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261 - Eine bestechende Idee der Chinesin Tschen Gi-vane

 

 

Nach der Meinung von Madam Tschen Gi-vane braucht Frankreich «sowohl eine Frau als auch einen Mann zur Staatspräsidentschaft». Sie begründet dies mit «Yin und Yan, zweierlei Geschlechter, zweierlei Erfahrungen, zweierlei Herkunft, zweierlei politisches Credo». Frau Tschen Gi-vane stammt von Fürsten ab, ist Pianistin, Malerin, Leiterin eines taoistischen Studienzentrums und durch Heirat Französin. Sie habe 1981 für die französische Präsidentschaft kandidiert (und tut es dieses Jahr – 1988 - wieder. Sie schlägt vor, die eine Residenz solle im Süden sein, die andere im Norden. Der Kommentar der Zeitung war: «Sie wurde nicht gewählt, das Volk war offenbar noch nicht reif genug für eine Yin-Yan – Präsidentschaft». Nun ist Madam Tschen Gi-vane nach sieben Jahren zum Schluss gekommen, dann brauche es halt neben der Zweier-Präsidentschaft, Staatspräsidentin und Staatspräsident, dazu zwei Vize-Präsidentschaften für die am dritt- und am viertbesten platzierten Kandidaten. Auf diese Weise werde wirklich die Mehrheit der Bevölkerung vertreten und die vier Gewählten könnten so ihr Amt ohne weiteres als Halbtagsstelle ausüben und hätten genügend Freizeit, um sich auch anderen wichtigen Dingen wie zum Beispiel den schönen Künsten zu widmen. Das bedeute mehr Lebensqualität auch für Staatspräsidenten (Bericht von Dr. Doris Morf in «Brückenbauer» Nr.17, 1988).

Madam Tschen Gi-vane präsentiert uns Frauen eine wirklich bedenkenswerte und zukunftsträchtigen Idee. Die je eigenen Residenzen für Frauen und Männer für Amtsgeschäfte auf Regierungsebene wäre ein augenfälliges und wirkungsträchtiges Symbol für die gleichgewichtige Partnerschaft der Geschlechter, bzw. für die paritätische Vertretung bei allen Regierungsgeschäften. Für Frau Tschen Gi-vane ist ganz klar, dass es dem Frauenvolk, solange es als Ganzes dem Männervolk untergeordnet ist, jede Chance verwehrt ist, um für jene «Ergänzung» auf gleichrangiger Stufe sorgen, die von der feministischen Bewegung gefordert wird. Innerhalb unserer patriarchalen Strukturen sind Frauen lediglich als «Gehilfin» geschätzt und als Galionsfigur zugelassen. Als Untergeordnete geraten Frauen, ungeachtet ihrer persönlichen Fähigkeiten und Bemühungen, zur Stütze des Patriarchats und mächtiger Männer, anstatt zu deren Kontrolle. Die fürstliche Chinesin öffnet uns westlichen Frauen die Augen für die Dinge, die noch zu tun sind. Bravo und vielen Dank! Madam Tschen Gi-vane.

Könnten wir zur Verwirklichung der Idee etwas beitragen? Wie wäre es mit der Lancierung einer Briefmarke «Pro Matria» oder «Pro Sophia» – analog der heutigen Briefmarken «pro Patria»  «pro Helvetia» und «pro Juventute»? Dies könnte für Frauenforschung die so notwendige Einnahmequelle schaffen. Nun sind Frauen gefordert, die das Procedere kennen und in der Lage sind, das Vorgehen einzuleiten und zu begleiten.