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Symbolkategorie Zustand

26.09.1963

AltAltes

Ich entdecke ein unterirdisches Gewölbe von beträchtlicher Grösse und Höhe. Das Gewölbe scheint sehr alt und gehört zu unserem Haus, 241

26.09.1963

AltAltes

Hier erscheint das «Alte» im positiven Sinn. Das alte Gewölbe verweist auf etwas Wertvolles aus der Vergangenheit im Sinne von Erinnerungsspuren, die erhaltenswert erscheinen. Dass diese Spuren zum Haus der Träumerin gehören, besagt, dass hier von wertvollen Inhalten und Wurzeln - vermutlich geistig/seelischer oder familiärer Art - die Rede ist, die unbeachtet liegen geblieben sind und vergessen wurden. - Die Träumerin soll diese wertvollen Inhalte wahrnehmen und ihnen Raum geben.

02.12.1965

AltAltes

Mutter hat leere Büchsen und Flaschen aufbewahrt und alte hässliche Schränke, 369

02.12.1965

AltAltes

Alte hässliche Schränke und leere Gebinde stehen für Wertloses, Uneigentliches, das nur noch der äusseren Form nach existiert. Das Bild vermittelt, derlei Sachen sollten und dürften ohne Gewissensbisse weggeworfen werden, obgleich sie von einer ehrwürdigen Person oder Tradition überlassen wurden (Mutter). - Die Träumerin wird aufgefordert, vermehrt Wertvolles von Wertlosem zu unterscheiden und die Dinge, die sie als wertlos erkenne, mutig zu verwerfen.

13.12.1965

AltAltes

Mittels eines altmodischen Bootes rette ich mich und meinen Sohn aus einem reissenden Bach, 372

13.12.1965

AltAltes

Das «altmodische» Boot wird hier im Sinne von etwas noch Brauchbarem, Nützlichem dargestellt. Es entspricht zwar nicht mehr der «Mode» (es ist aufs Abstellgleis gestellt). - Die Sequenz rät der Träumerin, sie solle sich nicht von den gerade in «Mode» befindlichen Meinungen und Trends abhalten lassen, auf alte Strategien und bewährte Hilfsmittel zurück zu greifen.

26.04.1966

AltAltes

Ich komme zu alten, mit Grünzeug und Blumen überwachsenen Mauern und neueren Häusern. Im Dorf weiss niemand von deren Existenz, 401

26.04.1966

AltAltes

Alte Mauern stehen für etwas Geschichtsträchtiges und Wertvolles, wobei diese Geschichte aber erst noch entdeckt werden muss. Das Hinzukommen von «Grünzeug und Blumen» verweist auf etwas Neues, Lebendiges, Naturnahes. Die «neueren Häuser» könnten bedeuten, dass das Individuelle, das «Eigene» sich zu Wort meldet, das zum «Alten» und Allgemeinen hinzu kommen möchte. - Die Träumerin scheint sich Gedanken zum machen über Fragen der Vereinbarkeit unterschiedlicher Aspekte des Lebens sowie um deren Integration ins eigene Leben (Altes, Neues, Eigenes).

08.07.1967

AltAltes

Meine Schwester A. fühlt sich müde und alt, weil sie für Schularbeiten überexakt gearbeitet hat und man ihr sagt, dass sie dafür zu viel Zeit gebraucht habe, 468

08.07.1967

AltAltes

Sich alt fühlen bedeutet hier, sich verbraucht und erschöpft zu fühlen, wobei die Sequenz auch den Grund für diesen Sachverhalt liefert: Die Frau fühlt sich müde und alt zufolge eines übermässigen Pflichtbewusstseins. Genauer: zufolge überexakten Arbeitens im Bereich der Aneignung von Schulwissen (Schularbeit). Es könnte sein, dass sie sich zu viel Gewalt antut im Bestreben, bezüglich fachlichem und gesellschaftlichem Wissen ständig à jour zu sein.

10.09.1967

AltAltes

In einem altertümlichen Bauernhaus mache ich vermeintlich Ferien. Aber ich muss fast den ganzen Tag schwere Arbeit verrichten, 480

10.09.1967

AltAltes

Ein altes Bauernhaus steht für etwas Wertvolles, Erhaltenswertes und Wünschenswertes. Zugleich wird gesagt, dass dieses Wertvolle nur durch intensive Arbeit erhalten werden könne, und zwar in einer Weise, die Erholung und Musse (Ferien) verunmöglicht. - Die Botschaft an die Träumerin ist eine zwiespältige: Es wird ihr etwas Wertvolles vorgeführt und zugleich vermittelt, dass dies nur durch Selbstausbeutung erhalten werden könne. - Da das alte Bauernhaus in der Symbolik auch für eine wertgeschätzte Person stehen kann, wird die Träumerin vor eine schwierige Alternative gestellt: Soll sie sich für das «Eigene» entscheiden oder sich auf eine Beziehung einlassen, die auf Selbstausbeutung hinauslaufen könnte?

06.08.1968

AltAltes

Fliegend und schwimmend lande ich bei einem zirka 100 Jahre alten, abseits liegenden Haus. Es ist mit Efeu bewachsen, und ich weiss, dass ich lange nicht mehr darin war, 529

06.08.1968

AltAltes

Das alte efeubewachsene Haus verweist auf Währschaftes (100 Jahre alt) und Lebendiges (efeubewachsen). Das heisst, es lohnt sich, ein solches «Haus» aufzusuchen. Das Haus, verstanden als ein Selbstsymbol könnte zugleich bedeuten, dass ein längerer Aufenthalt nicht wünschenswert wäre, weil die Gefahr besteht, sich zu sehr ins soziale Abseits zu begeben. - Auf der Objektebene würde das alte Haus für eine währschafte und lebendige Person stehen, die ganz abseits lebt. Wobei der Rat der Tiefenschichten lauten könnte, mit dieser Person ebenfalls nur besuchsweise in Kontakt zu treten.

20.11.1968

AltAltes

Ich halte mich in einer gepflegten Altwohnung auf, 550

20.11.1968

AltAltes

Von dieser «Altwohnung» wird klar gesagt, wie sie beschaffen ist: Sie ist zwar alt, aber gut erhalten und sogar gepflegt und wohnlich. Diese alte Wohnung scheint für die Träumerin liebenswert zu sein. - Auf der Subjektebene könnte die Sequenz bedeuten, dass die Träumerin in Frieden mit sich lebt. Es könnte bedeuten, dass sie mit ihrem Sosein oder mit dem, was sie aus Veranlagung und Prägung gemacht hat - wenigstens zum jetzigen Zeitpunkt - einverstanden ist und dies, obgleich sie weiss, dass es nicht dem Modell des modernen Menschen entspricht. - Auf der Objektebene könnte die Sequenz auf die Beziehung zu einer Person hindeuten, die in der oben beschriebenen Weise von der Träumerin wahrgenommen wird.

10.11.1969

AltAltes

Ich erhalte alte Gebetsbücher und andere Sachen von einer Frau, die in die USA ausgewandert sei und von dort aus mein Leben wahrgenommen und beobachtet habe, 568

10.11.1969

AltAltes

Diese «alten Gebetbücher» verweisen auf eine besondere Art von «alt». Das Gebet ist eine Form der Beziehung, die Menschen zu einem überpersönlichen oder «göttlichen» Wesen pflegen, vor dem sie das eigene Innere und Persönliche offen legen. Gebetbücher dagegen enthalten vorgedruckte und somit nicht-individuelle Ansprachen, wobei «alte» Gebetbücher bedeuten, dass diese Art der Ansprache nicht mehr in Gebrauch ist. Trotzdem könnten sie, da sie von einer Person stammen, die sich in der Welt umgesehen und unterschiedliche Werte kennen gelernt hat, Inhalte bezeichnen, die zu überliefern sie für lohnend hält. Dabei kann es sich nur um sogenannte «verborgene» Werte handeln. - Die Sequenz scheint die Träumerin an religiöse Werte zu erinnern, die sich u.a. in katholischen Gebetbüchern niedergeschlagen haben, von denen sie sich zwar weit entfernt hat (USA), aber deren Entwicklungen sie immer wahrgenommen hat.

31.05.1973

AltAltes

Ich bewohne ein altes Haus, das dem Ritterhaus ähnelt. Noch sind nicht alle Zimmer eingerichtet, 639

31.05.1973

AltAltes

Von diesem Haus wird gesagt, dass es alt sei, dass aber Neues ins Alte eingebaut würde. Das heisst, dass Altes bewohnbar gemacht wird (Zimmer einrichten). Das Wort «Ritterhaus» erinnert an Historisches, an Rittergeschichten, wobei gefragt werden könnte, was unter «Ritterlichkeit» heute verstanden werden könnte, besonders inbezug auf das männliche Geschlecht. - Auf der Subjektebene könnte die Sequenz lobend ausdrücken, das «Haus» der Träumerin sei zwar teilweise bewohnbar, aber es seien noch keineswegs alle Teile ihrer Psyche, die bewohnbar sein könnten, bewohnbar gemacht. In ihrem Bemühen um eine eigene Identität habe sie noch nicht das «Gesamt» ihrer Psyche in den Blick bekommen. - Dies scheint mir die Botschaft dieser Sequenz zu sein, die so etwas wie einen Überblick über den Stand der Selbstwerdung und Identitätsfindung bietet.

22.12.1977

AltAltes

Zu meiner neuen Wohnung gehören ein grosses altes Eisentor sowie ein Cheminée, das sich als Feuer- und Kochstelle alten Stils erweist, 710

22.12.1977

AltAltes

Dieses «Alte» ist in zweifacher Weise hervorgehoben und zudem in verschiedener Bedeutung. Das Eisentor wird als «alt» und «gross» beschrieben, was auf eine frühere Repräsentationsbedeutung hinweisen könnte. Das zweite «Alte» betrifft eine Feuer- und Kochstelle, die auf eine ältere Kultur- und Wärmequelle verweisen könnte. - Die Sequenz redet also von zwei ganz unterschiedlichen Arten des In-der-Welt-Seins oder der Aufgaben, die uns gestellt sind: Das Zubereiten von Nahrung (Kochen) im Sinne des Aufbereitens von Inhalten, die für uns selber und andere hilfreich und seelisch wärmend sind und anderseits von der Aufgabe oder der Notwendigkeit des Repräsentierens in der äusseren Welt. Vielleicht geht es auch um die Notwendigkeit, eine «Persona» aufzubauen.

17.09.1979

AltAltes

Die Altstadt, die an einen Steilhang gebaut ist, erinnert an Fribourg. Wenn ich mich in der Stadt beengt fühle, dann fliege ich, 755

17.09.1979

AltAltes

Bei dieser Altstadt scheint es sich um eine geschichtsträchtige zu handeln. Das Wort «Alt» wird hier in einem Doppelsinn verwendet: Alte Städte erwecken Interesse und werden in einem gewissen Sinne als schön empfunden, aber auch als muffelig, sofern sie nicht erneuert und renoviert sind. In dieser Sequenz wird gesagt, dass die Stadt - obwohl eine solche grösser ist als ein Dorf - von der Träumerin als «beengend» empfunden wird, wenn auch nicht immer. Zudem wird auf eine Strategie verwiesen, um dieser Enge notfalls zu entkommen: Die Träumerin «fliegt. Das heisst, sie begibt sich in «höhere» Sphären, worin diese auch immer bestehen mögen.

20.11.1986

AltAltes

Ich treffe auf eine für Kupferstiche bearbeitete Platte mit älter anmutenden Motiven. Es sind Blumen, die in unbekannter und unüblicher Weise bearbeitet sind, und ich denke, es sei ein Fund, 878

20.11.1986

AltAltes

Dieses «Alte» betrifft ganz unspektakuläre Dinge, die aber von der Träumerin in ihrem Anderssein als wertvoll erkannt und wahrgenommen werden (ältere Motive, unübliche Blumenmuster).

18.09.1987

AltAltes

Ich wohne in einem alten Haus, abseits vom Trubel. Es ist vielleicht eine alte Mühle, 903

18.09.1987

AltAltes

Das «Alte» betrifft hier eine Mühle. Von dieser wird aber nicht gesagt, dass in ihr auch noch Korn gemahlen wird, sondern nur, dass die Träumerin vermutlich in einer solchen wohnt. Trotzdem: Das Mahlen symbolisiert den betrachtenden, analytischen Umgang mit alten Vorstellungen und Weltbildern, seien diese in der eigenen Person vorhanden oder solchen, die von der Träumerin im gesellschaftlichen Umfeld oder/und bei einer ihr nahen Person wahrgenommen wird.

03.02.1995

AltAltes

In einer Hausapotheke finde ich nur altes Zeug. Auch die Heilsalbe fehlt, die ich für ein Kind suche, 958

03.02.1995

AltAltes

Das «Alte» betrifft hier Inhalte des Heilens und Gesundwerdens, die aber - weil sie «alt» im Sinne von unbrauchbar sind, den Heilauftrag nicht erfüllen können. Es ist «altes Zeug». Die vermeintlichen Heilmittel haben ihre Heilkraft verloren und sind vielleicht sogar schädlich geworden. - Die Sequenz vermittelt der Träumerin, dass sie die Suche nach wirksamen «Heilmitteln» nicht auf eine «Hausapotheke» - die ein Bild für eine Therapierichtung oder eine Person darstellen könnte - einschränken sollte. Was sie für das «Kind» braucht, dem sie helfen will, müsse sie an weitsichtigeren Stellen suchen. Die Sequenz unterlässt leider zu sagen, wofür dieses «Kind» steht. Die Träumerin ist aufgefordert, dies heraus zu finden.

22.02.1997

AltAltes

Ich bin in ein mittelalterliches Städtchen geraten, das wie ausgestorben ist. Das Städtchen gefällt mir, und ich frage mich, warum es nicht renoviert wird, 981

22.02.1997

AltAltes

Dieses «mittelalterliche» Städtchen wird explizit als erhaltenswürdig und also als liebenswert bezeichnet. Die Träumerin erklärt ausdrücklich, dass ihr das Städtchen gefällt und dass eine Renovation lohnend wäre. Für was auch immer dieses Städtchen stehen mag: Wir haben sicher eine prospektive Botschaft vor uns, mit der die Träumerin sich näher befassen soll.

04.11.1959

ArchaischAlt

Eine alte Frau führt eigenartige und gefährliche Sprünge auf einem Brettergerüst aus. Dies tue sie aus Verzweiflung, weil ihr Haus abgebrannt sei. Trotzdem lehne sie Hilfe ab, 98

04.11.1959

ArchaischAlt

Die alte Frau befindet sich gewissermassen an der Nahtstelle zwischen bewusstseinsfähigen und archaisch naturnahen Schichten. Sie reagiert auf eine lebensbedrohende Situation mit Panik und zugleich bockig. Es wäre ein Akt der Klugheit, auf die alte Frau zu hören und sich zu fragen, warum sie keine Hilfe annehmen will. Vermutlich sind die «Hilfen», die ihr in Aussicht gestellt werden, nicht das, was sie wirklich braucht. Sie bräuchte zum Beispiel einen Ort, in dem sie wirklich Heimat und eine weibliche Identität finden könnte. Es könnte sein, dass sie Hilfe ablehnt im Wissen, dass Hilfe meistens mit Abhängigkeit erkauft werden muss.

25.05.1962

ArchaischAlt

Eine alte Frau verkrallt sich immer stärker in mich. Meine Versuche, sie abzuschütteln, gelingen nicht, 186

25.05.1962

ArchaischAlt

Die alte Frau, die sich in die Träumerin verkrallt und sich nicht abschütteln lässt, deute ich als verzweifelte Hartnäckigkeit der archaischen Figur. Vierzigjährige Frauen galten zu dieser Zeit (1962) als alt und in Filmen wurde vorgeführt, dass es ein Leben danach für eine Frau nicht mehr gebe. Kein Wunder, wenn eine junge Frau (27-jährig) sich gegen die alte Frau abgrenzen möchte. Die Sequenz verweist auf eine paradoxe Situation. Einerseits ist es für die junge Frau notwendig, sich gegen die Zudringlichkeit der Alten abzugrenzen. Auf der anderen Seite ist es richtig, dass «die Alte» sich nicht abschütteln lässt, denn sie steht für Erfahrungen und Kräfte, die später für die älter gewordene junge Frau lebensnotwendig sein werden.

29.08.1963

ArchaischAlt

Eine 91-jährige Frau klettert an hoher Fassade herauf, um Suizid zu begehen, aber ich halte sie davon ab. Die Frau beschuldigt mich nun, ich hätte ihr Geheimnis verraten, 237

29.08.1963

ArchaischAlt

Die verrückte Idee einer 91-jährigen Greisin, eine Fassade hoch zu klettern, und die Kraft, die sie dabei beweist, könnte eine archaische Situation bezeichnen. Schon in den Sequenzen 98 und 186 war eine archaische Form der Verzweiflung - in einer Situation von Sein oder Nichtsein - sichtbar geworden. Auch hier ist zu vermuten, dass es um den Anspruch geht, als weibliches Wesen eine eigenständige Person zu sein, die in echter Weise den Prozess vom Jungsein zum Altsein durchlaufen und sich zu einer Persönlichkeit entwickeln dürfte. Aber noch fehlen die Möglichkeiten für eine wirkliche Annäherung zwischen der jungen Frau und der alten Frau. Immerhin vermag die Träumerin die archaische Alte von ihrem suizidalen Vorhaben abzuhalten. Eigenartig ist der Vorwurf der Greisin, die Träumerin habe ihr Geheimnis verraten, was nicht ohne weiteres zu verstehen ist. Die Frage, welches «Geheimnis» die Träumerin verraten hat, ruft nach einer längeren Meditation und Gedankenarbeit, die den Einbezug des äusseren Kontextes erfordert.

28.06.1966

ArchaischAlt

Ich habe einer archaischen Frau gekündigt, 413

28.06.1966

ArchaischAlt

Auf der einen Seite scheint es richtig, gewisse Bindungen ans Archaische aufzukündigen bzw. diese nicht in den Tagbereich eindringen zu lassen. Auf der anderen Seite löst die Kündigung ein gewisses Unbehagen aus, weil die Beziehung zu den urtümlichen Tiefenschichten nicht abgebrochen werden sollte. Es wäre also zu fragen, was genau die Inhalte dieses Archaischen sind, die sich ins Bewusstsein der Träumerin einbringen möchten.

26.01.1959

KrankBehindert

Weil ich sehr lange krank war, habe ich drei Viertel des Unterrichts verpasst. Ich bitte meine Lehrerin, mich trotzdem an eine höhere Schule zu empfehlen, 18

26.01.1959

KrankBehindert

Hier wird «KrankBehindert» mit einer Verhinderung von «Unterricht» bzw. schulischem Wissen in Zusammenhang gebracht. Ferner wird ein starkes Bedürfnis der Träumerin nach solchem Wissen hervorgehoben (sie bittet ihre Lehrerin, sie an eine höhere Schule zu empfehlen).

19.10.1959

KrankBehindert

Eine junge Frau liegt wie krank im Bett. Sie sagt zu mir, sie trage die "Wundmale", aber sie dürfe es niemandem sagen, 91

19.10.1959

KrankBehindert

Das Wort «Wundmale» bezeichnet tiefgreifende seelische Verletzungen und Traumata. Die Bezeichnung für das Phänomen der «Stigmatisierung» durch die «Wundmale Christi» könnte als Hinweis verstanden werden, dass diese Verletzungen mit dem Christentum und den katholischen Lehren vom Leiden zu tun haben. Auf der anderen Seite gehört die Idee vom notwendigen Leiden in einer Jungschen Psychotherapie, in Zusammenhang mit dem Individuationsprozess, zur selbstverständlichen Voraussetzung. - Die Sequenz scheint die Träumerin aufzufordern, sich über die christlichen und psychologischen Ideen und Formen von Leiden, mit denen sie konfrontiert ist, klarer zu werden und sich insbesondere stärker mit der leidenden Frau zu identifizieren, die sie auf der Subjektebene selber darstellt.

17.06.1962

KrankBehindert

Durch irgend etwas bin ich schwer verletzt worden und glaube sterben zu müssen, 194

17.06.1962

KrankBehindert

Die «schwere Verletzung» symbolisiert eine schwere seelische Verletzung und Verwundung, die hätte tödlich verlaufen könnte: Ein Warntraum! - Hier gilt es zu eruieren, wer oder was eine solche schwere Verletzung verursacht.

23.12.1964

KrankBehindert

Ich bin von einer eigenartigen Krankheit befallen und habe Todeskämpfe zu bestehen, 312

23.12.1964

KrankBehindert

Eine «Krankheit», die bis zu Todeskämpfen geht, steht für eine extrem belastende emotionale Situation, die sogar zum Tod führen könnte. Diese ernste Situation soll die Träumerin wahrnehmen. Vielleicht bräuchte sie auch Hilfe von aussen, um in der Todesnähe nicht unterzugehen.

26.06.1966

KrankBehindert

Ich erwache aus einem Dämmerzustand, 411

26.06.1966

KrankBehindert

Das Erwachen aus einem Dämmerzustand steht für das sich Bewusstwerden einer Situation, was zu einer seelischen Gesundung führen könnte.

05.12.1966

KrankBehindert

Ich nehme wahr, dass eine junge Frau eine schwere innere Last trägt. Zuvor sei sie meine Mutter gewesen, 435

05.12.1966

KrankBehindert

Das Tragen einer «schweren Last» behindert zweifellos das Fortkommen in der Welt. Als «innere» Last verweist die Metapher einerseits auf die Subjektstufe, die «Last» kann aber ebenso als eine von der Aussenwelt auferlegte verstanden werden, die sich als psychische Belastung auswirkt. Äussere Umstände werden insbesondere dann als belastend erlebt, wenn sie in der gesellschaftlichen «Ordnung» verankert sind und daher unveränderbar erscheinen. - Die eigenartig anmutende Erklärung, die junge Frau, die «schwere Lasten» trägt, sei zuvor die Mutter der Träumerin gewesen, könnte bedeuten, dass es hier um eine Mutter-Tochter-Problematik geht, die von der Träumerin bislang nicht erkannt wurde, nun aber in ihr Bewusstsein kommen möchte.

06.01.1967

KrankBehindert

Nach einem Sturz fühle ich mich wie in zwei Personen aufgeteilt. Nach Aufhebung der Zweiteilung spüre ich, dass ich von einer Frau gepflegt werde. Sie wickelt Windeln um mich, wie wenn ich ein kleines Kind wäre, 451

06.01.1967

KrankBehindert

Jemanden in «Windeln packen», ist eine negativ besetzte Metapher, und dies besonders, wenn die Umsorgte eine Frau ist. Die Traumsequenz durchbricht diese Vorstellung, denn die Träumerin wird wie ein kleines Kind von einer Frau gepflegt und erhält von dieser sogar eine Art Intensivpflege (die Frau wickelt Windeln um die Träumerin). Ein Kleinkind bedarf einer solchen intensiven Pflege, was heisst, dass das Bild nicht als ein Verpäppeln einer Frau durch eine andere Frau interpretiert werden darf. - Die Sequenz könnte besagen, die Träumerin sei von einer psychischen Spaltung bedroht, die jedoch durch Intensivpflege von Frau zu Frau heilbar wäre oder geheilt worden sei.

28.11.1967

KrankBehindert

Die Ehefrau eines Arztes hätte eine Kur nötig. Aber der Arzt sagt, er benötige die Frau in seiner Praxis, 500

28.11.1967

KrankBehindert

Die Erholungsbedürftigkeit der Frau ist in der «Praxis» nicht eingeplant, obgleich sie von ärztlicher Seite (Arzt-Ehemann) wahrgenommen wird. Der Traum verweist auf das Frauen «behindernde» Argument der «Unentbehrlichkeit». Unentbehrlich sein symbolisiert einerseits Wertschätzung und Anerkennung von Tüchtigkeit, ist aber anderseits eine Form des «Gebrauchtwerden», das an Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft grenzt. Der Traum nennt den Ort der Ausbeutung: Es ist die Arztpraxis eines Mannes. Auf der Subjektebene könnte die «Behinderung» auch als fehlender innerer Widerstand gedeutet werden, weil der Träumerin gesellschaftlich abgestützte Argumente fehlen.

20.09.1971

KrankBehindert

Mutter sagt, sie sei krank gewesen, daher müsse sie nun Nachtschicht arbeiten, 607

20.09.1971

KrankBehindert

Vier Jahre nach Sequenz 500 ist hier von einer vergangen Krankheit die Rede. Zudem wird vermerkt, diese sei von langer Dauer gewesen. Die Sequenz verweist ferner auf die Folgen einer langjährigen Erkrankung: Sie hat zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit geführt, die nun durch eine doppelte Anstrengung wettgemacht werden soll (Nachtschicht arbeiten). - Die Sequenz warnt möglicherweise vor einer allzu grossen Arbeitsbelastung im Sinne der Überkompensation von Lücken oder Schwachstellen. Sie beinhaltet aber auch den Trost, dass eine Aufarbeitung von schweren Zeiten und Ereignissen (Krankheit) nicht nur erwünscht, sondern auch möglich sei.

04.10.1973

KrankBehindert

Eine Frau fiebert, ist schweissgebadet und wollte aus der Welt entfliehen. Plötzlich bin ich selber die Frau, 646

04.10.1973

KrankBehindert

Zwei Jahre nach Sequenz 607 erfolgt die Aussage, «schweissgebadet» zu sein, zu fiebern und aus der Welt entfliehen zu wollen. Dies ist als Ausdruck von Verzweiflung zu verstehen, die hier jedoch nicht einer Lebensmüdigkeit entspringt, sondern einer kränkenden oder krankmachenden Situation. - Der Hinweis, plötzlich sei die Träumerin selber diese Frau, bedeutet, dass sie sich einer prekären Situation und Gefühlslage bewusst wird. Dieser müsse sie grösste Beachtung schenken, ansonsten sie eskalieren könnte.

01.11.1977

KrankBehindert

Auf dem Weg zur Arbeit überfällt mich Kraftlosigkeit. Ich torkle, falle um und versuche immer wieder aufzustehen, 706

01.11.1977

KrankBehindert

Vier Jahre nach der Sequenz 706 von «Kraftlosigkeit» überfallen zu werden ist etwas anderes als «schweissgebadet» zu sein oder zu fiebern. Sich «ohne Kraft» zu fühlen, könnte hier ausdrücken, die berufliche Arbeit oder die Situation in der beruflichen Umwelt werde zur Zeit als eine besondere Belastung erlebt. Diese wirke derart kräfteraubend und verschleissend auf die Träumerin, dass die Pflichterfüllung äussert erschwert sei und fast unmöglich erscheine (torkeln, umfallen). Die Sequenz redet zugleich von der Art, wie die Träumerin mit dieser Situation umgeht: Sie versuche immer wieder aufzustehen, also ihren Verpflichtungen nachzukommen.).

12.05.1978

KrankBehindert

Eine Fernsehsprecherin (Dorothea F.) gerät vor Erschöpfung ins Hintertreffen. Ich warte auf sie und trage sie. So gerate ich ebenfalls ins Hintertreffen, 721

12.05.1978

KrankBehindert

Ein knappes Jahr nach der Sequenz 706 ist von «Erschöpfung» die Rede. Diese Aussage assoziiert das sogenannte Burnout-Syndrom, was in der Regel als eine Folge von mangelnder Abgrenzungsfähigkeit und Stress interpretiert wird. Auf der Subjektebene würde diese Deutung durch den Hinweis bestätigt, dass die Träumerin die Erschöpfte «trägt» und dadurch selber Schaden leidet (sie gerät ins Hintertreffen).

22.06.1979

KrankBehindert

Ich gerate in Verdacht, hysterisch zu sein, weil ich immer wieder ohnmächtig zu Boden falle und mich nicht verständlich machen kann, 751

22.06.1979

KrankBehindert

Ein Jahr nach der Sequenz 721 fällt die Träumerin immer wieder «ohnmächtig» zu Boden. Zudem wird gesagt, sie sei nicht imstande, sich verständlich zu machen. Das heisst, die Träumerin fühlt sich ausserstande, anderen gegenüber ihre Erfahrung von Gekränktwerden und Machtlosigkeit (Ohnmacht) zu vermitteln oder sich adäquat auszudrücken. Die Befürchtung, als «hysterisch» angesehen zu werden, wird verständlich, weil zu dieser Zeit frauenspezifische Erfahrungen (Unterdrückung, fehlende Macht) von der traditionellen Psychologie als blosse Einbildungen oder Komplexe gekennzeichnet wurden.

28.08.1982

KrankBehindert

Eine Frau fühlt sich schwindelig. Sie bittet mich, für einen Moment in mein Auto sitzen zu dürfen, 810

28.08.1982

KrankBehindert

Drei Jahre nach Sequenz 751 scheint die Träumerin derart gestärkt und autonom zu sein (Auto), dass sie von einer anderen Frau als derart selbständig wahrgenommen wird, dass sie um Teilhabe zu bitten wagt. - Diese Sequenz ergibt sowohl auf der Objektebene als auch der Subjektebene eine prospektive Interpretation. Beide Male erscheint die Träumerin in einer gestärkten Position.

18.10.1982

KrankBehindert

Böse Geister attackieren, würgen und behindern mich, während ich Körper an Körper mit meiner Schwester M. ringe, 820

18.10.1982

KrankBehindert

Behindert zu werden durch «böse Geister» (Attacken und Würgen) verstehe ich als Ausdruck von Theorien und Ideologien, die in der Frau ein Gefühl von «Würgen» auslösen. Dies kann einer Frau passieren, wenn sie mit frauenfeindlichen Inhalten konfrontiert wird. Oder wenn sie mit Lektüren versorgt wird, die sie von der Richtigkeit solcher Inhalte überzeugen sollen.

02.06.1959

Lähmung

Ich erwache aus einem Dämmerzustand und merke, dass ich in einem Fluss liege, 30

02.06.1959

Lähmung

Gelähmt zu sein oder sich in einem Dämmerzustand zu befinden, sind ungefähr dasselbe. Beide drücken einen Zustand aus, in dem eigene Kräfte oder Begabungen uns nicht zur Verfügung stehen oder blockiert sind. - Die Botschaft an die Träumerin in dieser Sequenz lautet, sie solle sich einer Situation bewusst werden, die auf die Dauer schädigend für sie sein könnte (im Fluss liegen).

01.02.1966

Lähmung

Ich bin aus meinem Körper ausgestiegen, der nun wie geistesabwesend und gelähmt wirkt. Ich muss sofort wieder einsteigen, sonst stirbt er ab, 389

01.02.1966

Lähmung

Es könnte sein, dass die Träumerin zu stark in eine andere Existenz eingetreten ist, z.B. in einer Liebesbeziehung, und dass ihr nun das Entgleiten des «Eigenen» droht. Die Sequenz warnt vor einer solchen Entwicklung.

30.05.1967

Lähmung

Ich habe mich an einer Wurzel in die Tiefe gleiten lassen und dann fallen gelassen. Danach bleibe ich wie gelähmt liegen, 464

30.05.1967

Lähmung

Sich an einer Wurzel in die Tiefe gleiten zu lassen, ist an sich ein schönes Bild, da es die «Rückkehr zu den Wurzeln» symbolisiert. Das Unglück erfolgt erst an dem Punkt im untersten Teil, an dem die Träumerin glaubt, sich «fallen lassen» zu können. Das bedeutet, dass der Weg in die Tiefe immer vom Festhalten an den «Wurzeln» begleitet sein muss, das heisst, von der Treue zum eigenen «Weg» und zum eigenen Denken und Fühlen. Aber noch scheint keine tödliche Verletzung vorzuliegen.

25.01.1970

Lähmung

Ich fühle eine Lähmung und hoffe, etwas oder jemand würde mich vom Suizid abhalten, 574

25.01.1970

Lähmung

Diese «Lähmung» steht für eine Situation von gravierender Erschöpfung, die bis zum Todeswunsch führt.

18.04.1971

Lähmung

Ich bin vor Entsetzen wie gelähmt, weil eine Frau ihren Mann anstiftet, die gemeinsamen Töchter zu vergiften. Später gelingt es mir, Massnahmen dagegen zu ergreifen, 598

18.04.1971

Lähmung

Diese «Lähmung» wird einem heftigen Affekt zugeschrieben (Entsetzen), wobei dieser Affekt durch ein extrem aggressives Potential ausgelöst wird. Das Entsetzen betrifft die Tötungsabsicht einer «Mutter», die sich auf ihre «Töchter» richtet, wobei die Gründe für die böse Tat im Dunklen bleiben. Es wird auch nicht mitgeteilt, warum sie den «Vater» dieser Töchter einspannen will. Was haben die «Töchter» verbrochen? - Es könnte sein, dass die «Töchter», verstanden als Ausdruck geistigen Schaffens nicht den Erwartungen der Produzentin (Mutter) entsprechen. Auffallend ist, dass der Einspruch nicht von väterlicher Seite kommt, sondern von einer anderen Frau. Diese ist bezüglich der Bewertung mütterlicher «Produkte» offensichtlich anderer Meinung. Die Auseinandersetzung bezüglich der Bewertung einer weiblichen Produktion spielt sich also zwischen zwei Frauen ab, während die Rolle des «Vaters» unsichtbar bleibt. - Interessant ist, dass derselbe Affekt (Entsetzen), der zunächst zur «Lähmung», zur totalen Blockierung der Träumerin führte, später imstande ist, sie heraus zu reissen und handlungsfähig zu machen (sie stellt sich der Absicht entgegen). - Bei den zunächst als minderwertig eingestuften und abgelehnten Produkten (Töchter) könnte es sich um weibliches Erfahrungswissen handeln, dem zu dieser Zeit (1971) kaum Wert zugestanden wurde. - Die Sequenz enthält den Rat an die Träumerin, sie solle genauer hinsehen bezüglich der Bewertung ihres eigenen Schaffens und des Schaffens anderer Frauen.

21.12.1958

Nacktheit

Eine junge Frau kriecht nackt und einer Ohnmacht nahe über eine Autostrasse. Es ist Nacht, 12

21.12.1958

Nacktheit

Die Vorstellung, dass eine Frau nachts nackt und einer Ohnmacht nahe über eine Autostrasse kriecht, ist absolut beklemmend. Die psa. Deutung, eine solche Frau wolle sich prostituieren, geht am Wesentlichen vorbei. Die Nacktheit symbolisiert eine totale seelische Schutzlosigkeit und Wehrlosigkeit, dies im Unterschied zu den Leuten, die in ihrem Selbstverständnis als autonome Menschen wohlbehütet in ihren «Autos» sitzen.

24.10.1959

Nacktheit

Ich vergesse, dass ich noch halbnackt bin, während ich neben dem Haus das Bild einer Pionierin betrachte, 95

24.10.1959

Nacktheit

Im Unterschied zu 12 bedeutet hier das Halbnacktsein nicht Schutzlosigkeit, denn die Frau kann jederzeit in ihr Haus gehen, neben dem sie steht. Halbnackt bedeutet hier lediglich, dass die Frau (noch) nicht gesellschaftskonform gekleidet ist (es ist frühmorgens) was zu einer gewissen Peinlichkeit führen könnte.

29.05.1973

Nacktheit

Auf der Velofahrt nach Hause merke ich, dass ich nackt bin und fahre zurück, um ein Kleid zu kaufen. Ich hatte mein Kleid zur Abänderung im Laden gelassen, 637

29.05.1973

Nacktheit

Nackt auf Velofahrt zu sein, bedeutet ungeschützt und wehrlos zu sein, sich vermutlich ohne «Persona» in die Aussenwelt gewagt zu haben. Dies könnte zu sehr unbehaglichen Situationen führen. Die Träumerin wird sich dieses Sachverhalts bewusst, sie korrigiert ihre Unterlassung.

31.12.1977

Nacktheit

Ein Mann hat eine Frau mit drei bis vier Kindern nackt, frierend und fiebernd in der Kälte zurück gelassen. Zuvor hatte er sie eingesperrt, 712

31.12.1977

Nacktheit

Die «Nacktheit» dieser Kinder hat nichts mit einer lustvollen Körperlichkeit zu tun, sondern steht für die Schutzlosigkeit und Gefährdung menschlicher Existenz, insbesondere in einer Umgebung von winterlicher «Kälte». Dass reale Kinder in einer solchen Situation «fiebern und frieren» ist unmittelbar einfühlbar. Verstanden als Symbol des «Eigenen», stehen «nackte, frierende» bzw. der Kleider bestohlene Kinder für den gänzlichen Entzug von wohlgesinnten Auffassungen bezüglich Identität (Kleider). - Die Sequenz macht die Träumerin auf diesen Sachverhalt aufmerksam und stellt an sie die Frage, wie sie dies ändern könnte und was sie zu tun gedenke.

27.04.1959

Rot

Ein Mann mit roten Augen versperrt mir und meinem kleinen Sohn im Wald den Weg, 25

27.04.1959

Rot

Rote Augen in Verbindung mit Machtausübung und Unterdrückung assoziiert jene mythologische und religiöse Figur, die wir als «Teufel» kennen. Die «roten Augen» stehen hier für einen Mann, der «rot» sieht im Verhältnis zu einer Frau mit Kind, deren Fortkommen er zu unterdrücken versucht (Weg versperren).

23.03.1961

Rot

Mein Bruder B. fährt mit einem roten Sportwagen vor. Dann höre ich ihn leidenschaftlich nach seiner Frau rufen, 147

23.03.1961

Rot

Ein roter Sportwagen symbolisiert Vorstellungen über Autonomie, Leidenschaft und Sexualität, die zudem das Verhältnis zwischen den Geschlechtern wesentlich mitbestimmt.

11.09.1962

Rot

Das rote Tuch, mit dem die Kartonschachtel zugedeckt ist, in der ich als kleines Mädchen liege, rutscht weg. Ein grosser Mann legt dem Mädchen etwas quadratisch Weiches auf die Brust und sticht hinein, 208

11.09.1962

Rot

Ein «rotes Tuch» assoziiert zunächst die Metapher «ein Mann sieht rot». Eine solche Person charakterisiert nach Brockhaus jemanden, der in einer bestimmten Situation mit grosser Aggressivität agiert oder reagiert. - Hier jedoch verliert sich die Farbe Rot, die für Lebensenergie und pulsierendes Leben steht: Sie «rutscht weg» von der «Schachtel», die ihrerseits das weibliche Geschlecht symbolisiert. Anstelle der roten Lebensenergie wird ein schutzbedürftiges Mädchen sichtbar, und vielleicht ist es dieser Sachverhalt, der die extreme Aggression im Manne auslöst. Auf der anderen Seite könnte das «weiche Quadratische», das er dem Kind auf die Brust legt, bedeuten, er verschleiere seine Tötungsabsicht oder aber, er sei sich über die Wirkung seines Tuns nicht im Klaren. - Das Bild vermittelt ferner, der Messerstich ziele auf die «Brust» des Kindes. Über die Symbolik der Brust heisst es, sie spiele bei beiden Geschlechtern eine wichtige Rolle in der zwischenmenschlichen Verständigung (Kommunikation): Man zeige auf sie (bei sich und anderen), man brüste sich (werfe sich in die Brust) oder man klopfe auf sie zum Imponieren, zeige Schuldbewusstsein oder Demut durch Händeüberkreuzen über der Brust usw. Auch die psychosoziale Bedeutung der Brust sei gross: Die Eltern drücken das Baby und das grössere Kind an die warme Brust und geben ihm möglichst oft durch Hautkontakt Schutz und Liebe, auch Trost, sowie beim Stillen Nahrung (Brockhaus 2004). - So gesehen würde der Messerstich in die «Brust» auf das Selbstbewusstsein des «kleinen Mädchens» in der Träumerin zielen. - Die Träumerin ist zur Frage aufgerufen, ob in ihrem Verhältnis zu einem Mann ein derartiges Beziehungsmuster vorliegen könnte.

19.07.1959

SchwarzWeiss

Im weissen Sarg liegt meine jüngste Schwester. Ich soll sie begraben. Daneben steht ein schwarzer Sarg, aber ich weiss nicht, wer darin liegt, 54

19.07.1959

SchwarzWeiss

Ob die Farbe Weiss des einen Sarges die Träumerin dazu auffordern will, die «naiven» Vorstellungen von Unschuld zu verlassen und zu «begraben»? Oder ob die Sequenz im Gegenteil dazu auffordern will, sich auf andere Bedeutungen der Farbe Weiss zu besinnen, denn die Farbe Weiss ist auch die Farbe der Fülle. Physikalisch besteht sie, wie oben erwähnt, aus der Summe aller Farben: Sie ist die Farbe des Lichts und somit auch des Bewusstseins, und schliesslich ist sie auch die Farbe der süssen und nährenden Milch und Muttermilch. In Rom gab es die Sitte, jedes glückliche Ereignis mit einem weissen Stein zu kennzeichnen. - Aus patriarchaler Sicht dagegen bedeutet die Farbe Weiss des Hochzeitskleides, dass die Braut sexuell «unberührt» in die Ehe eintritt, dass sie wie ein unbeschriebenes weisses Blatt sei, damit der Ehemann seine eigenen Zeichen in sie einschreiben könne. Angesichts dieser Zuschreibungen könnte es sein, dass der Träumerin die Fülle des «weissen Lichts» und der «weissen Milch» nicht zugestanden wird oder dass sie befürchtet, ihr stünde sie nicht zu.

29.11.1959

SchwarzWeiss

Ich habe das Berührungsverbot mit Schwarzen übertreten und werde deswegen festgenommen, 112

29.11.1959

SchwarzWeiss

Das Berührungsverbot mit Schwarzen betrifft die Berührung mit Weltdeutungen aus der menschlichen und matrizentrierten Frühzeit, die von der Kirche als «heidnische» abgewertet und verboten wurden. Die Träumerin scheint die Berührungsängste mit Inhalten, die gesellschaftlich unerwünscht sind (schwarz), überwinden zu wollen, obwohl sie mit Sanktionen rechnen muss.

17.08.1960

SchwarzWeiss

Eine zuvor kostspielig in Weiss gekleidete Frau trägt nun ein einfaches schwarzes Kleid. Dazu trägt sie einen schwarzen Schleier, 135

17.08.1960

SchwarzWeiss

Hier ist die Farbe Weiss mit Reichtum und Fülle verbunden, analog dem physikalischen Farbspektrum, in dem sich die Summe aller Farben als weiss erweisen. Mit der Farbe Schwarz geht diese Fülle verloren. Die Farbe Schwarz steht hier für Depression und Verlust von Lebensfreude. - In einem anderen Zusammenhang könnte sie auch jene Dunkelheit der Nacht symbolisieren, die das Wunderbare und Geheimnisvolle der Nacht enthält.

28.12.1963

SchwarzWeiss

Ich bin mit dem Suchen des Kindes beauftragt, das einer schwarz gekleideten Frau gehört, 264

28.12.1963

SchwarzWeiss

Die «schwarzgekleidete» Frau steht hier für Trauer bis Depression über ein verlorenes «Kind», das seinerseits für einen kreativen Ausdruck steht. Der explizite Auftrag an die Träumerin ist es, dieses «Kind» zu suchen, aktiv zu werden im Sinne einer Rückgewinnung eines «schwarz» entstandenen und also illegitim geschaffenen «Eigenen».

10.08.1967

SchwarzWeiss

Eine schwarzhäutige Frau hat ein Kind geboren. Eine andere schwarzhäutige ältere Frau, stiehlt das Kind, 472

10.08.1967

SchwarzWeiss

Die Farbe Schwarz kommt hier drei Mal vor: Junge schwarze Frau, schwarzes Kind, ältere schwarze Frau. Thema ist: Nicht alles, was weiblich ist, ist auch lieb und gut. Auch unter Frauen gibt es «schwarze Schafe», gibt es Eifersucht und Neid. Dieser Tatsache soll die Träumerin ins Auge sehen und sie als «normal» anzusehen. Denn auch Frauen sind Menschen mit Unzulänglichkeiten, es wäre ein Unrecht, von ihnen zu verlangen, sie müssten allesamt moralisch besser sein als Männer. Mit diesem Hinweis ist allerdings die Frage nicht beantwortet, warum eine ältere und schwarze Frau das Neugeborene einer jüngeren Frau entwendet. Darüber wäre noch nachzudenken.

20.02.1973

SchwarzWeiss

Am «Schwarzen Brett» hängt ein Heft, das weitgehende Vorwürfe und Kritik an der Kirche enthält. Das Heft gehört einem unbekümmerten 16-jährigen Mädchen, 631

20.02.1973

SchwarzWeiss

Als «schwarzes Brett» bezeichnet man eine schwarz gestrichene Tafel für Anschläge, Bekanntmachungen und kurze Mitteilungen. Hier wird aber nicht nur eine kurze Mitteilung hinterlassen, sondern ein ganzes Heft, von dem gesagt wird, was es beinhaltet und wem es gehört. Aufgrund der Zusatzinformation, das Heft gehöre einer «unbekümmerten» Jugendlichen, ist anzunehmen, dass es sich um ein «Tagebuch» handelt, also um eine Form der Aufzeichnungen, die nicht für die Öffentlichkeit tauge. - Auf der Subjektebene scheint die Sequenz die Träumerin an ihre eigenen Vorwürfe und Kritiken an der «Kirche» erinnern zu wollen, die sie nicht vergessen, sondern in eine adäquatere Form bringen solle. Hierbei könnte das Wort «Kirche» durchaus auch für andere Institutionen oder für Personen stehen, die einen absoluten Wahrheitsanspruch erheben.

25.09.1987

SchwarzWeiss

Ich bin mit einer schwarzen Frau verheiratet. Sie sagt, sie kenne mich schon lange und stellt mir Fragen, 906

25.09.1987

SchwarzWeiss

Die Verbindung mit einer schwarzen Frau durch Heirat könnte das Interesse der Träumerin an den Erfahrungen und Kenntnissen einer anderen Frau ausdrücken, die zudem von den ihrigen noch dadurch abweichen, weil sie einer anderen Kultur entstammen (schwarze Frau). Die Heirat könnte auch den Wunsch nach einer verbindlichen Beziehung zu einer Frau beinhalten, die eine lesbische Note haben könnte. Auf der Subjektebene könnte es sich um eine gelungene Integration von bisher abgewehrten Interessen handeln, zum Beispiel anzuerkennen, dass Liebe zwischen Frauen möglich und ebenso natürlich sei wie heterosexuelle Liebe.

28.10.1988

SchwarzWeiss

Ich versorge ein neugeborenes dunkelhäutiges Mädchen. Das Kind lächelt mich an, 921

28.10.1988

SchwarzWeiss

Diese Sequenz ist wie eine logische Folge der Traumsequenz 906. Aus der Heirat mit einer schwarzen Frau resultiert ein dunkelhäutiges Kind. Es findet eine Verbindung und Kommunikation zwischen Bereichen statt, die traditionell mit den Farben Schwarz und Weiss verbunden sind: schwarz als Ausdruck von Natur und Gefühl im weitesten Sinn, weiss als Ausdruck von Denken und Reflektieren. - Dass diese beiden Bereiche durch ein weibliches Kind dargestellt sind, könnte auf der Subjektebene heissen, dass die Träumerin die beiden Pole von Denken und Fühlen nunmehr ganz klar als Ausdruck ihres Daseins als Frau, als weibliches Wesen auffasst (und nicht mehr bereit ist, die Pole in traditioneller Weise mit den Begriffen «weiblich/männlich» oder Anima/Animus zu umschreiben).

05.03.2003

SchwarzWeiss

Ich sage zum Vater eines 18-jährigen Schwarzen, seinem Sohn gehe es nicht gut. Ich denke, er leide an einem Kulturschock. Ich weiss nicht, warum Vater und Sohn in der Schweiz leben, während die Mutter in ihrer urtümlichen Kultur in den USA verblieben sei, 1003

05.03.2003

SchwarzWeiss

Die Symbolfigur «SchwarzWeiss» betrifft hier emotionale und kulturelle Unterschiede, die hier durch den Begriff «Kulturschock» gekennzeichnet sind. Schwarze und weisse Menschen sind geprägt von ihrer jeweiligen Umgebung und Erziehung, die ihren Nachkommen unterschiedliche Sichtweisen vermitteln über menschliches Zusammenleben sowie über die Beziehung zwischen den Geschlechtern oder über Sinn und Zweck des Lebens. - Die Sequenz vermittelt zweierlei: Unterschiede der Kultur (Schweiz, USA in urtümlichen Gebieten) und Unterschiede des Geschlechts: Die männlichen Familienmitglieder befinden sich in der Schweiz (Vater und Sohn), das weibliche Mitglied in den USA (Ehefrau und Mutter). Zudem fällt auf, dass nur der Sohn, nicht aber der Vater an einem Kulturschock leidet (dieser scheint sich mit hiesigen Zuständen abgefunden zu haben). - Es könnte sein, dass die Träumerin sich zurzeit mit kulturellen Unterschieden konfrontiert sieht, die Menschen ihres persönlichen Umfeldes betreffen, und dass sie davon in ihren emotionalen Tiefenschichten berührt ist. Durch die Sequenz könnte sie herausgefordert sein, sich mit diesen Unterschieden näher zu befassen.

11.03.2003

SchwarzWeiss

Es kommen mir drei schwarz vermummte Frauengestalten entgegen. Die eine der Frauen hebt ihren Schleier und stellt mir Fragen, 1004

11.03.2003

SchwarzWeiss

Die Symbolfigur «schwarz vermummt» steht für Inhalte, die in besonders tiefen und unzugänglichen Orten der Seele stattfinden. Diese Interpretation wird verstärkt, indem zwei von den drei Gestalten schwarz vermummt sind. Im Unterschied dazu stellt die dritte Figur, die ihren Schleier öffnet und Fragen an die Träumerin stellt, eine beginnende Öffnung dar.

15.11.1958

TotLebendig

Mein Bruder K. stirbt. Ein Telefon ruft ihn ins Leben zurück, aber ich habe ein unbehagliches Gefühl, 5

15.11.1958

TotLebendig

Auf der Subjektebene gedeutet, könnte die Sequenz die tröstliche Botschaft vermitteln, dass durch Aufmerksamkeit und Ansprache (Telefonanruf) verloren gegangene Kräfte und Inhalte in der Psyche wieder aktiviert und «lebendig» gemacht werden können. Allerdings wäre das «unbehagliche Gefühl» der Träumerin durch diese Deutung nicht erklärt. Es könnte auch ein Wunsch vorhanden sein, dass gewisse Einflüsse und Kräfte absterben würden, die in der Symbolik durch einen «Bruder K.» dargestellt sind. - Hier wäre insbesondere auch die Objektebene zu befragen, welche Eigenschaften, Verhaltensweisen oder Lebensauffassungen von der Träumerin abgelehnt werden, die in diesem Bruder verkörpert sind.

17.01.1959

TotLebendig

Ein verstorbenes 12-jähriges Mädchen lebt wieder, sitzt nun aber im Rollstuhl, 17

17.01.1959

TotLebendig

Das «Totsein», das psychische Gestorbensein muss nicht ein definitiv sein, aber ein empfindliches Gebrechen bleibt zurück. Die Sequenz will die Träumerin möglicherweise auf ein Trauma im Alter von zwölf Jahren aufmerksam machen, und zugleich die tröstliche Erfahrung vermitteln, dass ein Trauma «überwachsen» werden, wenn auch nicht «ungeschehen» gemacht werden kann.