie-Richtung?

02.12.1965

Zügeln

Ich zügle in ein kleineres Haus, das näher beim Dorf liegt, 369

02.12.1965

Zügeln

Das «Zügeln» in ein kleineres Haus, das hier freiwillig geschieht, steht für den Rückzug in eine überschaubare Dimension im Sinne von Besinnung auf das, «was not tut» und auf das, worauf es im Prozess der Individuation letztlich ankommt. Das Wesentliche ist in der Regel einfach und schlicht und hat den Vorteil, dass es zu bewältigen ist. Dies heisst aber auch, dass auf manche Ansprüche oder Annehmlichkeiten verzichtet werden muss. - Die Sequenz erwähnt als einen Vorteil des Zügeln in ein «kleineres Haus», in einfachere Verhältnisse: Das vorgesehene Haus steht näher beim Dorf und das heisst auch, näher bei anderen Menschen. Es könnte sein, dass die Träumerin sich stärker zugehörig fühlen möchte zum Alltäglichen und zu anderen Menschen.

15.11.1966

Zügeln

Ich soll nach Zürich zügeln und die Möbel eines verstorbenen Onkels M. übernehmen. Ich weine verzweifelt, weil ich mich soeben wohnlich eingerichtet habe, 433

15.11.1966

Zügeln

Dieses «Zügeln» steht wie in 24 unter dem Zeichen von Zwang, wobei hier deutlich ein gutes und selbst erarbeitetes Zuhause aufgegeben werden müsste (sich soeben wohnlich eingerichtet). Schlimmer als das Zügeln ist die Nötigung, Einrichtungsgegenstände bzw. Werte und Auffassungen einer anderen Person übernehmen zu müssen. Mobiliar symbolisiert die geistige «Einrichtung», also die Weltbilder einer Person (Onkel). Der Begriff «Onkel» könnte eine Verwandtschaftsbeziehung zwischen zwei Personen bezeichnen, die nicht zur selben Generation gehören. Die «Verzweiflung» der Träumerin könnte die Nötigung zur Übernahme von persönlichkeitsfremden Werten betreffen, die unweigerlich zu Selbstentfremdung und Heimatlosigkeit führen würde.

03.01.1967

Zügeln

Ich zügle wieder in eine eigene Wohnung, weil ich in der Familie fast alle Arbeit allein machen muss, 449

03.01.1967

Zügeln

Bereits zwei Wochen nach dem schlechten Zügelergebnis von 443 ist hier von einem weiteren und besseren Zügeln die Rede. Eine «eigene Wohnung» ist gefunden, die Träumerin hat sich und ihre Eigenwelt wieder gefunden. Dieses Zügeln hat eine progressive Bedeutung. Es erfolgte freiwillig und die Träumerin erkennt auch den Ort, wo sie Heimat und Raum für eine eigene Identität findet.

18.11.1969

Zügeln

Ich bin in ein anderes Haus gezogen. Die Möbel sind schlicht und die Holzwände voller Bücher. Ich fühle mich wohl, 571

18.11.1969

Zügeln

Ein Jahr nach 541 ist wieder von einem erfreulichen Ergebnis von «Zügeln» die Rede. «Schlichte Möbel» sind vorhanden, die für Solides, Währschaftes stehen, die «Holzwände» strömen Wärme aus. Beides besteht aus Naturmaterial (Holz), das auf Naturverbundenheit hinweist, die eine spezielle Art von «Heimat» bedeutet, nämlich auf die Verwurzelung in «Mutter Natur» oder «Mutter Erde». Die Bücherwände könnten eine Art von Verwurzelung darstellen, die sich in einer vielgestaltigen Denkwelt und Gefühlswelt ausdrückt.

16.01.1975

Zügeln

Der gealterte Stalin will weiterhin Herrschaft ausüben. Ich entziehe mich ihm durch Zügeln, 1033

16.01.1975

Zügeln

«Zügeln» steht hier für ein Verhalten, das der «inneren Emigration» ähnlich ist, obgleich die Trennung äusserlich vollzogen wird. Man kann einer Situation, in der eine tyrannische Atmosphäre oder Herrschaft vorherrschend ist, am sichersten entgehen, wenn man den Ort verlässt (zügeln). Dazu gehört auch die Trennung aus einer autoritär erlebten Beziehung.

02.06.1976

Zügeln

Meine Freundin sagt, es sei Zeit zum Zügeln. Aber ich mag meine heimatlich eingerichtete Wohnung nicht verlassen, 688

02.06.1976

Zügeln

Keine Lust auf Veränderung, die Gegenwart scheint befriedigend zu sein.

29.09.1982

Zügeln

Ich weiss, dass ich ins Ritterhaus zügeln werde. Zugleich werde ich in der jetzigen Wohngemeinschaft Präsenz und Heimat behalten können, 816

29.09.1982

Zügeln

Ins schöne «Ritterhaus» zu zügeln, gleichzeitig aber «Heimat» im «Jetzt» zu behalten: Das ist die Lösung! Sie besagt, dass die Frau beim Sicheinlassen auf «Neues» das Erworbene nicht aufgeben sondern behalten soll. Und auch das Sicheinlassen in frühere Positionen und Beziehungen (Ritterhaus) dürfe nicht dazu führen, die erworbene Identität, die erworbene «Gestalt» aufzugeben,