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314 - Angelika Krebs: Freundschaft und Liebe bei Aristoteles und Hugh LaFollette   

 

Angelika Krebs kritisiert die Behauptung des Philosophen LaFollette, dass die Gerechtigkeit in Liebesbeziehungen keinen Platz habe bzw. einen Widerspruch in sich enthalte und sie daher "pervertiere". Liebe stünde jenseits von Gerechtigkeit. LaFollette bestimmte "persönliche Nahbeziehungen" oder "Liebe" als Oberbegriff für "romantische Liebe" und Freundschaft.

Bezüglich dieser Bestimmung wirft Krebs dem Philosophen eine "unsaubere" Analyse vor, wobei sie ihre Kritik auf der Unterscheidung von Aristoeles Bestimmung von "Freundschaft und Liebe" aufbaut.

Aristoteles unterscheidet zwei Arten von "persönlichen Nahbeziehungen":

a) Partikulare Nahbeziehung

b) Zweckhafte Nahbeziehung

Die partikulare Nahbeziehung teilt Aristoteles in eine unpersönliche und persönliche auf:

- Die unpersönliche Nahbeziehung ist symbolisiert durch den Automechaniker. Seine Person ist uns gleichgültig, Hauptsache, er flickt unser Auto richtig. Wir betrachten ihn als Mittel zum Zweck.

- Die persönliche Nahbeziehung betrifft eine Beziehung, in der es beiden Parteien nicht gleichgültig ist, wer diese Bezugsperson ist (einzigartiges Individuum).

LaFollette trifft zwei bzw. drei weitere Unterscheidungen bei der persönlichen Nahbeziehung:

· eine "rigide" persönliche Nahbeziehung. Als Beispiel nennt er eine familiäre Situation: "Er ist schliesslich mein Bruder".

· eine "historische" persönliche Nahbeziehung. Als Beispiel nennt er eine Situation zwischen zwei Frauen, bei der Janes Interesse an Sarah ist, weil diese amüsant, lieb und intelligent ist.

· Jedoch seien meisten persönlichen Nahbeziehungen Mischfälle von rigiden und historischen Beziehungen.

Für Angelika Krebs beginnt das zu Kritisierende jedoch gerade bei diesen Mischfällen

Quelle

Broschüre von Brigitte Weisshaupt erhalten zum Thema Ethik