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276.1 – Frauen diskriminierende und krankmachende Begrifflichkeit in C.G. Jungs Analytische Psychologie 

Elisabeth Camenzind

1 Begrifflichkeit: Im folgenden Text geht es um eine Überprüfung der Begrifflichkeit der Analytischen Psychologie von C.G. Jung im Hinblick auf ihre Tauglichkeit für die Psychotherapie von Frauen. Zum Beispiel: Individuation, Schatten, Archetypenlehre, Anima und Animus und andere Lehren. Diese Untersuchung kommt zum Schluss, dass bei Jung eine Begrifflichkeit vorliegt, die Frauen diskriminiert und krank macht, anstatt heilend zu wirken. Zwar wurde dieser Sachverhalt von einigen Jungianerinnen schon während der Entstehung der Jungschen Begrifflichkeit festgestellt, wobei sie dieser ihre eigene und anders lautende Sichtweise entgegensetzten. Zum Beispiel Dr. Liliane Frey-Rohn, Dr. Jolande Jacobi, Emma Jung, Toni Wolff. Diese Anders-Deutungen fanden jedoch keine Aufnahme in Jungs Werke und werden nicht tradiert.

2 Individuation - contra Banalitäten des Alltags

3 Nach der Jung'schen Lehre1 hat Individuation nichts mit den Banalitäten des Alltags zu tun. Anhand «bedeutender» Träume und Mythologeme, «die das Leben des Heros, d.h. jenes grösseren Menschen halbgöttlicher Natur, charakterisieren», gehe es vielmehr um gefährliche Abenteuer und Bewährungsproben, wie sie in Initiationen vorkommen. Es gebe Drachen, hilfreiche Tiere und Dämonen. «Wir begegnen dem alten Weisen, dem Tiermenschen, dem verborgenen Schatz, dem Wunschbaum, dem Brunnen, der Höhle, dem ummauerten Garten, den Wandlungsprozessen und Substanzen der Alchemie usw., lauter Dingen, die sich nirgends mit den Banalitäten des Alltags berühren.» Der Grund hierfür sei, dass es sich um Verwirklichungen eines Persönlichkeitsteiles handle, der noch nicht war, sondern erst im Begriff sei, «zu werden» (Seite 166).

4 Bilanz für Frauen: Sowohl der «alte Weise» als auch der «Heros halbgöttlicher Natur» stehen für das männliche Subjekt, während der verborgene Schatz, der Wunschbaum, der Brunnen, die Höhle, der ummauerte Garten, seit jeher das weibliche Geschlecht symbolisieren. Somit lässt Jungs Aufzählung erkennen, worin das «gefährliche Abenteuer» des vermeintlichen «Heros» besteht: Es besteht aus der Aneignung von Qualitäten, Werten und Sachverhalten, die Männer ihrem eigenen Geschlecht zuschlagen möchten. Gemeint sind Werte der menschlichen Frühzeit, die von weiblichen Gottheiten geprägt waren und das weibliche Geschlecht zum machtvollen und führenden Geschlecht machten. Das männliche «Abenteuer» zielt ferner darauf, sich von den «Banalitäten des Alltags» zu befreien und die Mühen des Alltags den Frauen aufzubürden. Ein Individuationsweg für die Frau, der diesen Namen verdient, lässt sich aus Jungs Ausführungen nicht ableiten. Vielmehr eine umfassende Enteignung der Frau und eine Untergrabung des weiblichen Selbstwertgefühls, während der Mann im Heros eine Vergöttlichung erfährt.

5 Individuation nach Jolande Jacobi

6 Für die Jungianerin Jolande Jacobi2 hingegen bedeutet Individuation, zum «Einzelwesen» zu werden, und «insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte, unvergleichliche Einzigartigkeit verstehen, zum ‚eigenen Selbst‘ zu werden.» (S.161)

7 Bilanz für Frauen: In Jolande Jacobis Definition bekommt der Begriff Individuation eine heilende Qualität für Frauen. Für die Jungianerin Jacobi ist ganz klar, dass das Ziel der Individuation auch für Frauen die Entwicklung zu einer selbstbestimmten und eigenständigen Persönlichkeit zum Ziel haben muss, und dass die Frau ihre Existenzform selber wählt. Sie legt Frauen weder auf eine häusliche oder sonstige Dienstbarkeit am Manne fest, noch liegt ihr daran, die Frau irgendwie zu vergöttlichen oder den Mann zu ihrem Untertan zu machen.

8 Archetypen – und Übertragungsbehandlung

9 Infolge «der erschreckend dynamischen Macht der Archetypen» schlägt C.G.Jung3 vor, im dritten Stadium der Übertragungsbehandlung «die persönliche Beziehung zum Analytiker von den unpersönlichen Faktoren» zu unterscheiden. Es könne sein, «dass der Patient als Folge der Anerkennung der unpersönlichen (archetypischen) Werte einer Kirche beitrete oder einem religiösen Glauben oder sonst etwas ähnlichem.» Wenn er aber seine Erfahrung des kollektiven Unbewussten nicht in einer gegebenen religiösen Form unterbringen könne, hätten die unpersönlichen Faktoren kein Gefäss, und der Patient falle in die Übertragung zurück. Im Hinblick auf dieses enorm schwierige und wichtige Problem habe er (Jung) eine besondere Technik entwickelt, um diese projizierten Werte dem Betreffenden wieder zurückzugeben. Jung nennt diese vierte Stufe der Übertragungsbehandlung die «Objektivierung unpersönlicher Bilder». Sein Ziel sei, das Bewusstsein vom Objekt zu lösen, so dass der Mensch die Garantie seines Glückes oder seines Lebens nicht mehr in Faktoren ausserhalb seiner selbst suche, seien dies Personen, Ideen oder Umstände, sondern erkenne, dass alles darauf ankomme, ob er den Schatz besitze oder nicht. Sei der Besitz des Goldes erreicht, dann liege das Zentrum der Schwerkraft im Menschen und nicht mehr in einem Objekt, von dem er abhängig sei (S.181-182).

10 Bilanz für Frauen: Der Rat, das Zentrum der Schwerkraft in sich selber zu suchen anstatt in einem Objekt, klingt zunächst gut und überzeugend. Die Übertragungsbehandlung bestand jedoch darin, Patientinnen zu animieren, Mythen und Märchen nach dem Deutungsmuster von C.G. Jung zu bearbeiten zugunsten seiner eigenen Publikationen. Renate Höfer4 erwähnt, diese Methode habe er erstmals bei Toni Wolff angewandt, im Zusammenhang mit seinem Buch «Wandlungen und Symbole der Libido». Nun wäre es gegenüber Toni Wolff im Sinne des Rates von C.G.Jung, das Zentrum der Schwerkraft in sich selber zu suchen anstatt in einem Objekt, angebracht gewesen, der jungen Frau zu einem Universitäts-Studium zu raten. Er hatte der etwas über 20-jährigen Frau eine «remarkable Intelligenz» bescheinigt und trotzdem beanspruchte er sie für sechs Jahre (1912-1918) als Krankenpflegerin für seine psychischen Probleme und band sie somit völlig an sich. Mit einem abgeschlossenen Studium hätte sie die Möglichkeit gehabt, den Weg der Verselbständigung zu gehen und das «Zentrum der Schwerkraft» wirklich in sich selbst zu suchen und zu finden. Stattdessen geriet sie privat und beruflich in totale Abhängigkeit von C.G. Jung, mit schlimmen selbstzerstörerischen Spätfolgen, wie die Recherchen von Renate Höfer ergaben (S.170-171).

11 Archetypen – Strahlender Held und dienstbare Magd

12 Nach dem Hofstätter Lexikon der Psychologie5 wird die Symbolik in Mythologie, Mystik, Alchimie und Astrologie von C.G. Jung für bildhafte Aussageweisen des «kollektiven Unbewussten» gehalten, das der ganzen Menschheit gemeinsamen sei, dessen Strukturelemente er als «Archetypen» bezeichne: Drache, Schlange, strahlender Held, böser Geist. Auf weiblicher Seite seien dies: gute Fee, dienstbare Magd und grausame Amazone (S.298).

13 Bilanz für Frauen: Aus den angeblich «archetypisch» verankerten Symbolen «dienstbare Magd», «gute Fee» lässt sich keinesfalls eine attraktive weibliche Identität und Individuation ableiten. Die Bilder vermitteln vielmehr ein kränkendes und krankmachendes Frauenbild. Die vermeintlichen Archetypen lassen männliche Kinderwünsche nach lebenslänglicher Versorgung durch Frauen und Mütter erkennen sowie Wünsche nach weiblicher Zuarbeit für männliches Schaffen und Werken. Anstatt wirklich erwachsen zu werden, will der patriarchale Mann im Verhältnis zur Frau lebenslang im Status eines Kindes verbleiben. Zugleich wird dieser peinliche Sachverhalt – peinlich für die Männer – hinter wohlklingenden psychologischen und philosophischen Theorien versteckt.

14 Animus – Animusdenken und Verstiegenheit

15 Die Broschüre der Jungianerin Margret Ostrowski-Sachs6 «Aus Gesprächen mit C.G. Jung» erzählt von brisanten Details über Jungs Auffassung über das Verhältnis der Geschlechter: Wenn eine Frau sich «viel zu hohe Aufgaben ... zu hohe Anforderungen» stelle, könne man sich fragen, wovor sie sich drücken wolle. Mit «kaltem Wasser» müsse man sie «herunterholen von ihrer Verstiegenheit». Animus-denken führe immer vom Menschen weg. Die Frau müsse die Liebe entdecken, «die die Sünde zudeckt». Wir könnten ja nicht vorsätzlich sündigen, aber wir müssten liebhaben, damit wir sündigen könnten. Wo keine Liebe herrsche, da herrsche die Macht… Die Anima sei «die dienende Magd dem Männlichen gegenüber» (die Seitenzahl kann nicht genannt werden weil jemand die Broschüre aus meiner Bibliothek entfernt hat).

16 Bilanz für Frauen: Den Frauen mit intellektuellen und geistigen Interessen warf C.G. Jung mit Vorliebe «Animusdenken» vor. In den erwähnten Gesprächen zeigt sich Jungs primärer Anspruch an die Frau in schnörkelloser Direktheit und Brutalität. Nicht nur, weil den bereits praktizierenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten geraten wird, Patientinnen mit kaltem Wasser herunterzuholen von ihrer vermeintlichen «Verstiegenheit», sondern weil ganz klar festgelegt wird, in welche Richtung sich Frauen zu entwickeln haben und welche Aufgaben und Ziele sie sich setzen dürfen. Und dies ganz im Gegensatz zu seiner Vorgabe, in seiner Praxis würde er mit Patienten so lange nach dem Sinn des Traumes suchen, bis der Patient sich damit einverstanden erklären könne. Ganz anders ist sein Vorgehen gegenüber Patientinnen: Anstatt die Frauen in ihrem Bestreben nach Individuation, Autonomie und Selbstbestimmung zu unterstützen, wird postuliert, Frauen müssten in ihren Bestrebungen gebremst, unterdrückt und letztlich gnadenlos niedergeknüppelt werden.

17 Anima – contra Seele

18 Nach Jung7 «scheint es nur so, als ob der Anima die Gesamtheit des unbewussten Seelenlebens zukäme». Dies sei aber nicht der Fall. Die Anima (lat. Seele) sei «nur ein Archetypus unter vielen». Sie sei «nur ein Aspekt des Unbewussten, das zeige sich schon in der Tatsache ihrer Weiblichkeit». Die «Seele» dagegen sei «das Lebendige im Menschen, das aus sich selbst Lebende und Leben Verursachende». Seele zu haben sei das Wagnis des Lebens, denn die Seele sei ein lebenspendender Dämon, der ein elfisches Spiel unterhalb und oberhalb der menschlichen Existenz spiele (S.36-37). Ferner meint Jung, nur der Mann sei im Besitz einer solchen umfassenden Seele, daher er fähig sei, ein «Kind» hervorzubringen in Form eines Werkes, nicht aber die Frau. Dass C.G.Jung8 tatsächlich glaubt, nur Männer seien im Besitz einer umfassenden «Seele», geht auch aus seinem Buch «Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten» hervor. Er schreibt: «Wie der Mann sein Werk als ein ganzes Geschöpf aus seinem inneren Weiblichen hervorgehen lässt», so bringe das innere Männliche der Frau schöpferische Keime hervor, welche das Weibliche des Mannes zu befruchten vermögen (S.104).

19 Bilanz für Frauen: Der Frau wird also eine Seele im ursprünglichen Vollsinn des Wortes abgesprochen. Ansonsten wären Frauen ja ebenfalls in der Lage, ihre Seele mittels des Männlichen in sich, zu befruchten und also ein «Kind» in Form eines Werkes hervorzubringen. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die Frage, ob Frauen eine Seele haben, sehr alt ist und von der Kirche im Jahre 660 verneint wurde. Das Konzil von Nantes hatte festgelegt, dass Frauen keine unsterbliche oder sonstige Seele haben. Vor diesem Hintergrund wird erschreckend deutlich, auf welche längst überwunden geglaubte patriarchale Vorgaben und Behauptungen sich Jung beruft. Im Unterschied dazu bedeutet «Seele» nach vorpatriarchaler Auffassung eigentlich «Geist». Nach dem Lexikon weiblicher Spiritualität von Barbara Walker9 steht der Begriff «Seele» «für die Gesamtheit der Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Haltungen, Zuneigungen, Hoffnungen, Ängste des Individuums. Es geht um das Ganze der Persönlichkeit, unabhängig davon, ob sie unsterblich ist oder nicht.» (S.364-365). – Das Wort «Dämon» kommt nach Barbara Walker9 «von der patriarchalischen Diabolisierung früherer Völker, die der Meinung waren, dass ihnen ihre Seelen von ihren Müttern gegeben worden seien. Der daimon, der 'innewohnende Geist' der Griechen - jener Teil, der nach dem Tode zum Himmel gehen konnte,  war ein umeteros daimon oder eine «von der Mutter gegebene Seele», wie Epiktet sagte. Schon die Idee, dass die Seele eines Menschen eine Emanation der Mutter sein könne, war für das westliche Patriarchat ein Gräuel, denn die offizielle Meinung wollte es, dass Seelen nur durch den väterlichen «Samen» übermittelt werden, um dann im passiven mütterlichen «Boden» zu wachsen (S. 323).

20 Anima – Racheimpulse bei C.G.Jung

21 Der Pubikation von Aldo Carotenuto10 ist zu entnehmen, dass C.G. Jung seine Anima auf seine Patientin Sabina Spielrein projiziert und sich in die junge Frau verliebt hatte. Weil Spielrein aber Jungs Wunsch, als Nebenfrau seine inspirierende Anima und uneigennützige Geliebte zu sein, nicht nachkommen will, verliess sie ihn und heiratete einen anderen Mann. Sie sagt, sie wolle Frau und Mutter sein und nicht eine für den Zeitvertreib (S.79). Als C.G. Jung danach in einen psychotischen Zustand geriet, der sechs Jahre anhielt, gab er Spielrein die Schuld. An diesem Punkt scheinen Jungs Racheimpulse gegen das weibliche Geschlecht ihren Anfang genommen zu haben. Rache hatte Jung allerdings schon zuvor gegen seine Jugendliebe Helly Preiswerk11 geübt. Er hatte dies gegenüber Sabina Spielrein selber erwähnt. In seiner Dissertation habe er sie aus Rache beschrieben (er schrieb dort, sie sei geistig total zerfallen, also geisteskrank geworden). Dies hatte dazu geführt, dass sich ein junger Mann von Helly Preiswerk abwendete, weil er, wie er gegenüber Freunden betonte, geistig normale Kinder haben möchte (S.104). Aber uns geht es hier in erster Linie um die Frage, warum C.G. Jungs Lehren, obwohl sie so viel Diskriminierendes über Frauen enthalten, so grossen Anklang gefunden haben, auch bei ausgebildeten Psychologinnen. Vermutlich war es für Jungianerinnen der ersten Generation ganz undenkbar, dass anfänglich wertvolle Einsichten immer mehr von Jungs Racheimpulsen überlagert und geleitet sein könnten. Jung wollte keinesfalls Frauen als gleichrangige Personen neben sich und anderen Männern dulden. Von Abwertung und negativer Einschätzung weiblicher Schöpferkraft und Denkfähigkeit liess Jung nicht ab, obgleich er es eigentlich besser wissen konnte. Das Interesse an seinen Ideen verdankte er nämlich einer gelehrten Frau: Dr. Jolande Jacobi2. Die Doktorin der Philosophie hatte in ihrem Buch: Die Psychologie von C.G. Jung, dessen verwinkelte Gedankengänge in eine verstehbare Struktur gebracht und systematisiert. Jung hatte also ganz direkt erfahren, dass Frauen sehr wohl logisch denken und gleichzeitig schöpferisch und tiefsinnig eine «Seele» haben können.

22 Bilanz für Frauen: Glücklicherweise haben nicht alle Jungianerinnen der ersten Generation die Jung'schen Auffassungen übernommen. Vielmehr haben sie ihre eigenen Erfahrungen und anders lautenden Erkenntnisse ernst genommen und formuliert. Sie brachten zum Beispiel ganz klar zum Ausdruck, dass Frauen wie ebenso die Männer über eine umfassende Seele verfügen im Sinne des «Lebendigen im Menschen, das aus sich selbst Lebende und Leben Verursachende». Diese Frauensicht wird in die offizielle Lehre der analytischen Psychotherapie Eingang finden müssen, damit sie für Frauen eine heilsame und heilende Qualität zu haben vermag.

23 Welt des Mannes – Welt der Frau

24 Nach der Meinung von C.G.Jung8 besteht die Welt der Frau aus Vätern und Müttern, Brüdern und Schwestern, Gatten und Kindern. Die übrige Welt bestehe aus ähnlichen Familien, die sich gegenseitig zuwinken, im Übrigen sich aber wesentlich für sich selbst interessieren. - Mit dem Bild der sich gegenseitig zuwinkenden Familien zeigt sich eine überhebliche Distanzierung gegenüber der Welt der Frauen und Familien. Die Welt des Mannes dagegen sei das Volk, der Staat, Interessenkonzerne usw. Die Familie sei bloss Mittel zum Zweck, eines der Fundamente des Staates, und seine Frau sei nicht notwendigerweise die Frau. Das Allgemeine liege ihm näher als das Persönliche, daher seine Welt aus einer Vielzahl koordinierter Faktoren bestehe, während ihre Welt jenseits des Gatten in einer Art kosmischen Nebels ihr Ende erreiche (S. 104).

25 Bilanz für Frauen: Der häusliche Arbeitsort der Frau sowie die Arbeit der Mutter wird von Jung zu einer bedeutungslosen Arbeitswelt erklärt, während die Öffentlichkeitsarbeit als die einzige ernst zu nehmende Arbeit behauptet wird. Zugleich will Jung die Frau aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen wissen. Infolge der vermeintlich bedeutungslosen Familienarbeit hält er die Frau für die Arbeit im Staat ungeeignet. Ferner werden Frauen mit der Behauptung diskriminiert, sie lebten geistig in einem kosmischen Nebel, seien also geistlos. – Zwar ist heute (2012) längst erwiesen, dass die Realität eine andere ist. Frauen sind in höchsten Regierungsämtern und Staatsstellen anzutreffen und weisen generell einen höheren Bildungsgrad auf als Männer. Trotzdem hat die jahrzehntelange Negativbewertung der Frauen durch tiefenpsychologische Theorien noch immer verheerende Auswirkungen. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey12 stellte im Jahre 2008 ernüchtert fest, dass Frauen in leitenden Positionen noch heute als Eindringling in die öffentliche Sphäre wahrgenommen und abgewertet werden. Indem man Frauen in leitenden Funktionen wenig schmeichelhafte Spitznamen anhänge, ihre Leistungen herunter spiele, ihre Erfolge anzweifle und sie als grausame Ungeheuer darstelle, schrecke man potentielle Kandidatinnen ab - all jene allzu raren Frauen, die den Schritt in dieses Minenfeld wagen würden. Die Bundesrätin fordert daher sehr konsequent, dass wir dieser Strategie ein anderes Bild von Führungsverantwortung gegenüberstellen müssen (S. 21-23). - Wir Fachfrauen der Psychologie sind somit aufgefordert, unser ganzes Wissen und unsere ganze Kraft einzusetzen, damit die psychologischen Theorien, die Frauen diskriminieren und krank machen, ausser Kraft gesetzt werden.

26 Hoffnung auf Frieden lächerlich

27 Frauen, die sich bei ihrer Argumentation auf ihre Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe beriefen, wurden von Jung13 lächerlich gemacht. Studierenden Frauen gehe es mit Vorliebe um die «Macht der Wahrheit oder der Gerechtigkeit oder anderer '-heiten' und '-keiten'» (S.50-51). Ebenso fand Jung21 die Hoffnung auf Weltfrieden, Gerechtigkeit oder Menschenrechte lächerlich. Die Welt sei ein «Schlachtfeld» und werde es immer sein, «und wäre dies nicht der Fall, so würde das Dasein bald ein Ende nehmen» (Seiten 266-267). Das heisst, dass Jung es für richtig hielt, dass die Welt ein Schlachtfeld ist und ein Schlachtfeld bleibt.

28 Bilanz für Frauen: Es ist höchst entlarvend, was Jung als «lächerlich» bezeichnet, und noch entlarvender, was er für zukunftsträchtig und richtig hält. Lächerlich findet er die Hoffnung von Frauen auf Weltfrieden, zukunftsträchtig dagegen sind für ihn die Schlachtfelder. Mit diesen Reden zeigt sich ein Weltbild, mit dem sich Jung als Theoretiker für Psychotherapie noch gänzlich disqualifiziert. Es wird keineswegs einsichtig, warum das Dasein ein Ende nehmen sollte, wenn es keine Kriege mehr gäbe. Jungs Welt- und Menschenbild wirken sich sowohl auf Frauen als auch auf Männer extrem diskriminierend und destruktiv aus.

29 Individuationsmodell konzeptualisiert in der Sprache des Patriarchats

30 Die Psychoanalytikerin Christa Rohde-Dachser14 stellt in Freuds Weiblichkeitsentwurf eine Zwiespältigkeit und Doppelbödigkeit fest. Er baue auf zwei sich widersprechenden Ansätzen auf, ohne dass dieser Sachverhalt bisher reflektiert worden wäre. Auf der einen Seite gehe die Psychoanalyse erklärterweise von der bisexuellen Veranlagung beider Geschlechter aus, gleichzeitig fliessen patriarchale Vorstellungen von der Geschlechterpolarität überall ein. Nach unbestrittener psychoanalytischer Lehrmeinung gelte Individuation als zentrale Entwicklungsaufgabe für beide Geschlechter. Der weibliche Ödipuskomplex werde dabei zu einer Theorie der Individuation umfunktioniert, ohne dass die notwendige Auseinandersetzung mit seinen ursprünglich ganz anders lautenden Prämissen stattgefunden habe. Ins neue Individuationsmodell werde meist unverändert Freuds Terminologie übernommen; Es sei weiter vom Kastrationskomplex des Mädchens, Objektwechsel, Penisneid, phallischer Phase die Rede, und zwar auch dort, wo die Gültigkeit dieser Begriffswelt für die Beschreibung des weiblichen Erlebens erst noch sorgfältig zu überprüfen wäre. Es handle sich also um ein Individuationsmodell weiblicher Entwicklung, konzeptualisiert in der Sprache des Patriarchats. Hier liege der Grund für die Zwiespältigkeit und Doppelbödigkeit, die solchen Modellbildungen immer wieder anhaften (S.6).

31 Bilanz für Frauen: Was Christa Rohde-Dachser bei der Psychoanalyse Freuds feststellt, gilt ebenso für die analytische Psychologie von C.G. Jung. Auf der einen Seite geht Jung erklärterweise von der bisexuellen Veranlagung beider Geschlechter aus, gleichzeitig fliessen patriarchale Vorstellungen von der Geschlechterpolarität überall ein. Einerseits gilt Individuation als zentrale Entwicklungsaufgabe für beide Geschlechter, anderseits wird diese von der Animus/Anima-Theorie überlagert und ausser Kraft gesetzt. Das ganze Theoriegebäude der analytischen Psychologie ist von Zwiespältigkeit und Doppelbödigkeit geprägt, was sich auf die  Heilungs-Chancen und Persönlichkeitsentwicklung von Frauen unterdrückend und schädigend auswirkt.

32  Aniela Jaffé – Erfahrungen aus ihrer Psychotherapie bei C.G.Jung

33 Die Herausgeberin von Jungs «Erinnerungen» und Verfasserin von «Aus Leben und Werkstatt von C.G. Jung», Aniela Jaffé15, erzählt überaus wohlwollend über ihre Psychotherapie bei Jung, obwohl diese Therapie heute ziemlich befremdlich anmutet: «In einer meiner ersten Analysestunden begrüsste mich Jung mit den Worten, er wolle mir etwas sehr Kostbares und Geheimnisvolles zeigen.» Dabei habe er einen schmalen Folienband mit braunem Lederrücken vom Bücherschaft geholt und ihr in die Hand gegeben. Es sei ein Bilderbuch ohne Text (Mutus liber). «Mit der Betrachtung seiner Bilder und mit einem Gespräch über Alchemie verbrachten wir eine jener für Jungs 'Methode' charakteristischen unkonventionellen Analysestunden.» (S.65). Ferner schreibt sie: «Jung war in hohem Masse inkonsequent und war sich dessen bewusst. Inkonsequent seien auch manche Formulierungen in seinem Werk.» Sie entschuldigt diesen Sachverhalt jedoch sofort: Da aber das Wesen der Psyche nicht eindeutig sei und nicht immer den Gesetzen der Logik folge, seien solche Inkonsequenzen nur scheinbar unangebracht (S.118-119). Mit beissendem Spott habe Jung sich über das 'Harmonie-Ideal' geäussert, das vielen Menschen vorschwebe, denn es entspreche «nicht der Wahrheit des Lebens und nicht der Wahrheit des Menschen». Auf der anderen Seite erlebte Aniela Jaffé C.G. Jung als überaus empfindlich, «sein Gefühl war sehr verletzbar» und habe, um sich entfalten zu können, der Schonung bedurft. Er habe «von seiner quälenden Empfindlichkeit seit früher Jugend» erzählt (S.122). Gelegentlich sei es vorgekommen, dass man zur Analysestunde ging, erfüllt vor einer Schwierigkeit, einem Traum oder irgendetwas Wichtigem; man brannte darauf, mit Jung darüber zu sprechen. Aber es kam ganz anders: Jung war selber von etwas erfüllt und begann zu erzählen; und wenn er einmal am Erzählen war, vergass er die Zeit. Die Fülle nahm kein Ende. Es gehörte viel Kraft dazu, ihn in solchen Stunden zu unterbrechen und die eigene Sache vorzubringen. Aber «ich besass die Kraft nie, und nur die wenigstens besassen sie.» (112) Ferner erwähnt Aniela Jaffé, Jung habe im «freundschaftlichen oder täglichen Umgang» seinen Emotionen, positiven wie negativen, freien Lauf gelassen. (120) Es sei nicht einfach gewesen, «seinen Zorn über sich ergehen zu lassen»; jeder Tippfehler sei von ihm ausgiebig und tadelnd kommentiert worden (120-121). Jung habe eines Echos der Welt bedurft, noch mehr als andere, denn «für die Wissenschaft blieb er, trotz aller Berühmtheit, bis zu seinem Ende ein Outsider». Das «Verstanden- und Aufgenommen-werden von der Welt sei ihm Wunsch und Verlockung» geblieben (132). – Auffallend ist, dass Aniela Jaffé sich durch die Merkwürdigkeit der Jungschen «Psychotherapie» nicht anfechten liess und auch nicht von seinen groben Affekten. Sie hielt unverbrüchlich an ihrer Wertschätzung für ihn fest und brachte ein überdurchschnittliches Verständnis für Jungs Verletzlichkeit und sein Bedürfnis nach besonderer Schonung auf.

34 Bilanz für Frauen: Aniela Jaffés Erinnerungen sind eindrücklich. Die Beispiele, die sie erwähnt, sind ein Spiegelbild von C.G.Jungs Frauenbild. Die Bilder sprechen von männlichen Rechten und weiblichen Pflichten. Und sie sprechen von männlichen Erwartungen an die Frau, die sich später in Jungs Animus/Anima-Theorie niederschlugen. Als Mann will Jung seinem Zorn und anderen Affekten freien Lauf lassen dürfen, während er von der Frau Schonung für seine Verletzlichkeit erwartet. Infolge eines solchen Ungleichgewichts ist es einer Patientin natürlich unmöglich, ihre eigene Sache vorzubringen und zu vertreten. Sowohl das männliche Dominanzgehabe als auch die männliche Anspruchshaltung haben sich in Jungs Animus/Anima-Theorie niedergeschlagen. Die Theorie ist daher für Frauen therapeutisch unbrauchbar.

35 Toni Wolff – Gnostizismus und heiliger weiblicher Geist

36 Toni Wolff16 schreibt, es scheine ihr, «dass Frauen im Allgemeinen sehr viel mehr Schwierigkeiten haben, sich ihrer selbst bewusst zu sein, als die Männer.» Sie glaube nicht, dass die letzte Ursache nur darin gesucht werden könne, dass die Frauen von Natur aus mehr vom Beziehungs- oder Erosprinzip geleitet werden. Ferner stellt sie die Frage, ob die Desorientiertheit der modernen Frau damit zusammenhänge, dass «unsere protestantische Religion» wie ebenso die jüdische, keine weibliche Gottheit besitze. Ferner erinnert sie an die frühen Tage des Gnostizismus: In den frühen Tagen des Gnostizismus sei «der 'heilige Geist' weiblicher Natur» gewesen. Er war Sophia, die Weisheit. Aber das sah man als gefährliche und daher ketzerische Lehre an.» Es könne sein, dass die Frau ihre innere Weiblichkeit und damit auch die Weisheit der Natur, die ihr eigentliches Vorrecht sei, entdecken werde, wenn sie sich aussen begrenze (S.260-261). – Was Toni Wolff mit «Begrenzung» im Aussen meint, wird allerdings nicht richtig klar.

37 Bilanz für Frauen: Die Textauszüge zeigen, dass Toni Wolff sich nicht immer Jungs Auffassungen anschloss. Sie widersetzte sich zum einen seiner Auffassung, Frauen seien vorwiegend vom Beziehungs- oder Eros-Prinzip geleitet. Sie widersetzte sich ferner seiner Vorgabe, der Geist, das Geistige, sei eine männliche Eigenschaft. Sie erinnert nämlich an die frühen Tage des Gnostizismus, als der «heilige Geist» als eine Eigenschaft der weiblichen Natur verstanden worden sei. Somit wird deutlich, dass Toni Wolff um Anerkennung der geistigen Gleichrangigkeit der Geschlechter kämpfte. Dies wollte Jung allerdings nicht akzeptieren, denn er sprach grauenhaft diskriminierend über den Geistanspruch von Frauen. Im Jahre 1935 hielt er eine grauenvolle Hetzrede gegen das weibliche Geschlecht: Er redete von «erbärmlicher Nullität» und «Leere» der Frauen. Die Leere sei das grosse Geheimnis der Frauen, das für den Mann das «Urfremde» sei, das Hohle, das abgrundtiefe andere, das Yin. In einer 1951 veröffentlichen Arbeit vertrat er im gleichen degradierenden Sinn die Meinung, bei der Frau sei der Eros Ausdruck ihrer wahren Natur, während ihr Logos nicht selten einen bedauerlichen Zwischenfall bedeute. Wenn sie vom Animus geritten werde, lasse sie sich von keiner Logik der Erde erschüttern, so dass der Mann in vielen Fällen das Gefühl habe (und er habe nicht ganz Unrecht damit), einzig Verführung oder Verprügelung oder Vergewaltigung hätte noch die nötige Über-zeugungskraft. (zu dieser Zeit war Jung über 80 Jahre alt). - Renate Höfer4 erwähnt die Theologin Elga Sorge, die bei C.G. Jung «Frauenhass» feststellt, was keine zeitgebundene Randerscheinung sei, sondern seiner Person wesensmässig zugehörig und ebenso seinem Werk. – Damit bestätigt Elga Sorge unsere eigene Beobachtung: Diskriminierung,  Geringschätzung und Abwertung der Frau und ihrer geistigen Fähigkeiten sind in seine Theorien eingegangen. Sie sind seinem Werk immanent.

38 Liliane Frey-Rohn – Erweiterung des Schattenbegriffs

39 Um Jungs Schattenbegriff zu erweitern, bezieht sich Dr.phil.Liliane Frey-Rohn17 auf Nietzsche und andere Autoren. Die Entwicklung der Tiefenpsychologie sei von Friedrich Nietzsche weitgehend mitbestimmt. Gut sei, was den Menschen stärke, und böse sei alles, was ihn schwächlich mache und sein Leben verkümmern lasse. Ferner gehe es Nietzsche um die Treue des Individuums zu sich selber (S.165). Für Freud sei «Böse» das, was den Trieb und den Eros schädigt (167). Freud sage weiter, zu viel Moral als Lebenslinie wirke ebenso schädlich auf die Seele des Einzelnen wie zu wenig Moral. (168) – Ferner erklärt sie, C.G. Jung ziehe den Ausdruck «Schatten» demjenigen des «Bösen» vor. Den persönlichen Schatten fasse er als einen unbewussten Persönlichkeitsteil auf, der die bewusste Persönlichkeit zu einem relativen Ganzen ergänze (176). Der Schatten sei bei Nietzsche eine erdverbundene Figur, die den «kleinsten und nächsten Dingen» des Alltags nachgehe und die verstiegene Gestalt des einsamen Höhenwanderers komplementiere (176) Der Schatten sei nicht nur ein Negativum für die Entwicklung des Menschen, sondern er sei, wie im Gilgameschepos, auch etwas, das einen grossen Wert für den Einzelnen haben könne. Der Schatten lasse auch das Grössere, das Allgemeinmenschliche, ja das Schöpferische erspüren. Wo der Mensch mit seinem Schatten verbunden bleibe, strahle er noch die Wärme und das Echt-Menschliche aus. Durch den Schatten nämlich sei der Einzelne mit seiner primitiven, natürlichen und auch körperlichen Seite rückverbunden. – Seinen Schatten bei sich zu haben, sei daher eine grosse Kostbarkeit, und seinen Schatten zu verlieren sei äusserst gefährlich, wie der Dichter Chamisso in seinem «Peter Schlehmihl» eindrücklich beschrieben habe. Es sei nicht von ungefähr, dass der Schatten bei den Primitiven eine so grosse Wertschätzung geniesse. Er gelte als eine Kostbarkeit, die man zu beschützen habe. Werde nämlich der eigene Schatten verletzt, so bedeute dies auch eine Verletzung des eigenen Lebens. – Einen anderen Aspekt des Bösen stelle die alttestamentliche Gestalt des Satans dar, wo Gott selber als Anwalt des Bösen auftrete (S.192-193). – Das heisst, dass Frey-Rohn den Schatten in ganz anderem Sinn und anderen Dimensionen erlebt als C.G. Jung. Zu erinnern ist hier noch, dass der Schatten für Jung «jene verhüllte, verdrängte, meist minderwertige und schuldhafte Persönlichkeit» ist, die mit ihren letzten Ausläufern bis ins Reich der tierischen Ahnen hinaufreicht und so den ganzen historischen Aspekt des Unbewussten“ umfasse. Das heisst, dass Jung (seine?) Minderwertigkeit und Schuldhaftigkeit in unstatthafter Weise auf den Bereich der Tiere projiziert. Jung redet von sich, von seinen eigenen Affekten und  Racheimpulsen, die bei Tieren in dieser «minderwertigen und schuldhaften» Art keineswegs vorhanden sind.

40 Bilanz für Frauen: Mit Hinweis auf Nietzsche bekennt sich Frey-Rohn zu einem völlig anderen Schattenbegriff als C.G. Jung. Ihren eigenen «Schatten» erlebt Frey-Rohn keineswegs als ein zutiefst Böses, sondern als eine erdverbundene Figur, die den «kleinsten und nächsten Dingen» des Alltags nachgeht. Den Schatten empfindet sie auch als etwas, das einen grossen Wert für die einzelne Person haben kann, da er auch das Grössere, das Allgemeinmenschliche, ja das Schöpferische erspüren lasse. Die Menschen, die mit ihrem so beschaffenen Schatten verbunden bleiben, strahlen noch die Wärme und das Echt-Menschliche aus. Durch den Schatten nämlich sind wir als Einzelne mit der primitiven, natürlichen und auch körperlichen Seite rückverbunden. Dieser Sicht vom Schatten können vermutlich die meisten Frauen zustimmen, ich selber gehöre zu diesen. Dr. Liliane Frey-Rohn ist wie ebenso Dr. Jolande Jacobi vermutlich nicht als Patientin zu Jung gekommen. Beide hatten doktoriert, daher sie zu so eigenständigen Stellungnahmen fähig waren. Leider ergab die Suche im Internet keine Hinweise auf biographische Daten der beiden hervorragenden Frauen.

41 Karl Schmid – Zum Begriff des Schöpferischen

42 Karl Schmid18 schreibt: Die Idee des Schöpferischen, das sich weit in unser Jahrhundert erstreckt, sei von der Zeit des «Sturm und Drang» geprägt. Um 1760 herum schien es, als würde sich das Gedankengut der europäischen Aufklärung auch in Deutschland ausbreiten, aber im Grossen gesehen sei es nicht dazu gekommen. Von aussen sichtbar geworden seien Goethe, Weimar, Romantik. Das deutsche Geistesleben in seiner Breite und Tiefe habe die gesamteuropäische Bewegung der Aufklärung nicht wirklich mitgemacht, was von unabsehbarer Tragweite sei für alle seitherige Zeit (S.243). Anstatt der Bewusstheitsparole von Kant: «Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, um der 'Unmündigkeit der Nation' entgegen zu wirken» habe die Nation die faszinierendere Parole des «Werde, die du bist» aufgenommen. Die Vernunft sei diskreditiert worden als «westlerisch» und «vernünftlerisch». Das grossartige Phänomen der Aufklärung sei für den deutschen Blick auf platte Vernünftelei reduziert worden und gleichgesetzt mit der Frivolität eines Voltaire, mit Ehrfurchtlosigkeit, Geheimnislosigkeit (daher wohl ein Martin Heidegger mit seinen Geheimnisparolen bei jungen Menschen so gut ankam wie zum Beispiel bei der jungen Philosophiestudentin Hannah Arendt). Karl Schmid fährt fort: Auf einem an sich beschränkten Schauplatz des deutschen Geisteslebens sei das Gefecht zwischen Gefühl und Verstand gegangen, zwischen irrationaler Ganzheit und Bewusstheit, Innerlichkeit und bon sens vollends zu Ungunsten der Aufklärung ausgegangen (245). – Die deutsche Geistesgeschichte sei vernachlässigt worden. Anstelle der gymnasialen Deutsch- und Geschichtsstunden sei die Literaturgeschichte des «Sturm und Drang» getreten. Nun quelle es über von «Gefühl» und «Leidenschaft» und «Genie». Um 1770 sei es gebräuchlich geworden, die deutsche Geistesgeschichte in der deutschen Literaturgeschichte aufgehen zu lassen. Die Nation verschwinde hinter den Dichtern. Es sei die Idee des Schöpferischen, die dominant, ja normativ werde. Das Wort «schöpferisch» sei zu jener Zeit noch nicht üblich gewesen, man redete von «Genie». Das Wort Genie war die Parole der Stürmer und Dränger, wurde aber in Deutschland mit den Kräften des Elementaren, Dämonischen und Göttlichen aufgeladen, durchaus und genau das, was man heute als das Schöpferische bezeichne (S.247).

43 Bilanz für Frauen: Die Ausführungen von Karl Schmid machen in aller Deutlichkeit klar, von welchen Ideen Jung inspiriert sind. Jung war fasziniert von einem mit dem Dämonischen und Göttlichen aufgeladenen Elementaren, wobei er dunkel gespürt haben mag, dass diese Verbindung mit dem Anspruch auf Vernunft und Wissenschaft der Aufklärung in Konflikt gerät. Diesem Konflikt war Jung bezüglich theoretischer Aufarbeitung und Durchdringung allerdings nicht gewachsen. Letztlich geht es uns aber um Jungs Anmassung, für sich und für das männliche Geschlecht den «weisen Alten», sowie Genialität, geistige Grösse und Leidenschaft zu reklamieren, während er nicht gewillt war eine weibliche «weise Alte» und Genialität bei Frauen zu akzeptieren. Jungs Bestreben war, das hierarchische Geschlechterverhältnis aus patriarchalen Mythologien zu legimitieren sowie als ein ewig gültiges Verhältnis zwischen Frauen und Männern zu «beweisen». – Akzeptable Perspektiven für Frauentherapie lassen sich daraus jedenfalls nicht ableiten.

44 Kritik an der Theorie von Animus und Anima – richtig und notwendig

45 Nachdem die Jungianerin Ursula Baumgardt13 in ihrem Buch «König Drosselbart und C.G. Jungs Frauenbild» an seinem Animus/Anima-Konzept eine umfassende und scharfe Kritik geübt hatte, bescheinigte ihr der Leiter des Berliner Jung-Instituts, Hans Dieckmann, ihre Kritik an C.G.Jungs Animus-Konzept sei richtig und notwendig. Ferner schrieb Hans Dieckmann (im Vorwort des Buches), Jung sei ein ausgesprochen chauvinistischer Patriarch gewesen, und sein Frauenbild habe weitgehend dem des vorigen Jahrhunderts und dem des Beginns unseres Jahrhunderts mit all den Vorurteilen entsprochen, die in dieser Zeit den Frauen gegenüber herrschten. Es habe ihn (Dieckmann) immer verblüfft, dass noch keine der Jungianerinnen der ersten und zweiten Generation nach Jung etwas diesem Buch Entsprechendes darüber geschrieben habe. Der Forderung der Autorin, die Begriffe Anima und Animus fallen zu lassen, könne er trotzdem nicht folgen. Er erklärt, es genüge, die Begriffe mit neuen Inhalten zu füllen. Am Berliner Jung-Institut habe es inzwischen bereits Vorlesungen und Seminare über Animus und Anima gegeben, in denen das Frauenbild von Jung lebhafter Kritik unterzogen worden sei. Auch Verena Kast, ebenfalls eine Vertreterin der dritten Generation, habe auf diese Probleme hingewiesen. Allerdings habe er den Eindruck, dass die Männer es heute viel schwerer hätten, ihre Anima zu finden und zu realisieren, als die Frauen ihren Animus. Schliesslich meint Hans Dieckmann auch noch, auf das «Prinzip der Polarität» der Geschlechter könne ja nicht verzichtet werden, bestehe doch die Verschiedenheiten von Mann und Frau weiter. Wir könnten ihr nicht ausweichen. Es stimme zwar, dass C.G. Jung bis zuletzt niemals zu einer wirklich emanzipatorischen Veränderung seines Frauenbildes bereit gewesen sei.

46 Bilanz für Frauen: Hans Dieckmann redet sich heraus. Der Berliner Institutsleiter ist keineswegs bereit, die Konsequenzen zu ziehen, die nötig wären, um Ursula Baumgardts Forderung zu entsprechen: Baumgardt fordert sehr klar und richtig, dass die Begriffe Anima und Animus fallen gelassen werden müssen. Sie fordert den Verzicht auf diese verkehrte Begrifflichkeit, bei der sich Jung fälschlicherweise und also zu Unrecht auf das I Ging beruft. Die Symbolforscherin und Psychotherapeutin Carola Meier-Seethaler19 hat nachgewiesen, dass die ursprüngliche Polaritätsidee nichts zu tun hat mit dem Verhältnis der Geschlechter. Sie schreibt: Das Yin-Yang-Prinzip des I Ging hat «nicht das mindeste zu tun mit den später geläufigen Polarisierungen von Himmel und Erde oder männlich und weiblich. Das älteste Schriftzeichen für Yin ist eine Wolke als Zeichen des Dunkels, für das Yang ein in der Sonne wehender Wimpel als Zeichen für Helle. Dazu gesellt sich das Bildzeichen des Berghanges, einmal in seiner beschatteten, einmal in seiner besonnten Seite. In einem alten Kommentar zum I Ging heisst es: Was einmal das Dunkle und einmal das Helle hervortreten lässt, das ist der Sinn» (Tao). Meier-Seethaler schlägt daher vor, auf die üblichen komplementären Begriffspaare wie Himmel-Erde, Geist-Materie, Männlich-Weiblich ganz zu verzichten und auf die ältesten Gegenüberstellungen zurückzugreifen wie Dunkelheit und Helle; Nacht und Tag, Winter und Sommer, Noch-Nichtsein und Sein, und sie als fliessendes Gleichgewicht zwischen schöpferischer Pause und schöpferischem Neubeginn zu verstehen, und zwar ohne Ansehung des Geschlechts. Dann erschiene auch das Weiche und Empfangende als Stadium des Werdens ebenso geschlechts-unspezifisch wie das Feste und Gestaltete als Zustand des Gewordenen und Geprägten (S.202-203). – Mit dem von Meier-Seethaler erbrachten Nachweis, dass das Yin-Yang-Prinzip im I Ging, rein gar nichts zu tun hat mit dem Begriffspaar Männlich-Weiblich, wird der Jung‘schen Animus/Animatheorie noch ganz und radikal der Boden entzogen. Für die Frauentherapie ist die Theorie von Animus und Anima absolut unbrauchbar bis krankmachend.

47 Schlussbilanz für Frauen

48 In keinem einzigen Konzept der analytischen Psychotherapie konnte eine heilende Qualität für Frauentherapie ausfindig gemacht werden. Zwar hat der Leiter des Berliner C.G. Jung-Instituts, Hans Dieckmann13, im Vorwort von Ursula Baumgardts Buch bestätigt, dass ihre Kritik an Jungs Animus/Animatheorie zu Recht besteht und sogar absolut notwendig ist. Er will jedoch nichts wissen von einer grundsätzlichen Revision der als falsch erkannten  Lehre, indem er die Begriffe beibehalten und lediglich mit anderen Inhalten füllen will. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um einen listigen Kunstgriff, der dem Wissenschafts-Anspruch des Jung-Instituts und dem ISAP20 ins Gesicht schlägt. Hängt doch die ganze Misere des hierarchischen Geschlechter-Verhältnisses in der analytischen Psychotherapie mit dieser verkehrten Animus/Anima-Theorie zusammen sowie ebenso mit der gravierenden Fehl-Interpretation des I Ging durch C.G. Jung. Es scheint, dass weder der Leiter des Berliner C.G. Jung-Instituts noch die Leiter der anderen Jung-Institute mitbekommen haben oder zur Kenntnis nehmen wollen, dass die vermeintliche Geschlechter-Polarität, auf die Hans Dieckmann sich beruft, durch die Symbolforscherin Meier-Seethaler19 schon längst widerlegt ist. Erklären wir es daher nochmals ganz deutlich: Die Polarisierungen von Himmel und Erde oder männlich und weiblich, wie sie von der Analytischen Psychologie gelehrt werden, haben rein gar nichts zu tun mit der ursprünglichen Polaritätsidee. Die ältesten Gegenüberstellungen im I Ging sind Dunkelheit und Helle; Nacht und Tag, Winter und Sommer, Noch-Nichtsein und Sein im Sinne eines fliessenden Gleichgewichts zwischen schöpferischer Pause und schöpferischem Neubeginn und zwar ohne Ansehung des Geschlechts. An die Jung-Institute (ISAP) geht daher die Aufforderung, die Lehre von Animus und Anima zu widerrufen und diesen Widerruf lautstark und breit gefächert öffentlich zu machen. Die Jung-Institute müssen öffentlich bekennen, dass ein Hauptteil des Theoriegebäudes der Analytischen Psychologie falsch und Frauen-diskriminierend ist. Zwar brüstet sich das Jung-Institut, dem wissenschaftlichen Denken verpflichtet zu sein. Aber anstatt den Erfordernissen eines wissenschaftlichen Denkens zu entsprechen, werden die von Ursula Baumgardt kritisierten Punkte mit der fadenscheinigen und irrigen Begründung unter den Teppich gewischt, auf das «Prinzip der Polarität» der Geschlechter könne nicht verzichtet werden mit dem Hinweis, bestehe doch die Verschiedenheiten von Mann und Frau weiter. Dieser Strategie des Verschleierns und Unterdrückens muss endlich eine klare Absage erteilt werden. Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass die von Zwiespältigkeit und Doppelbödigkeit geprägten Theorien von C.G.Jung ohne grösseres Aufsehen in die Versenkung gebracht werden können. Der geforderte Widerruf betrifft nicht nur die Animus/Anima-Theorie, sondern alle damit zusammenhängenden Zuordnungen bezüglich Individuation, Schatten, Seele etc. Zurückgewiesen werden muss sowohl Jungs Frauenbild als auch Jungs Männerbild. Besonders anstössig und widerwärtig ist Jungs Art und Weise, die Hoffnung auf Weltfrieden, Gerechtigkeit oder Menschenrechte lächerlich zu machen, und dies auch noch zu begründen mit dem Hinweis, die Welt sei ein «Schlachtfeld» und werde es immer sein, und wenn dies nicht mehr so wäre, würde das Dasein bald ein Ende nehmen. - Es ist höchste Zeit, diesem grauenhaften altväterischen Männerbild eine Absage zu erteilen und die Grundlagen der analytischen Psychotherapie auf ein neues und realitätsnäheres Fundament zu stellen.

49 Nicht jede tiefenpsychologische Psychotherapie scheitert – Warum?

50 Dass nicht jede analytische Psychotherapie zum Scheitern verurteilt ist, hat mit zwei Voraussetzungen zu tun: Wenn sich die Psychotherapeutin bezüglich der Bestimmungen über Selbstwerdung und Individuation ganz selbstverständlich mitgemeint versteht und dies auch ihrer Klientin vermittelt. Ferner: Wenn sich die Therapeutin herausnimmt, die Lehren von C.G. Jung umzudeuten, wie dies schon Jungianerinnen der ersten Generation getan haben. Heilende begriffliche Qualitäten haben wir bei folgenden Frauen festgestellt: Dr. Liliane Frey-Rohn, Dr. Jolande Jacobi, Emma Jung, Toni Wolff. Diesen Jungianerinnen geht es um die Gleichrangigkeit der Geschlechter, die in den psychologischen und psychotherapeutischen Lehren nun öffentlich sichtbar und unmissverständlich zum Ausdruck kommen müssen. Es muss klar deklariert sein, dass beide Geschlechter logisch denken und Führungsaufgaben in Politik, Staat und Wirtschaft übernehmen können und übernehmen sollen. Inzwischen verfügen Frauen durchschnittlich über einen höheren Bildungsgrad als Männer. Es darf nicht mehr passieren, dass Frauen durch Konzepte der Psychologie und Psychotherapie in ihrer Suche nach Heilung, Selbstbestimmung und Autonomie behindert und unterdrückt werden. Es darf nicht mehr geduldet werden, dass Patientinnen auf den Dienst an Mann und Kind und Haushalt zurückgestutzt und zugleich auf die Zuarbeit für männliches Schaffen festgelegt werden. Bezüglich der Frauentherapie muss die Gleichrangigkeit der Geschlechter sowohl in der Metatheorie als auch in der Therapiemethode zum Ausdruck kommen. Es gibt genügend weibliche Theoretikerinnen, die in der Lage sind, die notwendigen Korrekturen der Lehren vorzunehmen oder zu überwachen. Dies alles muss allerdings in eine Sprache gebracht werden, die im politischen Sprachraum verstehbar ist, um die diskriminierenden, unterdrückenden und krankmachenden Theorien in Zusammenarbeit mit politischen Vorstössen ausser Kraft zu setzen. - Es ist nun absolut notwendig und dringlich, die Umdeutungsarbeit von Jungianerinnen in ihren heilenden Qualitäten ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

51 Ursula Baumgardts kritisches Buch über Animus/Anima – von ISAP unterschlagen

52 Inzwischen mussten wir feststellen, dass Ursula Baumgardts kritisches Buch zu C.G.Jungs Animus/Anima-Theorie auf der ISAP-Liste der anerkannten Publikationen nicht aufscheint. Erwähnt werden hingegen Ursula Hohler, A. (Allan) Guggenbühl (Mythendrama), Helmuth Barz, Ursula Wirtz. Das heisst, dass Ursula Baumgardt als die bedeutendste Kritikerin an der Animus/Anima-Theorie unterschlagen und unsichtbar gemacht wird. Dieser Sachverhalt wird ersichtlich aus der Stellungnahme der ISAP Zürich (Internationales Seminar für Analytische Psychologie Zürich) im Frühjahr 2006, als Antwort auf den Fragenkatalog der Charta21. Auf dieser Liste kommt sie nicht mehr vor. Das gleiche gilt übrigens auch für die Publikationen von Aniela Jaffé, sowie für: Erinnerungen, Träume, Gedanken von C.G.Jung, deren Existenz vom ISAP genauso unterschlagen werden.

53 Neuauflagen der diskriminierenden Lehren verhindern – Aber wie?

54 Infolge ständiger Neuauflagen von Jungs Werken ist es nun aber so, dass seine diskriminierenden und irreführenden Lehren weiterhin und ganz ungestört in die Welt hinein gebracht werden samt ihrer verheerenden Wirkung. Somit sind Fachfrauen der Psychologie und Psychotherapie sowie Juristinnen und Politikerinnen mit der Frage konfrontiert, wie diesem unhaltbaren Zustand ein Ende gesetzt werden kann. Denkbar wäre die Schaffung eines Beiblatts, das auf die Existenz von Ursula Baumgardts Kritik an der Anima/Animus/Theorie verweist sowie auf die Existenz von Aniela Jaffés Publikationen, die vom ISAP ebenfalls unterschlagenen werden. Ein solches Beiblatt müsste mittels richterlicher Verfügung den Neuauflagen beigegeben werden. 

55 Zum Schluss ein beherzigenswerter Hinweis eines Ökonoms

56 «Das ist auch meine Kritik an den Bankern - dass keiner je gesagt hat – Liebe Gesellschaft, wir entschuldigen uns und geloben Besserung, indem wir vor allem unser Geschäftsmodell überprüfen und ändern.» (St.Galler Tagblatt, 13.10.2012). - Auch von Ausbildungs-Institutionen der Psychologie und Psychotherapie ist zu fordern, dass sie ihre «Geschäftsmodelle» überprüfen und ändern.

Quellen

1   C.G.Jung: Über psychische Energetik und das Wesen der Träume, 1948, S.166 (BN 1205)

2    Jolande Jacobi: Die Psychologie von C.G. Jung, 1959, S.161 - Erstausgabe 1939. (BN 1216)

3    C.G. Jung: Gesammelte Werke Bd. 18/1, Seiten 181-182

4    Renate Höfer: Die Hiobsbotschaft C.G. Jungs. Folgen sexuellen Missbrauchs, 1997, S.170 (BN 713)

5    Peter Hofstätter: Das Fischer Lexikon Psychologie, 1962, S. 298 (BN 1353 )

6   Margret Ostrowski-Sachs: Aus Gesprächen mit C.G. Jung, Broschur 1965, S. 18-19 (BN 1219

7    C.G. Jung: Bewusstes und Unbewusstes, 1957, S.36-37 (BN 1206)

8    C.G. Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten, Studienausgabe 1972, S. 104 (BN 1207)

9    Barbara Walker: Die geheimen Symbole der Frauen. Lexikon der weiblichen Spiritualität, 1997, S. 364-365 (BN 801)

10  Aldo Carotenuto (Hg): Tagebuch einer heimlichen Symmetrie. Sabina Spielrein zwischen Jung und Freud, 1986, S.79, BN 913

11  Stefanie Zumstein-Preiswerk: C.G. Jungs Medium. Die Geschichte der Helly Preiswerk, 1975, S.104, BN 1572

12  Köchli, Yvonne-D.: Frauen, wollt ihr noch 962 Jahre warten? Micheline Calmy-Rey über echte Chancengleichheit, 1992, S. 21-23, BN 1445

13  Ursula Baumgardt in: Camenzind, Elisabeth (Hg): Frauen verlassen die Couch. Feministische Psychotherapie, 1990, S. 50-51, BN 921

14  Rohde-Dachser, Christa: Expedition in den dunklen Kontinent. Weiblichkeit im Diskurs der Psychoanalyse

15  Aniela Jaffé: Aus Leben und Werkstatt von C.G. Jung. Parapsychologie, Alchemie, Nationalsozialismus, Erinnerungen aus den letzten Jahren, 1968, S.65 (BN 1219)

16  Toni Wolff: Studien zu C.G. Jungs Psychologie, S.260-261 (BN 166)

17  Liliane Frey-Rohn: Das Böse in psychologischer Sicht, in: Das Böse, Studien aus dem C.G. Jung-Institut, Seite  165 (BN 482)

18  Karl Schmid, Zürich in: Das Böse. Studien aus dem C.G. Jung-Institut Zürich: Aspekte des Bösen im Schöpferischen, S. 237-260 (BN 482)

13  Hans Dieckmann in: Ursula Baumgardt: König Drosselbart und C.G. Jungs Frauenbild, Vorwort (BN 1455)

19  Carola Meier-Seethaler: Die sexistischen Wurzeln unserer Kultur, S. 202-203  (BN 876)

20 ISAPZurich: Internationales Seminar für Analytische Psychologie Zürich, Hochstrasse 38, S.19. Aus Internet 07.10.2012

21 C.G. Jung: Gesammelte Werke, in: Symbole und Traumdeutung: Die Funktion der religiösen Symbole (S. 266-267).