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170 - Albertus Magnus – Albert der Grosse

 

Albert der Grosse war Kirchenlehrer: Aber es gab den Versuch, Albert mit Zauberei zu verbinden (S. 85). 1931 wurde er heilig gesprochen, aber es fehlen die Wunder (80). Der deutsche Schwabe gehörte zu den „Grüblinsleuten“ (80). Er streifte frei durch die Natur, er war kein Stubenhocker. In Padua lernte er den wenige Jahrzehnte zuvor gegründete Dominikanerorden kennen, der von seinen Mitgliedern ein gründliches Studium verlangte, um die Häresie in Predigten auf geistige Weise zu überwinden anstatt gewalttätig. Er hatte da bedächtige Wesen der Schwaben (86). Der Orden lebte von Almosen (Gebot der Armut).

Albert hatte die Leitung der deutschen Ordensprovinz und musste die Klöster visitieren. Er ging zu Fuss und erbettelte sich den Unterhalt. Als Albert die Berufung zum Bischof (Regensburg) erhielt, lehnte er ab. Der Bettelmönch wollte nicht Bischof (Reichsfürst) sein. Aber der Papst gab Befehl und Albert gehorchte, er zog jedoch absichtlich ganz unbemerkt in Regensburg ein. Unter dem Bischofsgewand trug er das Mönchsgewand.

Bischof

Als Bischof ordnete Albert ordnete die verwahrlosten Zustände, entließ unfähige Personen und setzte vertrauenswürdige Leute ein. Nach einem Jahr sei die Diözese Regensburg wieder in Ordnung gewesen. Danach habe Albertus den Papst inständig gebeten, ihn vom Amt zu entbinden, weil er sich zum Bettelmönch berufen fühle, und der Papst entsprach dem Wunsch.

Albertus nahm in Köln seinen früheren Lehrstuhl wieder ein (89). Hier sass Thomas von Aquin zu seinen Füssen. Es bestand ein vorbildliches Lehrer-Schüler- Verhältnis ohne Abhängigkeit und ohne Rivalität. Die beiden Männer fühlten sich durch das dominikanische Ideal verbunden. Freund des Friedens

Albertus war ein Freund des Friedens - schlichtete oft zwischen Bürgerschaft Kölns und dem ehrgeizigen Erzbischof Konrad von Hochstalden (89). - Albertus blieb auch als alter Mann in Köln nicht untätig, er arbeitete an seinen Schriften. Als ihn einmal bei einer Vorlesung das Gedächtnis im Stich liess, stellte er die Lehrtätigkeit ein, blieb aber geistig wach. Er wurde 87 Jahre alt (1280). Albertus ist als „Doctor universalis“ in die Geschichte eingegangen, „grosser Lehrer mit universalem Geist, Weite und Offenheit“ (90). Albertus Zeitgenossen waren Friedrich II, der sich von schrecklichen Experimenten an Menschen leiten liess.

Naturforscher

Albert hatte den Blick für die „Schöpfung Gottes“ - die Natur. Er kannte nicht die Angst seiner mittelalterlichen Zeitgenossen, die die Natur von „unheimlichen Geistern durchwirkt“ wähnten (91). Bei seinen ausgedehnten Visitationsreisen wanderte er mit offenen Augen Berge, Flüsse, Flora, Fauna. Er stieg auch in die Bergwerke hinab. Man sah in ihm den ersten Naturforscher Deutschlands (91). Er fragte nach den Ursachen der Naturerscheinungen, interessierte sich auch für das, was die alten Griechen über die Natur ausgesagt hatten, obgleich diese auch primitiv und oft falsch sind. Albert verfasste Schriften über Botanik und Zoologie (92). Die Resultate sind überholt, wichtiger sei sein Blick und seine Leidenschaft für die Erkenntnis. Es komme im Leben auf die eigene Erfahrung und Feststellung an. Natur sei „Offenbarung“, führe daher zu Gott. Natur sei „Organismus“, nicht „Mechanismus“. Albertus elementares Staunen. Natur hat Schönheiten, gibt aber auch schwere Rätsel auf. Hinweis auf Hildegard von Bingen (S.93 aufnehmen).

Quelle

Walter Nigg: Heilige und Dichter, 1991