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Symbolkategorie Verschiedenes

01.06.1962

Drei

Drei Brüder wurden durch einen 8-jährigen Knaben ermordet. Ein vierter Mann solle noch im Schlaf getötet werden. Aber Frauen beschuldigen mich, ich hätte die Männer ermordet, 190

01.06.1962

Drei

Diese Zahl Drei betrifft hier Männer. Diese werden hier aber nicht als Täter, sondern als Opfer dargestellt. Allerdings ist auch der Täter männlichen Geschlechts, wobei die Vorstellung, dass sich ein 8-jähriger Knabe als Männermörder betätigt, ziemlich absurd ist. Die Bibel berichtet zwar auch von einem Knaben, der gegen eine Männermacht antritt: David. Aber dieser David, der gegen Goliath antritt, ist bereits im Jünglingsalter. - Die vorliegende Sequenz berichtet, dass die Träumerin beschuldigt wird, sie sei in Wirklichkeit die Mörderin der drei Männer. Sie selber weiss im Traum, dass dies nicht stimmt, was besagen könnte, dass sie selber eine andere Sicht hat bezüglich des Sachverhalts und der Verhältnisse in unserer Gesellschaft.

11.06.1962

Drei

Drei Bäume sind vorzeitig kahl geworden, während daneben alles stark gewachsen ist. Ich will die Bäume fällen lassen, 192

11.06.1962

Drei

Die Zahl Drei betrifft hier vorzeitig kahl gewordene Bäume, die einen traurigen Anblick bieten. Aufgrund der reichhaltigen Baumsymbolik ist zu fragen, ob es richtig sei, die drei Bäume zu fällen. Sowohl in der menschlichen Frühzeit als auch in der Bibel begegnen wir dem «Baum des Lebens». Auch heute ist die Vorstellung weit verbreitet, dass der Baum das lebendige Leben symbolisiert. - Angesichts dieser reichen Symbolik wirkt der Entschluss der Träumerin, die drei Bäume zu fällen, ziemlich voreilig, denn sie könnten in den nächsten Jahren durchaus wieder Blätter und Blüten tragen.

09.10.1963

Drei

Drei Priester treten in den Altarraum einer katholischen Kirche. Ein Bischof geht in der Mitte und ein Priester tanzt vor dem Altar, 246

09.10.1963

Drei

Die Zahl Drei betrifft hier Männer in höheren Ämtern im religiösen Bereich. Dass im katholischen Gottesdienst nur Männer am Altar auftreten, war zu dieser Zeit (1963) sozusagen eine Selbstverständlichkeit, die nicht hinterfragt oder gar kritisiert werden durfte. Ungewohnt und befremdlich hätte dagegen ein tanzender Priester vor dem Altar gewirkt. Dies auch, weil der Tanz dem erotischen und säkularen Bereich zugeordnet wird. Im Unterschied dazu gehörte der Tanz in der menschlichen Frühzeit durchaus auch zum sakralen Bereich. - Das Erscheinen des Tanzes im religiösen Raum in dieser Sequenz, stellt etwas unerhört Neues und zugleich etwas ganz Altes dar. Aus Deutungen von Mythen und Märchen aus der Jungschen Schule konnte die Träumerin manches über matrizentrierte Gesellschaften und über deren faszinierenden Vorstellungen über die Welt und die Bedeutung der Göttinnen erfahren. Leider erfuhren diese dann im Deutungsverfahren regelmässig eine total abwertende Behandlung. Der Träumerin scheint aufgefordert, sich mit diesen Ungereimtheiten der Jungschen Schule vertiefter zu befassen.

08.09.1964

Drei

Drei Schwestern werden von Männern abgehalten, an ihrer Bahnstation auszusteigen. Die Männer sagen, es gebe hier keine Station, 283

08.09.1964

Drei

Diese Zahl Drei betrifft hier drei Schwestern. Dass drei Frauen hier als «Schwestern» auftreten, finde ich schön. Allerdings werden sie in einer Situation von Ohnmacht dargestellt, und dies im Verhältnis zu Männern. Eine Analogie im Sinne eines «Volkes von Schwestern» zum «Volk von Brüdern» besteht (noch) nicht. Die drei Schwestern bilden zusammen noch keine machtvolle Strategie, um ihre Interessen zu wahren. Vielmehr werden sie daran gehindert, das von ihnen gewählte Reiseziel zu erreichen. Die Frauen haben sich zwar auf die «Reise» gemacht, um ihren eigenen «Ort» zu finden, aber sie sind in die Schlingen männlicher Definitionsmacht geraten, denn die Männer behaupten, hier gebe es keine «Station». Das verhinderte «Aussteigen» dürfte den Ausstieg aus der männlichen Definitionsmacht bezeichnen, der den «Schwestern», zu denen vermutlich auch die Träumerin gehört, leider (noch) nicht gelingt.

04.09.1965

Drei

Die drei Steine, die ich von einem gestürzten weiblichen Standbild erhalten habe, stellen Geschenke oder Prüfungsaufgaben dar, 355

04.09.1965

Drei

Durch die «drei Steine» wird die Träumerin ganz direkt mit der frühzeitlichen Welt der Göttinnen in Berührung gebracht. Zu dieser Zeit (1965) wurden Frauen in einer Jungschen Psychotherapie vor allem mit abwertenden Deutungen über diese frühzeitliche Welt der Göttinnen konfrontiert (Erich Neumanns Buch «Die Grosse Mutter», war schon 1956 herausgekommen). Die Sequenz könnte dazu aufrufen, sich mit dieser Zeit näher zu befassen. Die drei Steine, die nicht nur Geschenk, sondern auch «Prüfungsaufgaben» darstellen, könnten bedeuten, dass die matrizentrierte Frühzeit auch einer kritischen «Prüfung» bedarf. Zudem wäre zu «prüfen», wie jene Zeit für uns heutige Frauen und für die Welt insgesamt fruchtbar gemacht werden könnte.

18.08.1966

Drei

Drei verunfallte Frauen werden von Männern ins Wasser gelegt in der Meinung, damit die Frauen richtig zu behandeln, 419

18.08.1966

Drei

Die Zahl Drei betrifft hier drei verunfallte Frauen, die falsch behandelt werden, indem sie ins Wasser gelegt werden. Die Dreizahl deutet darauf, dass es um Frauen im Allgemeinen geht und nicht um eine einzelne Frau. Zahlreiche feministische Wissenschaftlerinnen weisen mittlerweile darauf hin, dass Frauen weder eine adäquate medizinische noch psychotherapeutische Betreuung erhalten (Ingrid Olbricht BN 73, Roswitha Burgard BN 43). Krank oder ohnmächtig im «Wasser» liegend, können die verunfallten Frauen nur ertrinken.

29.11.1966

Drei

Der dritte Fisch, den ich im Bach gefangen habe, entfaltet sich beim Herausziehen zu ansehnlicher Grösse, 440

29.11.1966

Drei

Beim «dritten Mal» geschieht, wie im Märchen, oft das Besondere. Beim Fischen kommt es nach C.G.Jung darauf an, dass es uns gelingt, den Fisch aus dem Wasser ziehen, denn es bestehe die Gefahr, von ihm in die Tiefe gezogen zu werden. Der Fisch symbolisiert hier einen kreativen Inhalt, der sich erst entfalten kann, wenn er aus den Tiefenschichten der Seele ins Tageslicht und ins Bewusstsein gehoben wird. Dieses erfreuliche Ereignis hat hier begonnen.

08.01.1967

Drei

Ich habe drei Schlüssel zu einem Haus bekommen. Aber ich traue der feierlich vorgetragenen Geste meines Bruders K. nicht, 452

08.01.1967

Drei

Drei Schlüssel sind hier durch den Schlüsselbund zu einer Einheit verbunden. Die Schlüssel und das dazugehörige Haus sind in männlichem Besitz, während die Frau durch die Übergabe der Schlüssel sozusagen Hausrecht bekommt im «Haus» dieses Mannes, das dessen Psyche darstellt. Die Skepsis, die die Träumerin dieser Übergabe entgegenbringt, ist sehr ernst zu nehmen. Die «Feierlichkeit» dieser Übergabe und die Skepsis erinnert an das, was Frauen sagen, wenn Männer ihnen einen «Schmus» erzählen, den Frauen als unecht empfinden und daher nicht ernst nehmen können. - Die Sequenz könnte auf ein problematisches und undurchsichtiges Verhältnis auf der Beziehungsebene hinweisen.

03.02.1983

Drei

Drei Jünglinge erklären, sie würden die Königsschule besuchen. Hinter den Jünglingen wird eine junge Frau sichtbar, die dieselbe Schule besucht, 825

03.02.1983

Drei

Die Zahl Drei betrifft hier drei Jünglinge. Die Zahl Drei wird allerdings durch das Hervortreten der weiblichen Schülerin zur Zahl Vier erweitert. So gesehen bezeichnet das vorliegende Bild eine Erweiterung des Bewusstseins in Richtung weiblicher Teilhabe an den höchsten Bildungsgütern (Königsschule).

20.03.1984

Drei

Es heisst, die drei sympathischen Jünglinge würden nicht existieren, wenn ihre verstorbene Grossmutter nicht wieder zum Leben erwacht wäre. Die Jünglinge sind 16-17 Jahre alt, 836

20.03.1984

Drei

Die Zahl Drei bezeichnet hier männliche Personen, wobei eine weibliche Person die männliche Dreiheit bedingt, aber in umgekehrter Richtung als in Sequenz 825. Die Grossmutter ist die Urheberin der Zahl Drei, die durch die drei Jünglinge dargestellt ist. Auffallend ist, dass die drei Jünglinge ihre Existenz einer «Grossmutter» verdanken. Das Bild der «Grossmutter» scheint mir auf die umfassende «Grosse Mutter» der menschlichen Frühzeit hinzuweisen, die verstärkt ins Bewusstsein der Träumerin treten möchte.

28.10.1988

Drei

Ich erfahre, dass eines der Drillinge habe geopfert werden müssen, weil eines im Geburtskanal stecken geblieben sei, 921

28.10.1988

Drei

Die Zahl Drei in Form von Drillingen verweist auf die «Geburt» von neuen Inhalten oder eines Projekts, wobei das «Opfern» eines der Kinder besagt, dass auf einen Teil des Projektes verzichtet werden müsse, um die anderen Teile nicht zu gefährden.

11.05.1994

Drei

Ich soll drei Situationen von C.G.Jungs Verhalten beurteilen. Jung selber hat mich dazu aufgefordert, 951

11.05.1994

Drei

Diese Zahl Drei betrifft die Beurteilung von Handlungen eines Mannes, der in der Theoriebildung einer Schule für Psychotherapie eine führende Rolle gespielt hat: C.G.Jung. Die Beschäftigung mit diesen Theorien führt natürlicherweise dazu, sie auf ihre Stimmigkeit oder Brauchbarkeit zu überprüfen. Diese Aufforderung zum kritischen Denken beinhaltet im Grunde das Gegenteil von dem, was Jung realen Frauen in anderen Theorieteilen vorschreibt und unterstellt: Frauen hätten keine wirkliche Urteilsfähigkeit in theoretischen Belangen, Frauen hätten nur «Gefühlsurteile». Im Unterschied dazu erfordert Jungs Idee der Individuation jedoch, das eigene Bewusstsein und die eigene Urteilsfähigkeit zu entwickeln, und dass dies beide Geschlechter tun sollten, weil beide sowohl denken als auch fühlen könnten. Die Idee von der Integration des «Schattens» fordert ferner, Verantwortung für das Verhalten unserer Gesamtperson zu übernehmen, sich also für die Auswirkungen unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens auf andere Menschen und auf die Gesellschaft insgesamt verantwortlich zu erweisen. - Diese Sequenz fordert die Träumerin auf, ihre kritische Sicht nicht nur auf die Theorien Jungs, sondern auch auf Jungs Verhalten auszuweiten, um Stimmigkeit und Brauchbarkeit der Theorien zu überprüfen.

23.02.2004

Essenzen

Der Pöstler hat einen jungen blätterlosen Baum vor meine Wohnungstüre gestellt, vermutlich eine Buche. Weil der Baum aber bis ins obere Stockwerk ragt, will ich ihn draussen einpflanzen, 1076

23.02.2004

Essenzen

Zu einem jungen Baum assoziieren wir üblicherweise Jugend und frühlingshafter Aufbruch, nicht Alter und Rückzug. - Die Sequenz scheint der Träumerin zu sagen, das Wachstums- und Entwicklungspotential sei auch in ihrem Alter (72 Jahre) noch nicht ausgeschöpft. Die Empfehlung scheint zu lauten, dieses Potential im Aussenbereich zu sehen und zu suchen. Ein Baum ist keine Zimmerpflanze, er braucht Platz und benötigt nicht den Schonraum einer Zimmerpflanze.

12.04.2004

Essenzen

Handwerker entdecken in meinem Wohnschlafzimmer verschiedene Kabeldosen und Anschlüsse. Ich selber weiss nichts davon und auch nicht, wie sie zu benützen wären, 1077

12.04.2004

Essenzen

Kabeldosen und -anschlüsse stehen für spezielle Zugänge zur Welt, die hier aber nicht erkannt werden. Auf diesen Sachverhalt wird die Träumerin aufmerksam gemacht.

04.06.2004

Essenzen

Ich trage Brot in ein grösseres Haus und frage den Portier, wohin ich es bringen soll, 1085

04.06.2004

Essenzen

Brot zu haben bedeutet, über ein Grundnahrungsmittel zu verfügen, vielleicht ist es sogar selber gebackenes Brot. Von diesem Brot ist so viel vorhanden, dass ohne weiteres davon abgegeben werden könnte und abgegeben werden möchte. Die Frage der Träumerin, wohin das «Brot», das für ein Produkt aus dem geistig/seelischen Bereich steht, gebracht werden soll, heisst, dass es keineswegs klar ist, ob ihr «Brot», ihr Produkt, überhaupt irgendwo auf Anklang oder Interesse stossen würde. - Diesen Sachverhalt soll die Träumerin zur Kenntnis nehmen.

17.10.2004

Essenzen

Eine rüstige ältere Frau trägt eine weisse Kopfbedeckung in Form eines Ruderbootes oder Kuhhornes, 1092

17.10.2004

Essenzen

Die Kopfbedeckung in Form von Kuhhörnern erinnert an die Göttin Isis, die ebenfalls Kuhhörner auf ihrem Kopf trägt als Zeichen ihrer Würde als Frau sowie als Zeichen von Widerstandskraft als integraler Teil einer weiblichen Identität. Jemandem «die Hörner zeigen» bedeutet umgangssprachlich, jemandem energisch entgegenzutreten, Widerpart zu leisten. Der Zusammenhang von «Hörner» und «Widerpart» leisten, könnte die Träumerin aufmuntern, auch in ihrem Alter (72) könne und solle eine Frau ihre eigene Sache mit Kraft vertreten oder Vorurteilen energisch entgegentreten. Diese Interpretation drängt sich auch aufgrund des Hinweises auf, dass die ältere Frau noch «rüstig» sei.

29.11.2004

Essenzen

Ich laufe bekannte Wege und Strassen ab und denke erfreut, dass ich nun den «unteren» Weg schattenhalb im Heimatdorf gehen könne und zugleich den «oberen» Weg sonnenhalb im heutigen Wohnort, 1095

29.11.2004

Essenzen

Ein Leben an der «Sonne» und im «Schatten» zugleich zu führen und dies freudvoll zu empfinden, könnte auf eine Erweiterung oder Intensivierung des Gespürs für die positiven Aspekte der «Schattenseiten» des Lebens hinweisen. Dabei wird hier die Fähigkeit, Schönes zu empfinden (im Alter), ebenso freudig registriert und wahrgenommen, wie die Fähigkeit, das Schwergewichtige und Aufwühlende (der Jugend) hinter sich zu lassen und zugleich als ein Bewegendes und Bereicherndes zu empfinden. Die Sequenz scheint von Formen der Lebensqualität zu handeln, die besonders im Alter möglich sind. Diese Qualität könnte darin bestehen, «Sonne und Schatten», Heutiges und Vergangenes gleichzeitig in sich zu tragen, zu erleben und zu einer Einheit zu verbinden (Treue zur eigenen Geschichte) und dadurch den Horizont des Erlebens zu erweitern. - Der an sich schöne Weisheitsspruch: «Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich», ist hier sozusagen durch sein Gegenteil ergänzt.

19.03.2005

Essenzen

Im St.Galler «Riethüsli» komme ich nach einer scharfen Kurve zu einer kurvigen Strasse, die bergabwärts verläuft und durch felsige Höhlen führt, die durchbrochen sind und Tageslicht einlassen, 1106

19.03.2005

Essenzen

Das Bild vom «Riethüsli» geht von einer archaisch anmutenden Einfachheit aus: Das Wort «Riet» bezeichnet meines Wissens eine karg bewachsene Landfläche oder ein Sumpfgebiet, auf der lediglich eine grobfaserige «Streue» für die Liegestätten der Stalltiere wächst, während das «Hüsli» den Geräteschuppen für deren Ernte sowie einen trockenen Unterstand bezeichnen dürfte. Als Symbol steht dieses Bild für eine karge menschliche Situation, die aber trotzdem nicht ohne Wärme ist (Häuschen, Streugras). Dass danach der Weg (Strasse) «abwärts» geht und in «scharfen Kurven» verläuft und durch Höhlen, lässt auf der Subjektebene die Frage aufkommen, ob denn zur «Einfachheit» der Situation, der Lebensumstände oder des Alterns (73 Jahre) auch noch ein weiterer «Abstieg» in tiefere Seelen- oder Seinsschichten hinzukommen müsse (Höhlen). - Die Sequenz scheint die Träumerin auf solche Fragen und Gedanken aufmerksam zu machen.

20.07.2005

Essenzen

In verschiedenen Räumen treffe ich auf gut gemalte Portraits von Frauen. Zuletzt auf das Portrait einer Frau, deren Mundpartie fast schwarz gemalt und der Mund kaum sichtbar ist, 1115

20.07.2005

Essenzen

Ein Frauenportrait mit kaum sichtbar gemaltem Mund besagt, der sprachliche Ausdruck werde (noch) unterdrückt oder fehle fast ganz. Schon in 1076 war dieses Thema erschienen. Die Frage stellt sich, wer oder was für diese Unterdrückung verantwortlich ist, welchen Inhalten sie gilt und warum.

18.09.2005

Essenzen

Eine Frau sagt, ihre Tochter lehne den Kauf des Hauses nebenan ab: Es habe zu wenig Holz. Gegen die Küche mit den vielen Schränken und dem Kochherd in der Mitte hat sie nichts einzuwenden, 1119

18.09.2005

Essenzen

Ein Haus mit «zu wenig Holz»: Das in Aussicht stehende «Haus» wird als zu wenig naturnah empfunden, die erstrebte Identität somit zu wenig attraktiv.

24.09.2005

Essenzen

Mit anderen Leuten bin ich unterwegs. Es geht bergaufwärts und über kleinere Kletterpartien, die ich in der Gruppe und am Seil ohne weiteres mitmache (ich bin 73-jährig), 1120

24.09.2005

Essenzen

Kletterpartien mit Gruppe und am Seil: In Verbindung mit anderen Menschen können Orte aufgesucht und Wege begangen werden, die im Alleingang nicht gewagt werden könnten.

06.10.2005

Essenzen

Weil die vier- bis fünfjährige Christine meines früheren Kinderheims eine gute Schwimmerin ist, lasse ich sie am See frei laufen. Sie fällt in den See, schwimmt aber mit kräftigen Zügen unter Wasser in Richtung Ufer, 1121

06.10.2005

Essenzen

Der Name «Christine» in Verbindung mit «früheres Kinderheim» assoziiert ein früheres Selbstverständnis als eine im Christentum verankerte Frau, als «Christin». Die Metapher «ins Wasser fallen» besagt, dass etwas Bestimmtes nicht durchführbar sei. Im Zusammenhang mit dem Wort «Schwimmen» könnte dies bedeuten, die «Christin» sei «ins Schwimmen» geraten, also unsicher geworden bspw. bezüglich der kirchlichen Lehren. Allerdings bekommt das Wort «Schwimmen» durch den Zusatz «eine gute Schwimmerin» eine fast gegenteilige und aktive Bedeutung, denn das vormalige Unsichere wird durch eine aktive Vorwärtsbewegung abgelöst. Das Bild verweist sogar auf die Zielrichtung dieser Bewegung: Sie gilt dem «Ufer», das in Sicht ist.

13.10.2005

Essenzen

Aus einem Fischteich werden Fische in ein grösseres Gewässer eingelassen. Ich sehe immer mehr Fische nach aussen schwimmen und denke, der Teich müsse sehr viel tiefer sein als ich meinte. Das grössere Gewässer könnte ein See sein. Eine spezielle Einrichtung scheint dafür zu sorgen, dass die Fische beisammen bleiben, 1122

13.10.2005

Essenzen

Der «Fischteich» bezeichnet ein kleines und vermutlich speziell für diese «Fische» angelegtes Gewässer. Trotzdem haben sich darin viele «Fische» und also Inhalte entwickelt, die einen grösseren Lebensraum erfordern (See). - Die Sequenz könnte als Bedürfnis oder Aufforderung verstanden werden, die Inhalte, die sich in kleinräumigen Verhältnissen entwickelt haben, in einen grösseren und öffentlichen Raum (See) zu stellen.

17.10.2005

Essenzen

Ich schwänze die Schule, weil ich mich entfremdet fühle, beginne aber zu schreiben. Nach einigen Stunden höre ich meine Schwester M. kommen und denke, sie sei geschickt worden, um nach meinem Verbleib zu sehen oder mich zu holen. Aber sie geht ins hintere Zimmer, ohne mich zu beachten, 1124

17.10.2005

Essenzen

Wegen Entfremdung die «Schule» zu schwänzen» heisst, sich vom Schulwissen oder von der Schulweisheit zu lösen. Stattdessen selber mit Schreiben zu beginnen bedeutet, sich auf eigene Erfahrungen zu besinnen und sie zu Papier zu bringen.

01.11.2005

Essenzen

Ich befinde mich an einer Mauer oder einem Fels, an dem kein Weg vorbei führt. Ein Vorwärtskommen ist nur entlang der Handgriffe möglich, die in den Stein eingelassen sind. Ich suche tastend nach den Eisengriffen, die von einer weissen Masse zugedeckt sind, und freue mich, dass ich die ersten drei Griffe zielsicher erspüre und die Richtigkeit meiner Erinnerung bestätigt wird, 1125

01.11.2005

Essenzen

Kein Weg, nur einige Eisengriffe: Nur minimale Orientierungspunkte sind vorgegeben, aber auf diese ist Verlass (Eisengriffe). Auffallend ist, dass diese Punkte von Menschenhand geschaffene und nicht der «Natur» entnommene sind. Die Eisengriffe könnten sich auf Erfahrungswissen beziehen und/oder auf Werte, die von anderen (Vorangegangenen) gesetzt wurden, zu denen sich die Träumerin bekennt.

28.11.2005

Essenzen

Auf dem Weg zum Einkaufen spiele ich mit einem Fussball vor mich her. Ich darf den schönen neuen Fussball nicht verlieren, weil er einem Knaben gehört, und es nicht sicher ist, ob ich ihn überhaupt benützen dürfte. Der Knabe hat ihn für etwas bekommen, vielleicht für eine Leistung, 112

28.11.2005

Essenzen

Der «Fussball», ein Spielzeug und ein Geschenk für eine Leistung: Der Weg zum «Kindsein» ist geglückt. Dies aufgrund einer «Leistung», wie die Sequenz vermutet. Diese Art der Rückgewinnung des «Kindes» in sich selber, das für Spontaneität und Offenheit steht, wird in der Regel nicht mit der Vorstellung verknüpft, dass dies aufgrund von «Leistung» zu erreichen wäre. - Aber genau dies ist in dieser Sequenz der Fall, obgleich nicht gesagt wird, warum dies so ist. Vorläufig genügt die schöne Botschaft, dass sich das spielende «Kind» in uns sogar im Alter wieder melden kann. Über diesen Sachverhalt zu meditieren, könnte lohnend sein.

09.01.2006

Essenzen

Während ich auf der Strasse zwei kleine rundliche Dinge aufhebe - vielleicht ein Emblem und ein Blatt - hält neben mir ein roter Sportwagen. Daher ändere ich meine Richtung. Der Mann am Steuer ändert ebenfalls seine Fahrtrichtung und fährt mir nach. Da ich dies als eine Bedrohung empfinde, erinnere ich mich, dass ich fliegen kann, und freue mich, dass es immer noch geht. Später gehe ich zu Boden und steige in den Bus zu meinem früheren Wohnquartier in St. Gallen, 1127

09.01.2006

Essenzen

Unterschiede in Tempo und Art der Fortbewegung von Sportwagen und Fliegen: Roter Sportwagen steht für Ehrgeiz und oft für Machogehabe, während das Fliegen die Schnelligkeit und Leichtigkeit der Gedanken und Gefühle darstellen könnte.

15.01.2006

Essenzen

Nachdem die Wohnungen in unserem Haus modernisiert wurden, heben Männer im Erdgeschoss sehr viel Erde aus, wie wenn der Boden um einen halben Meter tiefer gelegt werden sollte für eine weitere Wohnung. Ich denke mit Bedauern, dass die Leute dann nicht auf ebener Erde wohnen könnten, 1128

15.01.2006

Essenzen

Der Einbau einer Wohnung in ein tiefer gegrabenes Erdgeschoss geht vielleicht eine Spur zu weit bezüglich des Bedürfnisses nach Verankerung und nach Erdhaftem (Erde).

15.01.2006

Essenzen

Anstatt im Kleinbus mit anderen Leuten stehe ich plötzlich allein und ohne Taschen auf einer unasphaltierten Strasse. Linkerhand, wo einige Wanderer heraufkraxeln, geht es steil hinunter. Der steile Weg daneben scheint eher die Spur eines Wildbachs zu sein. Ich frage nach dem richtigen Weg, wähle dann den weitläufigeren weniger steilen Weg und habe das Gefühl, mein Ort wäre in einigen Stunden zu erreichen, wie von der Rigi zum Vierwaldstädtersee, 1129

15.01.2006

Essenzen

Sich plötzlich allein und ohne Taschen an einem unbekannten, unwirtlichen Ort zu befinden, bedeutet, verlassen und ohne Orientierung zu sein, und dass wir gegen eine solche Situation auch im Alter nicht gefeit sind (74 Jahre). Die Lösung des Problems ist hier, sich zu Fuss und abwärts in Richtung Vierwaldstädtersee aufzumachen. Dies könnte das Bedürfnis ausdrücken, sich erneut auf die eigenen Ressourcen und Kräfte zu besinnen und diese zudem mit den Quellen der Kindheit zu verbinden (die Träumerin ist am Vierwaldstädtersee und am Fusse des Rigi aufgewachsen). Das Hinuntergehen vom Berg ins Tal ist hier verbunden mit dem Gehen zu dem an vier Kantone angrenzenden See. Dies könnte bedeuten, dass die im Herkunfts- und Heimatort empfangenen Prägungen und Wertvorstellungen nun im Rahmen des inzwischen gewonnenen grösseren Horizontes betrachtet werden möchten (Zahl Vier). - Sich erneut ohne äussere Mittel auf den Weg machen müssen, obgleich ein Weg vorhanden ist (sogar ein besser Weg als früher), bedeutet, sich nochmals mit neuen Fragestellungen beschäftigen zu müssen, die von der inneren und äusseren Welt gestellt werden. Zudem scheint es, dass die Antworten keine verkürzten Formen (mehr) zulassen würden (der Weg ist weitläufiger).

17.02.2006

Essenzen

Ich sitze am Laptop und rätsle, wie ich den Text in den Blättermodus bringen könnte, das heisst vom Hintergrund in den Vordergrund, ohne dies in Handarbeit für jeden einzelnen Datensatz tun zu müssen und ohne zu riskieren, dass Inhalte an falsche Stellen geraten, 1130.

17.02.2006

Essenzen

Thema ist hier erneut das Problem von «Hintergrund und Vordergrund». War früher das Problem und das Bedürfnis, möglichst viel im «Hintergrund» zu belassen, zeigt es sich hier in differenzierterer Form: Es geht nun um die Frage, wie Hintergründiges ohne Qualitätsverlust in den Vordergrund gebracht werden könnte, das heisst, dem Blick anderer Menschen zugänglich gemacht werden.

23.02.2006

Essenzen

In der Küche einer Bäuerin liegen durch eine halbhohe Holzwand abgeteilt zirka acht Kinder im Schulalter zum Mittagsschlaf. Ich wundere mich, dass sie so ruhig liegen, da Kinder dieses Alters einen solchen Schlaf kaum benötigen oder wünschen. Das reglose Verhalten der Kinder kontrastiert merkwürdig zur Beweglichkeit ihrer Mutter, 1131

23.02.2006

Essenzen

Die Schulkinder im Mittagsschlaf könnten auf eine inadäquate Behandlung bzw. Ausschaltung der «Kinder», also der Produkte der Träumerin aus dem aktuellen Arbeitsprozess (Küche) hinweisen. Und da «Kinder» in erster Linie für das Lebendige und Unmittelbare in uns stehen, könnte die Sequenz auf einen diesbezüglichen Mangel hinweisen. Zu den «Kindern» gehören zweifellos die Träume, die als spontane und lebendige Gestaltungen und Produktionen aus den seelischen Tiefenschichten zu verstehen sind. Zu den «Kindern» könnten auch die Aufzeichnungen in Tagebuch und Korrespondenzen gezählt werden, die auszugsweise im «Kontext» enthalten sind. - Es wäre zu fragen, warum die «Bäuerin», verstanden als eine Frau, die mit «Bauen» und Schaffen beschäftig ist, das kindhaft Lebendige auf der Seite liegen lässt.

02.03.2006

Essenzen

Einem zwei- bis dreijährigen Knaben ist ein Stück des Gebäcks aus Blätterteig im Hals stecken geblieben. Weil mich dünkt, demnächst würde er ersticken, wenn nichts geschieht, greife ich in seinen Mund und kann das Ding, das nun eine feste Beschaffenheit hat, ohne weiteres fassen und heraus ziehen, 1132

02.03.2006

Essenzen

Ein «Gebäck aus Blätterteig» assoziiert «Backarbeit und Küchenarbeit», wobei das Wort «Blätter» auf solche aus Papier hinweisen könnte. Im «Hals stecken geblieben» bedeutet, dass ein laufender Prozess, ein Prozess des Verdauens und Bearbeitens von Inhalten ins Stocken geraten ist und dass Handlungsbedarf besteht.

26.03.2006

Essenzen

Ich habe das Gefühl, es sei mir gelungen, einige Früchte in ein Backverfahren einzubringen, bei dem dies vorher nicht möglich war und freue mich. Nachdem drei Bleche fürs Backen vorbereitet sind, schwant mir, dass viel zu wenig Früchte darauf sind und ich überlege angestrengt, wie dies zu ändern wäre, 1133

26.03.2006

Essenzen

Die Bezeichnungen «Früchte» und «Backverfahren» verweisen erneut auf einen Prozess, der mit «Backarbeit und Küchenarbeit» im übertragenen Sinn zu tun hat. Zudem ist von einem neuen «Backverfahren» die Rede, also von einem neuartigen Vorgehen in der Behandlung von geistig/seelischen Inhalten. Diesmal heisst es, es sei zwar erfreulicherweise gelungen, einige «Früchte» in den Prozess einzubringen, aber zugleich wird gesagt, noch immer käme der Einbezug aus früherer produktiver Tätigkeit zu kurz. Ein ähnlicher Sachverhalt wurde schon in der Sequenz 1131 deutlich. Dort wurde beklagt, dass das Unmittelbare und Lebendige aus dem aktuellen Arbeitsprozess ausgeschlossen werde (Kinder), hier nun sind es «Früchte», die ungenügend einbezogen seien. Das Wort «Früchte» assoziiert die Metapher «Früchte der Arbeit», die hier als Früchte von Schaffens- und Denkarbeit im Sinne gewonnener Erkenntnisse verstanden werden könnten. Zusammengenommen hiesse dies, dass sowohl vorhandene Lebendigkeit als auch vorhandene Erkenntnisse zu wenig Eingang finden in den aktuellen Arbeitsprozess. - Dass die Träumerin sich angestrengt überlegt, wie dies zu ändern wäre, ist daher sicher richtig. Auf der anderen Seite könnte es vielleicht nötig sein, das am eigenen Anspruch gemessene Ungenügen einzugestehen und sich bewusst auf die derzeitigen Möglichkeiten des Ausdrucks einzuschränken.

16.04.2006

Essenzen

Zuoberst auf meinem Büchergestell hat sich ein kleiner Vogel eingenistet. Ich öffne wie immer das Fenster, damit er hinaus fliegen und sich versorgen kann. Aber später sitzt an seiner Stelle ein hundeähnlicher Welpe im Nest, und ich habe den Verdacht, er habe den Vogel aufgefressen. Ich überlege, wie ich das unerwünschte Tier loswerden könnte (es würde vielleicht beissen). Auffallend ist sein Breitmaul, und es ist mir unheimlich, zu was es sich entwickeln könnte, 1135

16.04.2006

Essenzen

Hier ist die Rede von zwei Tierarten (Vogel und Hund), die sozusagen gegeneinander ausgespielt werden oder wo die eine Art durch die andere sogar eliminiert (aufgefressen) wird. Der Vogel, ein Lufttier, das u.a. für das Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit steht, wird von einem erdnäheren und menschennäheren Tier (Hundewelpe) abgelöst oder zum Verschwinden gebracht. - So gesehen wird es verständlich, wenn die Träumerin den «Welpen», dessen gattungsmässige Herkunft aber nicht sicher ist, loswerden möchte, denn er könnte mit der Zeit ein noch schlimmeres Verhalten an den Tag legen. Es könnte aber auch sein, dass die Interpretation, die von der Träumerin innerhalb des Traumgeschehens gegeben wird, dem Sachverhalt nicht gerecht wird, denn es ist lediglich ein Verdacht, dass der Welpe den Vogel aufgefressen hat. Vielleicht könnte dieser Verdacht eine Ängstlichkeit der Träumerin ausdrücken. Es besteht vielleicht eine Befürchtung, das hundeartige Lebewesen könnte, obgleich es menschennäher scheint, Freiheitsgefühl und Unbeschwertheit, die durch das Symbol «Vogel» dargestellt sind, zu sehr tangieren und einer allzu grossen Erdgebundenheit Platz machen? Zum Welpen hatte ich später spontan ein Walross assoziiert, also ein schwerfälliges Tier, das fast am Ende der Reihe der Säugetiere und Pflanzenfresser steht. Auf der anderen Seite steckt im Wort «Walross» das «Ross», das Pferd, ein starkes, sanftes und behendes Tier, das als «Reittier» imstande ist, Menschen zu tragen und weite Strecken zu überwinden. - Mit diesen Gedanken und Assoziationen halte ich die Sequenz aber nicht für ausgeschöpft. Einige Rätsel, so meine ich, sollen ruhig bestehen bleiben dürfen.

17.08.1959

KugelKreis

Der Ball meines kleinen Sohnes ist in den Bach gefallen. Das Wasser ist in der Mitte wie aufgetürmt und wird in zwei Bäche geteilt. Ich soll den Ball herausholen, 70

17.08.1959

KugelKreis

Der Ball ist in seiner Form eine Kugel. Zugleich ist der Ball eines der ältesten und verbreitetsten Spielzeuge von Kindern und Erwachsenen (Murmeln, Tennisball, Fussball). Der Ball eines «Kindes» gehört gewiss zur Symbolik jenes «Runden», von dem Gerda Weiler sagt, der Kreis und das Runde seien Symbole einer verlorenen Welt, der paradiesischen Wirklichkeit der Seele. Vermutlich soll die Träumerin diese Erinnerung aus dem «Bach» holen. Sie soll sich an ihre eigene Zugehörigkeit zu dieser übergeordneten seelischen Welt erinnern, die den Zugang zu den eigenen Tiefenschichten garantiert. - Das wie «aufgetürmte Wasser» könnte auf aufwühlende (und nicht ungefährliche) psychische Ereignisse hinweisen, die mit Selbstwerdung und Individuation zu tun haben.

19.11.1959

KugelKreis

Mit einem Ring werde ich von einem Jungianer am linken Fussgelenk symbolisch gefesselt , 108

19.11.1959

KugelKreis

Der «Ring» gehört einerseits zu den Kreissymbolen, die Ausdruck einer «polyvalenten Gesamtheit» darstellt (früher Ganzheit genannt). Anderseits ist der Ring auch ein Symbol von Einengung, Fesselung und Einsperrung. Tatsächlich sagt die Sequenz, die Träumerin werde «gefesselt», wenn auch nur «symbolisch». Dennoch enthält die Sequenz eine warnende Botschaft. Sie soll die «Fessel» wahrnehmen, die ihr von der Jungschen Theorie droht. Die Fessel betrifft ein Fussgelenk, das als eigenes «Gelenk» die eigene (auch geistige) Bewegungsfreiheit garantieren würde, die aber hier bedroht erscheint.

02.11.1962

KugelKreis

Zum Gebärhaus, in dem ich gebären soll, wird eine Brücke in Form eines Kreises gestampft, 219

02.11.1962

KugelKreis

Eine Brücke in Form eines Kreises zu einem «Gebärhaus» zu bauen, heisst, eine urschöpferische Tätigkeit, den Gebärvorgang, zu ermöglichen und zu unterstützen. Auf der Subjektebene verweist das «Gebärhaus» auf bevorstehende Geburten geistig/seelischer Art, die in Zusammenhang mit einer laufenden Psychotherapie mit «Selbstwerdung» und Identitätsfindung zu tun haben. - Im Kontext ist vom astrologischen Tierkreis die Rede (Chronik 138).

24.01.1971

KugelKreis

Ein umgestürztes weibliches Standbild gibt mir eine Kugel in die Hand und sagt, sie werde eine glückliche Wendung bringen, 592

24.01.1971

KugelKreis

Die Kugel galt früher als Modell der Erde. Das Runde der Kugel steht für wohlgelungene menschliche Verhältnisse, dies im Gegensatz zum Kantigen des Vierecks. Wenn wir sagen, etwas laufe «rund», meinen wir, es laufe zufrieden stellend, harmonisch oder problemlos. Eine «runde» Persönlichkeit hat ihre eigene Denkfähigkeit entwickelt sowie soziale Kompetenzen erworben. - So verstanden würde die Kugel in der Hand des «weiblichen Standbildes», das in der Sequenz als ein «umgestürztes» gezeigt wird, auf ein Frauenbild hinweisen, das in Erinnerung zu rufen sich lohnen würde: Eine Frau, die sich auf das Gesamt ihrer menschlichen Fähigkeiten beruft und den Anspruch erhebt, die denkenden und durchsetzenden Potentiale anzueignen, nebst den sozialen. Dies würde tatsächlich eine «glückliche Wendung» bringen, im persönlichen ebenso wie im gesellschaftlichen Bereich.

01.09.1974

KugelKreis

Auf einer Rondelle, die sich schnell dreht und rotiert, steht ein Mann. Ich weiss, dass er mit grosser Kraft etwas zusammenzuhalten versucht, 668

01.09.1974

KugelKreis

In der rotierenden Bewegung der Rondelle ist der Kreis enthalten, der den magischen Kreis symbolisiert. In der Mythologie wird ein Kreis um etwas herum gezogen, das nicht entfliehen, nicht verloren gehen darf. So gesehen stellt sich die Frage nach dem Inhalt, der nicht entfliehen, nicht verloren gehen darf. - Die «rotierende Rondelle» könnte für die äussere «Welt» stehen, die sich ebenfalls ständig dreht und verändert so dass wir genötigt sind, uns selber ebenfalls ständig verändern oder anpassen zu müssen, um den Kontakt zur Welt nicht zu verlieren. Gleichzeitig sind wir ständig gezwungen, unser Weltbild und unsere Identität zu hinterfragen und zu erneuern, wenn wir nicht orientierungslos in der Welt der Gegensätze herumirren wollen. Die äussere Welt bildet im Sinne von Agnes Heller eine «partikulare Welt», die permanent unsere ursprüngliche seelische Einheit zu spalten droht. - Die Träumerin wird daran erinnert, dass eine «grosse Kraft» aufzuwenden ist, um die Gegensätze und die sich daraus ergebenden Spannungen auszuhalten und die psychische Spaltung abzuwehren. Dass dieser Kraftakt einem Mann unterstellt wird, könnte zeigen, dass «Kraft» noch immer als eine «männliche» Gegebenheit wahrgenommen wird. Die Sequenz könnte der Träumerin mitteilen, dass sie für die Bewältigung von Lebensaufgaben, die weit über die Weiblichkeitsideologie hinausgehen, viel Kraft und Mut werde aufbringen müssen.

08.06.1984

KugelKreis

Ich liege bäuchlings auf einem grossen Ball in der Luft und werde getragen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich auf diese Art fliege, 839

08.06.1984

KugelKreis

Der Ball ist in seiner Form eine Kugel, die ihrerseits den Kreis umfasst. Von der analytischen Psychologie werden beide Symbole als ein Ausdruck der psychischen «Ganzheit» aufgefasst. Kugel und Kreis stehen für das «Gesamt» der menschlichen Psyche, für die Gesamtheit und Vielfalt der Gefühlswelt und Denktätigkeit in Verbundenheit mit dem seelischen Urgrund. - Sich von der Kugel eines Balles tragen zu lassen, könnte demnach besagen, die Träumerin habe sich der tragenden Führung und dem «Spiel» des seelischen Urgrundes anvertraut. Hierbei wird über den Verlauf dieses Unternehmens noch nichts ausgesagt.

29.10.1991

KugelKreis

In einer Arena sehe ich einen Kreis aus Sand vor mir und überlege, was hier gespielt wird. Der Politiker, der neben mir sitzt, ist mir suspekt, 933

29.10.1991

KugelKreis

Die hier bezeichnete «Arena» scheint politischer Art zu sein und der Kreis könnte auf die Art der politischen «Kreise» hinweisen, die sich in ganz spezieller Weise «schützen» und von anderen abzugrenzen versuchen. - Christa Mulack sagt, dass der magische Schutzkreis ein wichtiger Bestandteil ausserchristlicher ritueller Handlungen gewesen sei, und dass sich insbesondere Frauen auch heute wieder verstärkt dieses Schutzkreises bedienen würden. Der Schutzkreis habe zum einen dazu gedient, gefährliche Energien abzuhalten, zum anderen aber auch dazu, die aufgebauten Energien festzuhalten und zu konzentrieren. Mit Hilfe eines magischen Schutzkreises würden heilige Orte und Bezirke abgegrenzt und so vor einer ansonsten profanen Umwelt oder schlechten, störenden Energien geschützt (ID-Buch 1271, 44). - Die Sequenz könnte auf eine Situation hinweisen, in der es angebracht sein könnte, sich gegen andere stärker abzugrenzen.

07.02.1959

Zwei

Von den zwei Beerensträuchern mit reifen Beeren steht der eine diesseits eines Flusses, der andere jenseits, 21

07.02.1959

Zwei

Diese Zahl Zwei bezieht sich auf ein «Diesseits» und ein «Jenseits» eines Flusses. Die beiden Seiten sind voneinander getrennt, haben aber beide trotz dieser Trennung «Gutes» anzubieten (reife Beeren). - Das Bild scheint zu sagen, die Träumerin solle anerkennen und schätzen lernen, dass wertvolle geistig/seelische Inhalte (reife Früchte) diesseits und jenseits traditioneller Vorstellungen zu finden seien und dass sie von beiden Bereichen kosten solle.

17.08.1959

Zwei

Ein Bach hat sich nach einem Gewitter in zwei Bäche geteilt, 70

17.08.1959

Zwei

Die Zweiteilung eines Baches könnte auf der Subjektebene als Symbol für eine seelische Spaltung interpretiert werden. Progressiv gesehen könnte das Bild auf eine Erweiterung der persönlichen Situation der Träumerin hinweisen. Ob die Folgen einer psychischen «Spaltung» progressive oder regressive Formen annimmt, hat mit der Verarbeitungsfähigkeit zu tun. Die Sequenz besagt, dass die Zweiteilung nach einem «Gewitter» erfolgt ist, also zufolge eines heftigen emotionalen Aufruhrs. Vermutlich wäre die Psyche überschwemmt worden, hätte das «Wasser» nicht ein zweites «Bachbett» gefunden oder geschaffen, um die gewaltigen emotionalen Energien aufzufangen und abzuführen.

29.11.1959

Zwei

Meine Freundin Heidi hat eine Zweitwohnung gemietet. Darum müsse sie nun sparsam leben, 110

29.11.1959

Zwei

Zwischen der Zweiteilung des Baches von 70 und dieser Sequenz, in der eine «Heidi» eine «Zweitwohnung» mietet, sind lediglich drei Monate vergangen. Daraus schliesse ich auf einen unmittelbaren Zusammenhang. Die Sequenz zeigt eine progressive Lösung der «Spaltung» von 70, indem die Psyche dem abgespaltenen Teil eine eigene Wohnung (Zweitwohnung) verschafft. Mit dem Namen «Heidi» verweist die Sequenz auf den Inhalt der abgespaltenen und dennoch beibehaltenen Teile der Psyche: Die «Freundin Heidi» steht für die Freundschaft zur «Heidin», zum «Grossen Weiblichen» der matrizentrierten Frühzeit, die aber von der Psychologie dieser Zeit (1959) ins Minderwertige abgeschoben worden war. Mittels der «Zweitwohnung» wird es einer Frau und auch der Träumerin möglich, dem Grossen Weiblichen einen eigenen Raum zu geben.

10.03.1964

Zwei

Ich habe ein zweites Landstück erhalten. Es grenzt unmittelbar an mein Land an, steht aber nicht auf Schweizer Boden, 272

10.03.1964

Zwei

Dieses «zweite Landstück» könnte einen Zuwachs an Handlungsraum auf der Objektebene bedeuten. Ein Zuwachs an «Boden» bedeutet einen Zuwachs an äusseren, gesellschaftlichen Bezirken, die zum psychischen Gewinn «an Boden» hinzukommen müssen, um sich als Individuum in der «Welt» einbringen zu können. Das zweite Landstück befindet sich im nahen Ausland, was auf eine Ausweitung des Blickes und der Handlungsmöglichkeiten hinweisen könnte.

29.01.1966

Zwei

Zwei Riesen stehen in meinem Zimmer. Die Zimmerdecke hatte sich gehoben, nachdem ich schrie, ich könne nicht mehr atmen, 385

29.01.1966

Zwei

Die «zwei Riesen» im Zimmer verstehe ich als Ausdruck der Erfahrung, dass in Situationen äusserster Ausweglosigkeit seelische Kräfte aufbrechen, die unseren tiefsten Tiefenschichten entstammen: «Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch» (Rainer Maria Rilke). Religiöse Erfahrungen besagen, dass in «dunkelster Nacht» ein Licht aufscheint und sogar Visionen auftreten können. In den Märchen sind Riesen sehr oft starke und helfende Figuren, weshalb ich sie für einen Ausdruck von Vitalkraft und für das Erwachen der vermeintlich verlorenen Instinkte halte. - Die Sequenz vermittelt eine tröstende Botschaft an die Träumerin: Sie sei zwar in einer äusserst bedrängenden Situation, aber sie würde von den machtvollen inneren Natur- und Vitalkräften getragen, wenn sie sich dem kraftvollen Lebenswillen überlasse, der durch die «Riesen» dargestellt ist.

09.06.1966

Zwei

Zwei Männer haben zwei Portionen Edelsteine gestohlen. Später freuen sie sich über einen Sack mit harten Nüssen, 407

09.06.1966

Zwei

Die Zahl Zwei kommt hier in doppelter Weise vor (zwei Männer, zwei Portionen). Die Rede von «zwei Portionen» in Zusammenhang mit «Edelsteinen» ist eine merkwürdige Rede, die vielleicht einen Sinn erhält, wenn wir uns die Metapher von der «halben Portion» (Zwerg) vor Augen halten. So gesehen ginge es bei der «doppelten Portion» um die Vorstellung, es handle sich hier um speziell wertvolle Inhalte (edel, erlesen, brillant), wobei sich diese positive Einschätzung im Entwicklungsverlauf zugunsten anderer und sozusagen bescheidener Inhalte verschiebt. Die «Edelsteine» haben sich gewissermassen in «harte Nüsse» verwandelt, die dazu auffordern, sie zu «knacken». Die Metapher «Nüsse knacken» bedeutet forschen, etwas herausfinden, erkennen, hinter eine Sache kommen, schwierige Probleme lösen oder meistern. - Dass die Edelsteine «gestohlen» waren, besagt auf der Subjektebene, die Träumerin habe sich zweierlei unerlaubte Dinge angeeignet, die sich jedoch später als problematisch wie harte Nüsse erwiesen hätten. - Die Sequenz scheint der Träumerin zu sagen, das Erforschen und Erkennen von schwierigen (harten) Sachverhalten vermöchte eine besondere und lebendige Art von Freude auszulösen (Nüsse sind im Unterschied zu Edelsteinen mit Leben und Fruchtbarkeit ausgestattet.

12.11.1966

Zwei

Ein Fluss hat sich geteilt. Die zwei Bäche fliessen nun in zwei Richtungen weiter, 432

12.11.1966

Zwei

Aus Eins wird Zwei: Ein Fluss entwickelt sich zu zwei Flüssen. Der geistige «Fluss», die Interessen «fliessen» in zwei Richtungen. Interessen und Engagement erfahren eine Erweiterung und zwar in zwei verschiedene Richtungen.

06.01.1967

Zwei

Vor einem Absturz habe ich mich in zwei Personen aufgeteilt. Die eine Person stürzt in die Tiefe, die andere bleibt oben, 451

06.01.1967

Zwei

Diese Zweiteilung stellt eine psychische «Spaltung» dar. Diese wird aber im Traum als eine absichtliche und gewollte dargestellt, die jedoch nur vorübergehend sein sollte. Der Sinn dieser «Spaltung» kann als Selbstschutz vor einem totalen «Absturz» in die Depression verstanden werden, denn solange ein Teil der Person «oben» bleibt, ist sie im Stande, den abstürzenden Teilen und also sich selber zu Hilfe zu kommen.

13.10.1967

Zwei

Der hintere von zwei Seen soll den vorderen See speisen und erneuern, 488

13.10.1967

Zwei

Die zwei Seen symbolisieren die menschliche Person in ihren psychophysischen Anteilen. Der «hintere See» steht einerseits für vitale körperliche Anteile und für geistig/seelische Tiefenschichten, während der vordere See das Tagesbewusstsein darstellt. Es ist ein schönes Bild, dass wir vom «hinteren See», durch «das Andere in uns» «gespiesen» und seelisch «erneuert» werden können.

18.11.1967

Zwei

Ein unauffälliger Bauarbeiter aus Nordafrika soll zwei Welten gegenüber gestanden sein, dies gehe aus Briefen hervor, 499

18.11.1967

Zwei

Die «zwei Welten», die einander gegenüber stehen, stellen die gewaltigen Unterschiede zwischen zwei Kulturen dar, die hier durch Afrika und Europa symbolisiert sind. Es geht aus der Sequenz jedoch nicht hervor, ob und inwieweit der «Bauarbeiter» imstande ist, den «Kulturschock» zu verarbeiten. Immerhin könnte das Wort «Bauarbeiter» besagen, dass dessen Arbeit im «Bauen» von «Häusern» besteht, die ihrerseits die menschliche Psyche symbolisieren.

03.12.1967

Zwei

Ein Mann habe sich nach schweren Kriegserlebnissen eine zweite Identität zugelegt, 504

03.12.1967

Zwei

Sich eine «zweite Identität» zu schaffen, bedeutet im Sinne der griechischen Philosophie ein Leben als «Subjekt» zu beginnen, anstatt sich als ein traumatisch zerstörtes Opfer zu verstehen. Die Bezeichnung «Kriegserlebnisse» deutet auf schwere emotionale Erlebnisse und Gewalterfahrungen, die zurückgelassen werden (müssen), um überhaupt weiter leben zu können.

04.01.1968

Zwei

Eine Schlange und eine Riesenechse sind zu einem einzigen Tier zusammengewachsen. Das Tier hat aber zwei Köpfe, 513

04.01.1968

Zwei

Mit «zwei Köpfen» zu leben, assoziiert die Vorstellung, zwei Köpfe würden sich unweigerlich bekämpfen. Es lässt sich aber genau so gut denken, dass zwei Köpfe und vier Augen mehr wahrnehmen als nur ein Kopf und zwei Augen. Über die Mythologie zweiköpfiger Tiere siehe unter der Symbolfigur «Schlangen» (513/4549).

04.12.1970

Zwei

Eine Baslerin führe eine Doppelexistenz in Moskau, und dies nach der Revolution, 579

04.12.1970

Zwei

Die «Doppelexistenz» steht für ein Leben, das zwei Ebenen oder auf «zwei Schienen» geführt wird, zum Beispiel ein introvertiertes und zugleich extravertiertes Leben. Der Hinweis auf die «Revolution» besagt, dass die Doppelexistenz nicht freiwillig gewählt wurde, sondern aus Notwendigkeit resultiert. Für stark Betroffene führt eine Revolution zu einem Bruch mit bisherigen Sicherheiten, Bindungen und Weltbildern. Es bleiben nur die Alternativen: Totale Verdrängung mit Persönlichkeits-Spaltung oder ein gleichzeitiges und anstrengendes Leben in zwei Bereichen in Form einer «Doppelexistenz». Anstrengend ist ein solches Leben, weil beide Teile ständig ihr Recht einfordern.

10.05.1975

Zwei

Ein Bauer sagt, er habe in der psychiatrischen Klinik zwei Masken abgelegt, 672

10.05.1975

Zwei

«Zwei Masken» abzulegen würde auf eine zweifache Notwendigkeit hinweisen, sie zu entfernen, sofern sie als ein Verbergen und Verschleiern von Tatsachen oder gar als Heuchelei aufgefasst würden. Anders sähe die Sache aus, wenn wir die Masken als Ausdruck von «Persona» auffassten, über die Jolanda Jacobi sagt, eine «sozusagen richtig sitzende und funktionierende Persona» sei eine «Hauptbedingung psychischer Gesundheit und von grösster Wichtigkeit, wenn die Forderungen der Aussenwelt erfolgreich bewältigt werden sollen». - Auf der anderen Seite bin ich selber der Auffassung, Masken könnten auch auf ein Zuviel an Selbstbeherrschung hinweisen in der Meinung, die anderen Menschen dürften nicht mit eigenen Problemen oder emotionalen Zuständen belastet werden.

22.03.1978

Zwei

Der Weg zwischen zwei kleinen Bergseeen ist beängstigend schmal, und er ist mit Wasser überschwemmt, 717

22.03.1978

Zwei

Zwei Bergseen stehen für zwei Personen bzw. für deren Tiefenschichten, wobei die «beängstigende» Schmalheit des Weges zwischen den beiden für die Gefahr steht, dass die Grenzen verwischt werden bzw. ein symbiotisches Beziehungsverhältnis entsteht. Dass der Weg auch noch mit Wasser überschwemmt ist, verstärkt diese Gefahr.

17.09.1979

Zwei

Ich sage, für zwei Frauen sei zu wenig Platz in einer einzigen Haut. Ich war ausgestiegen und will nicht mehr in diese Haut einsteigen, 756

17.09.1979

Zwei

Die «zwei» Frauen in einer einzigen Haut stehen für das, was in der Tiefenpsychologie mit den Begriffen «Ich» und «der Andere» bezeichnet wird. So gesehen symbolisiert der Austritt aus der gemeinsamen Haut die altbekannte und häufig beklagte «Spaltung». Eine Spaltung ist nicht in jedem Fall als ein unglückliches Geschehen zu interpretieren, sie kann auch ein progressiver Akt bedeuten. Die Frage ist hier, ob ein Teil keinen Platz mehr haben soll, oder ob es möglich sei, nebeneinander und in Freundschaft miteinander zu existieren. Sich als eine Zweiheit zu verstehen, kann auch bedeuten, zu sich selber Distanz zu gewinnen, sich gewissermassen von aussen und mit fremden Augen sehen zu können und somit das eigene Denken, Fühlen und Handeln in neuer Weise beobachten und reflektieren zu können.

12.10.1979

Zwei

Mein neugeborenes Kind hat zwei leibliche Mütter und zwei leibliche Väter, 758

12.10.1979

Zwei

Die Zahl Zwei bezeichnet hier einen Sachverhalt, der im Sinne der Naturgesetze eigentlich unmöglich ist. Dass ein «Neugeborenes» dennoch ausdrücklich zwei leibliche Mütter und zwei leibliche Väter hat, deutet auf die Entstehung von etwas «Neuem». Dieses Neue könnte darin bestehen, dass ein «Kind» geboren und eine geistige Produktion geschaffen wird, die beide Geschlechter paritätisch als «Eltern» vorweisen könnte und erst noch in zweifacher Weise (zwei Mütter und zwei Väter).

29.09.1982

Zwei

Es ist, wie wenn ich aus zwei Frauen bestünde: aus einer jüngeren und einer älteren. Die jüngere Frau führt mein Kinderheim weiter, das ich aufgelöst zu haben glaube, 819

29.09.1982

Zwei

Die Zahl Zwei steht auch hier für eine progressive Spaltung: Aus zwei Frauen zu bestehen besagt hier, zwei Arten von Aufgaben erfüllen zu können, die ohne «Spaltung» kaum zu erfüllen wären. Hier hat die Spaltung bewirkt, dass sich jüngere und tatkräftige Aspekte nebst alternden Anteilen erhalten konnten. Dank diesen ist es möglich, auch jetzt kräftefordernden Arbeiten gerecht zu werden bzw. ein «Kinderheim» zu führen. Ein Kinderheim zu führen könnte - weil Kinder für den Ausdruck von «Eigenem» stehen, sich mit Fragen von Identität und Identitätsfindung zu befassen.

10.08.1986

Zwei

Ich wohne auf zwei Stockwerken, 877

10.08.1986

Zwei

Das Wohnen auf zwei Stockwerken bedeutet, sowohl in den «unteren» als auch «höheren» Bereichen des Lebens beheimatet zu sein.

04.04.2001

Zwei

Zwei Klosterfrauen sind unterwegs zu einem Pflanzgarten oder Bauplatz , 991

04.04.2001

Zwei

Bei den zwei Klosterfrauen geht es um zwei weibliche Menschen, wobei es hier nicht um Spaltung geht, sondern im Gegenteil um Gemeinsamkeit: Zwei Frauen arbeiten an einer gemeinsamen Sache (im Garten pflanzen).

19.11.1959

Zwölf

Ich werde von einem 12-jährigen Mädchen gekniffen. Am Kindertag sind am Jung-Institut Scherze gegen Erwachsene erlaubt, 104

19.11.1959

Zwölf

Die Zahl Zwölf, das 12-jährige Mädchen, könnte hier die vorpubertäre Zeit symbolisieren, in der die Domestizierung zur angepassten «Weiblichkeit» noch nicht vollständig stattgefunden hat, denn das Mädchen erlaubt sich «Scherze» mit Erwachsenen. Allerdings spielt sich dieser Scherz lediglich im gesellschaftlich erlaubten Rahmen ab (Kindertag). Möglicherweise symbolisiert der «Kindertag» seinerseits die Situation am Lehrinstitut, in dem Erwachsene die angebotenen Lehren, wie sonst Kinder (ausserhalb des «Kindertages»), unhinterfragt zu «schlucken» haben.

09.10.1964

Zwölf

Beim Obsternten sollen weitere zwölf Bäume geerntet werden. Über die zusätzliche Arbeit mache ich mir Sorgen, 293

09.10.1964

Zwölf

Die Anzahl der Bäume (zwölf), eine mythische Zahl, weist auf die Besonderheit dieser Ernte hin bzw. auf die Art der Sorge, die mit der Ernte verbunden ist. In der magischen Tradition spielten Äpfel eine wichtige Rolle, wegen ihrer allgegenwärtigen Verbindung mit der Verehrung der Göttin.

04.03.2002

Zwölf

Ein zirka 12-jähriger Knabe hat sich aus einem mumifizierten Hund entwickelt, 994

04.03.2002

Zwölf

Bei Altersangaben, hier zwölf Jahre, ist nach Jungscher Auffassung immer zweierlei zu fragen: Was war vor zwölf Jahren (also 1990) oder was ist der Träumerin (oder dem Träumer) im Alter von zwölf Jahren zugestossen?